von Thomas am 02.09.2009, 12:01 Uhr , Kategorie: Allgemein, Arbeitsvertrag

Kennen Sie diese alte Volksweisheit? Sicherlich! Vor allem beim Kartenspielen oder Würfeln kommt sie immer wieder zur Rede. Denn: Komischerweise gewinnt oft derjenige, der die Punkte notiert.

Auch im Arbeitsrecht fahren Sie als Arbeitnehmer eindeutig besser, wenn sie alle Vereinbarungen mit Ihrem Chef schriftlich festhalten.

Zwar sind auch mündliche Arbeitsverträge voll wirksam, jedoch ist es allein aus Beweisgründen besser, wenn man sich die Vereinbarung vom Arbeitgeber auch schriftlich aushändigen lässt.

Sonst kann es passieren, dass sich der Chef beim Einfordern der vereinbarten Leistung plötzlich nicht mehr erinnern kann (will) und der Arbeitnehmer deshalb das Nachsehen hat… denn wer etwas vom anderen will muss grundsätzlich immer den Beweis für seinen Anspruch erbringen, sonst geht er leer aus.

Das musste vor kurzem auch ein Arbeitnehmer aus Rheinland-Pfalz schmerzlich feststellen. Dieser hatte mit seinem Arbeitgeber mündlich vereinbart, dass er nicht ordentlich gekündigt werden könne. Im schriftlichen Arbeitsvertrag, den sie einige Zeit danach unterschrieben haben, wurde die „Unkündbarkeit“ jedoch nicht mehr thematisiert. Einige Zeit später sprach der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine ordentliche Kündigung aus. Im Kündigungsschutzprozess berief sich der Arbeitnehmer auf die mündliche Vereinbarung, blieb jedoch ohne Erfolg. Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz entschied (08.05.2009 – 9 Sa 42/09), dass der mündlich vereinbarte Ausschluss einer Kündigung unwirksam wird, wenn später ein schriftlicher Arbeitsvertrag ohne diese Klausel geschlossen wird. Das Argument der Richter: Mit dem schriftlichen Arbeitsvertrag werde das Arbeitsverhältnis auf eine neue rechtliche Grundlage gestellt. Die bisherigen Vereinbarungen seien dann gegenstandslos, sofern sie nicht ausdrücklich im Vertrag stünden.

So bewahrheitet sich das Sprichwort! Hätte der Arbeitnehmer die Unkündbarkeitsklausel in den Arbeitsvertrag schreiben lassen, wäre er im Betrieb geblieben.

Thomas

 

 

 



Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 02. September 2009 um 12:01 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein, Arbeitsvertrag abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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1 Kommentar »

  1. „alte Volksweisheit“ … in der Tat: Sie stammte aus beiden Weltkriegen des vergangenen Jahrhunderts und hatte einen naheliegenden makabren Hintergrund.

    Kommentar von: JLloyd – am 02. September 2009 um 13:51

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