Laut einer aktuellen Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist die Hälfte aller Deutschen (Frauen und zunehmend auch Männer!) am Arbeitsplatz schon einmal sexuell belästigt worden. Das heißt im Einzelnen: Fast jede fünfte Frau ist schon einmal gegen ihren Willen von Kollegen berührt worden. Bei den Männern sind es immerhin 12% die von unerwünschter körperlicher Annäherung berichten. Dabei findet die Belästigung von Männern meist auf der gleichen Hierarchiestufe statt. Bei Frauen dagegen gibt es häufiger ein Hierarchiegefälle zwischen Täter und Opfer.

Über ihre Rechte sind viele Arbeitnehmer leider nur unzureichend informiert. 81 % wissen nicht, dass Arbeitgeber verpflichtet sind, sie aktiv vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz zu schützen. Und mehr als 70 % kennen zu dem Thema auch keine präsente Ansprechperson in ihrem Betrieb.

Nach § 3 Abs. 4 AGG liegt ein Fall von sexueller Belästigung vor, wennein unerwünschtes, sexuell bestimmtes Verhalten, wozu auch unerwünschte sexuelle Handlungen und Aufforderungen zu diesen, sexuell bestimmte körperliche Berührungen, Bemerkungen sexuellen Inhalts sowie unerwünschtes Zeigen und sichtbares Anbringen von pornographischen Darstellungen gehören, bezweckt oder bewirkt, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird, insbesondere wenn ein von Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird“.

Die persönliche Einstufung eines bestimmten Verhaltens als sexuell übergriffig wird übrigens ganz unterschiedlich vorgenommen. Das macht das Ganze nicht einfacher. Von anzüglichen Bemerkungen, obszönen Bildchen bis hin zu Berührungen: Was für den einen normal und alltäglich ist, ist für den anderen bereits eine Belästigung. Das Bewusstsein für die Facetten sexueller Belästigung ist von Mensch zu Mensch völlig unterschiedlich. Doch wie weit kann das Fehlen dieses Bewusstseins gehen? So gelten beispielsweise laut einem Spiegel-Interview Pornobilder im Büroverteiler als völlig normal. Schreck lass nach! Bei uns Gott sei Dank nicht!

Bildquelle: © Dan Race – fotolia.com



Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 10. März 2015 um 10:31 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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