von Peter am 25.08.2011, 11:58 Uhr , Kategorie: Allgemein

iStock 000016882219XSmall Wenn der Chef dein Freund sein willNa klar, es geht mal wieder um Facebook. Wo sonst kann man im Leben so viele Freunde haben? Über 20 Millionen Deutsche sind angeblich bereits in dem sozialen Netzwerk angemeldet. Das ist jeder Vierte! Man könnte natürlich umgekehrt sagen: 60 Millionen sind nicht dabei. Ebenfalls eine stolze Zahl. Ist es falsch, von einem Hype zu sprechen? Oder ist Facebook mittlerweile fester Bestandteil des täglichen Lebens geworden? Meldungen in der Presse, dass das Unternehmen mal wieder Ärger mit seinen Datenschutzeinstellungen macht, schaffen es regelmäßig bis auf die Titelseiten. Das will was heißen.

Nur: Wo Hinz und Kunz mit dabei sind (nicht persönlich nehmen!), darf einer selbstverständlich nicht fehlen: Der Chef! Warum denn auch nicht? Das Problem dabei: Auf der Suche nach neuen “Freunden” geraten viele recht schnell vom privaten Jagdrevier in die Arbeit. Mit wem ist man schon so viel Zeit zusammen, wie mit diesen ganzen Firmenmenschen. Bei Vorgesetzten ist das nicht anders. Und dann passiert es schon mal, dass der kleine Mitarbeiter eine Freundschaftsanfrage vom großen Chef erhält. Der Schreck wird da groß sein! Tja, was machen wir nun?

Bei Facebook-Freundschaftsanfragen hat man im allgemeinen zwei Möglichkeiten: Man kann sie annehmen oder man kann es sein lassen. Kennt man jemanden gar nicht oder nur entfernt, ist der “Ignorieren-Button” schnell gedrückt. Beim Kollegen aus dem Büro schräg gegenüber, mit dem man ab und zu in der Kantine plaudert, ist die Entscheidung schon verzwickter. Und wenn nun sogar der Chef virtuell anklopft!? Da kommt man ins Schwitzen.

Wie man sich am Besten verhält, hängt stark vom eigenen Facebook-Benehmen ab. Wenn ich kunterbund und scheinbar wahllos damit beginne, mich mit Arbeitskollegen zu befreunden und auch deren Beiträge “like”, dann kann es schon komisch rüberkommen, wenn ich die Anfragen anderer Kollegen “grundlos” ablehne. Klar  geht das, aber dem Betriebsklima tut das eher nicht so gut. Andere werden sagen: Privat ist privat und Arbeit ist Arbeit. Dann sollte man das auch einhalten! Das ist glaubwürdig und wird akzeptiert.

Mit der Anfrage vom Chef könnte es sich dagegen so verhalten: Wen das nicht stört, der hat sowieso kein Problem. Für alle anderen gilt: Ignorieren kann man ihn natürlich, aber der Chef ist oft schlau und merkt das recht schnell. Also bleibt die Flucht nach vorne: Das Thema direkt ansprechen. Unmißverständlich sagen, dass der eigene  Facebook-Account Privatsache ist und man den Chef lieber nicht so gern mit drin haben möchte. Dann ist es offen ausgesprochen und es gibt keine Mißverstände. Das zu akzeptieren, sollte im Normalfall unproblematisch sein. Das hängt aber stark vom betrieblichen Umgangston und der Unternehmenskultur ab. Social Media-Experte Curt Simon Harlinghausen empfiehlt in Focus Online, sich auf jeden Fall so authentisch wie möglich zu verhalten. Neben der schon erwähnten direkten Ansprache könne man alternativ auch die Freundschaft ablehnen, gleichzeitig eine eigene neue Anfrage über das Berufs-Netzwerk Xing schicken. Meint Herr Harlinghausen. Müssten sich manche wahrscheinlich extra dafür registrieren. Umständlich. Ebenfalls denkbar: Wer sich partout nicht traut, den Chef abzulehnen, kann ihn erstmal als Freund bestätigen, ihn dann aber anschließend facebooktechnisch in eine Gruppe verschieben, deren Mitglieder keine oder nicht alle eigene Posts sehen dürfen. So was kann man einstellen, wenn man sich ein wenig auskennt. In Zukunft soll das bei Facebook sogar relativ einfach funktionieren. Der Chef denkt dann zwar, dass er mit dabei ist, tatsächlich mitlesen kann er aber doch nichts.

Wir meinen: Ein umsichtiger Chef stellt seinen Mitarbeitern keine Freundschaftsanfragen bei Facebook! Dadurch bringt er sie nur in Verlegenheit und stört das Betriebsklima.

Peter

 

Bildquelle: © Evgenij Mymrin - iStockphoto.com


Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 25. August 2011 um 11:58 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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