von Peter am 18.12.2009, 14:41 Uhr , Kategorie: Allgemein

Wie schön, wenn es Geschäftspartner gibt, die einem zu Weihnachten ein Präsent zukommen lassen. Und nein, nicht nur den Chefs passiert so etwas: Auch normale Arbeitnehmer bekommen hin und wieder von Firmen, mit denen sie beruflichen Kontakt haben, zum Jahresende eMails, Postkarten und manchmal sogar kleine oder auch größere Päckchen mit gar hübsch verpacktem Inhalt. Verbunden ist dies alles dann mit guten Wünschen für das neue Jahr und dem allerbesten Dank für die Zusammenarbeit (ich muss nur aus dem Stapel abschreiben, der da vor mir liegt…).

Die Freude des Arbeitnehmers ist meist groß und das eigene Wohlwollen für die zukünftige Zusammenarbeit wächst vielleicht bis hoch in den Himmel hinauf. Genau so wie das vielleicht ein klitzekleines bißchen vom Absender auch beabsichtigt war. Und an diesem Punkt wird’s eng: Denn genau hier öffnet § 299 StGB ein vermintes Gelände voller Stolperdrähte, die einen direkt in den strafrechtlichen Exitus, sprich: in den Knast bringen können! Und darüber macht sich fast niemand richtig Gedanken.

„Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr“, so lautet das gruslige Intro dieses Paragraphen, und „Freiheitsstrafe bis zu drei Jahre“ sein unerfreulicher Abgang. Jurist Christian Groß warnt deshalb in der Süddeutschen Zeitung davor, bedenkenlos jedes Geschenk anzunehmen. Man müsse sich immer fragen, wo die eigene Beeinflussung genau beginnt. Groß: „Schon ein Geschenk für 10 Euro muss nicht immer unbedenklich sein, bei einer Musical-Karte für 100 Euro dagegen sollten unbedingt die Sirenen angehen.“

Der Tipp des Juristen: Sich selbst einfach ehrlich fragen, ob einen die Annahme des Geschenkes in irgendeiner Weise beeinflusst. Und wenn man sich da nicht sicher ist, einfach den Chef informieren und das Geschenk von ihm genehmigen lassen. Damit sei man dann, zumindest strafrechtlich, auf der sicheren Seite. In größeren Betrieben gibt es mittlerweile sowieso schon oft sog. „compliance officers“, die übergreifend entscheiden, was von den Angestellten angenommen werden darf und was nicht. Auch das ist Weihnachten.

Peter



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1 Kommentar »

  1. Fröhliche Weihnachten und erholsame Feiertage!

    Kommentar von: Heidi – am 25. Dezember 2009 um 00:23

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