von Susanne am 12.08.2011, 13:43 Uhr , Kategorie: Allgemein

Wissen Sie, was Haare, Schultern, Hände – ja sogar Schuhe! – über die wahren Gedanken anderer aussagen? Nein? David Givens weiß es: Er ist Experte für Körpersprache und leitet das Zentrum für nonverbale Studien im US-Bundesstaat Washington. In seinem Buch Die Macht der Körpersprache verrät der Kommunikationswissenschaftler, wie man die echten Gedanken von Kollegen und Vorgesetzten entlarvt und warum im Berufsleben die (richtige) Wahl der Kleidung so wichtig ist.

Kleider machen Leute. Im Büro sollte man deshalb nie Sandalen oder Peeptoes tragen und außerdem auf ärmellose Kleidung verzichten, so der Autor im Interview mit der Süddeutschen Zeitung (SZ). Nicht mal bei 35 Grad im Schatten? Richtig. Und das hat auch einen guten Grund: Unsere Ur-Triebe sind schuld daran, dass wir Flip Flops & Co besser im Schrank lassen sollten. Nackte Füße lösen nämlich sexuelle Assoziationen in unserem Gehirn aus. Ein absolutes No-Go im Job! Ebenso üben weibliche Schultern eine sehr hohe Anziehungskraft auf Männer aus. Das mag zwar bei Flirten ganz hilfreich sein – im Job ist es das sicherlich nicht.

Und wie erkenne ich einen Blender? „Die wahre Unsicherheit vermittelt der Körper„, so der Autor. „Ich empfehle deshalb, Schultern, Hände und Augen im Blick zu behalten.“ Überzeugendes Auftreten ist oft nur Fassade. Schon ein leichtes Schulterzucken oder ein Blick nach unten kann die Unsicherheit des Gegenübers verraten. Wer wirklich überzeugt ist von dem, was er sagt, blickt seinen Gesprächspartnern direkt in die Augen. Und auch hier hilft wieder die richtige Kleidung: Anzüge sind in der Geschäftswelt deshalb so verbreitet, da die Sakkos unliebsame Regungen der Schultern verbergen. Und die Krawatte dazu hilft den Männern, Stärke zu vermitteln, da sie deren verletzliches Halsgrübchen verdecken.

Allerdings stellt uns unsere globalisierte Welt gleich vor die nächste Herausforderung. Kommen die Gesprächspartner aus unterschiedlichen Kulturkreisen, kann die Situation ganz schön verzwickt sein. So sieht man sich in Russland beispielsweise gerne lange und tief in die Augen, um dem Gesagten mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen. Ein Spanier wiederum würde das als absolut unhöflich empfinden. Und in China und Japan vermeidet man Blickkontakt am besten ganz, um ja nicht die Stellung des Chefs in Frage zu stellen!

Da ist es gut, wenn man seine Körpersprache im Griff hat. Aber geht das denn überhaupt? Bedingt, so der Autor, „denn die meisten Signale sendet der Körper unbewusst aus„. Unser Körper spricht also immer, ob wir wollen oder nicht. Übernehmen die Gefühle das Kommando über unsere Muskeln, können nicht einmal geübte Redner ihre Emotionen verbergen. Da verrät ein auffällig häufiger Wimpernschlag schnell mal die eigene Nervosität. Ist aber irgendwie auch nett – es macht uns so schön menschlich.

Susanne

Bildquelle: © Harris Shiffman - iStockphoto.com

 



Dieser Beitrag wurde am Freitag, 12. August 2011 um 13:43 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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1 Kommentar »

  1. Dumme Frage – gibt es eigentlich tatsächlich Menschen, die so einen Unsinn ernst nehmen? „Nackte Füße lösen sexuelle Assoziationen aus“. Brouwhahah.

    Und die implizite Gleichsetzung von „Blender“ mit „Unsicherheit“. Bei manchen Wissenschaftlern möchte man eigentlich nur wissen, wie sie es geschafft haben.

    Last not least – wichtig sind solche Bücher natürlich, da sie es einem ermöglichen, leichtgläubige Menschen effizient in die Irre zu führen. Hilfreich hierzu ist ein Spiegel und ein paar Tage 30min Training davor.

    Kommentar von: Johannes – am 13. August 2011 um 10:51

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