Das Bundesfamilienministerium will gemeinsam mit fünf großen Unternehmen und dem Land NRW anonyme Bewerbungen testen. Das Ziel: Auf dem Arbeitsmarkt soll mehr Chancengleichheit erreicht und Diskriminierung von vornherein verhindert werden. Im kommenden Herbst wurde dazu der Beginn eines Pilotprojekts angekündigt. Stellenbewerber sollen dann in ihren Unterlagen auf Angaben wie Name, Alter, Nationalität, Familienstand, Geschlecht, Religion – und natürlich auf das Foto – verzichten.
Die erste Bewerberauswahl wird dadurch ein Stück neutraler und man fällt nicht gleich aus dem Verfahren raus, weil dem Personalleiter die Nase, das Alter oder auch der Name nicht passt. Es gibt tatsächlich schlaue Menschen, die behaupten, dass sogar unser Name durchaus unsere Karriere-Chancen beeinflusst und zwar ganz unabhängig von der Frage, ob es ein deutscher oder ein türkischer Vorname ist. (Mehr zu diesem Thema gibt es in einem der nächsten Blogbeiträge.)
Zurück zur Revolution der Bewerbungskultur. Die neue Methode könnte, so die Süddeutsche Zeitung, genau jenen helfen, die bislang auffällig oft aussortiert werden: Ältere, Migranten und Behinderte. Und das ist wahrscheinlich auch so. Aber: Spätestens beim persönlichen Bewerbergespräch kommt es dann zum Showdown. Fällt man nicht spätestens dann sowieso raus? Erst werden Hoffnungen geweckt, um dann doch wieder aussortiert zu werden? Oder kann man die Personaler wirklich durch sein anonymes Profil so sehr beeindrucken, dass dann das persönliche Gespräch gar nicht mehr so entscheidend ist und eventuelle Vorurteile aus dem Weg geräumt sind? Bisher war es eigentlich eher umgekehrt. Spannend, spannend, spannend!
Ines
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