von Peter am 10.04.2013, 16:30 Uhr , Kategorie: Allgemein, Seminare

Gute Frage! Oder provozierend? Egal. Zur Auswahl stehen: Mitarbeitergespräch, tägliches Mittagessen, Weihnachtsfeier, wöchentliches Gruppenmeeting und Betriebsversammlung. Noch mehr Vorschläge? Wem würden Sie die Frage gerne stellen? Ihrem Chef, einer Kollegin oder dem Betriebsratsvorsitzenden? Mit der Antwort „Weihnachtsfeier“ hätte man bei allen Dreien sicher eine  große Chance auf Übereinstimmung. Wie öde sind die denn? Meistens zumindest. Da kommt nicht viel ran. Aber was ist mit der Betriebsversammlung? Welchen Stellenwert hat die Betriebsversammlung im Betrieb?

Nach einer aktuellen Umfrage, die das ifb Institut zur Fortbildung von Betriebsräten im März 2013 durchführte, macht sich fast jeder zweite Betriebsratsvorsitzende erst kurz vor dem Termin der Betriebsversammlung nähere Gedanken über Ablauf und Inhalt (46% der Befragten). „Das deutet darauf hin, dass in vielen Betriebsratsgremien ziemlich effektiv gearbeitet wird“ erklärt Monika Sterzer. Als Kommunikationstrainerin und Seminarplanerin ist sie beim ifb für das Thema Betriebsversammlung verantwortlich.

„Na ja, bei einer kurzfristigen Vorbereitung ist natürlich andererseits die Gefahr recht hoch, dass man hintenraus in die Bredouille gerät.“ Dies betreffe zum einen die Sache mit der passenden Ansprache der Belegschaft, also dass tatsächlich Interesse bei den Kolleginnen und Kollegen geweckt wird, zum anderen die inhaltliche Substanz. „Wenn man sich mit so etwas Wichtigem wie der Betriebsversammlung erst kurz vorher beschäftigt, kann die Qualität leiden. Weil: Inhalte sind das eine, aber die Präsentation, also die Verpackung ist das andere. Wird die Zeit knapp, dann macht man es halt wie immer.“ Und  dieses wie immer bedeutet, dass es oft als reine „One-Man-Show“ des Vorsitzenden abläuft, neue Ansätze und alternative Gestaltungsabläufe außen vor bleiben, so Monika Sterzer.

Der Betriebsrat ist nach dem Gesetz dazu verpflichtet, einmal pro Quartal eine Betriebsversammlung einzuberufen. Auf dieser hat er einen Tätigkeitsbericht zu erstatten. Die Versammlung ist für die Arbeitnehmer des Betriebs wichtig. Sie stellt die einzige rechtlich abgesicherte Möglichkeit zur umfassenden Information und Aussprache über alle Fragen dar, die die Arbeitnehmer selbst oder den Betriebsrat betreffen. Um so wichtiger, dass diese Chance so effektiv wie möglich genutzt wird.

Mitarbeiter sind heute deutlich besser informiert als früher. Aus diesem Grund merken sie schnell, wenn Inhalte der Substanz entbehren. Und macht man diese Erfahrung öfters, verliert man zunehmend die Lust, an künftigen Veranstaltungen teilzunehmen. Angelika Schädlich bestätigt das. Seit vielen Jahren zeigt sie Betriebsräten, wie diese ihre Betriebsversammlungen professionell, informativ und im besten Fall unterhaltsam durchführen können. Die erfahrene Referentin und Buchautorin weiß, wie Betriebsräte Aufmerksamkeit gewinnen können und wie sich die Betriebsversammlung dafür nutzen lässt, um das BR-Gremium sympathisch und souverän darzustellen: „Auf den Seminaren hör ich immer wieder: Es sei in der letzen Zeit nur wenig passiert, Business as usual, über was soll man denn reden, echte Höhepunkte gebe es nicht. „Aber selbst wenn das so ist, dann mach ich mir die Highlights eben selbst“ meint Schädlich.

Oft reicht es, Augen und Ohren offen zu halten. Zum Beispiel das Thema Burn-out im Betrieb. Seit einiger Zeit ist es in aller Munde. In vielen Betrieben wird darüber diskutiert. „Was spricht dagegen, einen Arbeitsmediziner auf die Betriebsversammlung einzuladen, der über das Thema aufklärt.“ So was sei für die meisten total interessant, erklärt die Expertin. Ein Interview mit einem Mitglied der Geschäftsleitung live auf dem Podium ist das gleiche. Wenn die Belegschaft zusätzlich Fragen an jemand stellen kann, der sonst nicht leicht erreichbar ist, wird das eine spannende Angelegenheit.

Auf ihren Seminaren gibt Angelika Schädlich viele Ideen dieser Art sowie Anregungen, wie man die eigene Betriebsversammlung richtig pushen kann. Dabei finden sämtliche Schulungen in Rhetorikstudios statt. Hier hat man die Möglichkeit, sein Verhalten vor der Kamera unter professionellen Bedingungen zu trainieren. Wie wirkt man, wenn man vor anderem auf dem Podium steht? Interessante Aha-Effekte sind bei sowas garantiert!

Mehr Teilnehmer auf der Betriebsversammlung, mehr Interesse in der Belegschaft, mehr Substanz bei den Themen, mehr Abwechslung  in der Präsentation und eine möglichst aufgeklärte Belegschaft: Der Weg dorthin ist nicht schwer!

Seminar-Tipp „Die erfolgreiche Betriebsversammlung Teil I“

Bildquelle: © pojoslaw – Fotolia.com



Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 10. April 2013 um 16:30 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein, Seminare abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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