Die Zeiten ändern sich. Die Distanz zwischen Betriebsräten und Führungskräften wird offenbar geringer. Ist da etwa eine konstruktive Kommunikation in Sicht? Könnte schon sein. Zumindest wenn man eine neue Studie der Hans-Böckler-Stiftung mit dem Titel „Die Leistungsträger – Führungskräfte im Wandel der Unternehmenskultur“ zu Grunde legt. Denn was in manchen Betrieben schon längst an der Tagungsordnung ist, nämlich dass Führungskräfte den Betriebsrat als wichtigen Verhandlungs- und Gestaltungspartner im Betrieb betrachten, das scheint sich langsam aber sicher auch bei einer größeren Zahl von Unternehmen durchzusetzen. Was dahinter steckt? Na, wieder mal die Wirtschaftskrise: „In Zeiten großer wirtschaftlicher Unsicherheit nehmen leitende Angestellte den Wert der betrieblichen Interessenvertretung stärker wahr als zuvor“, meint die Böckler-Stiftung.

Betriebsrat sein ist häufig ein schwerer und zunehmend anspruchsvoller werdender Job. Wo früher prioritätenmäßig höchstens mal die Frage ganz oben stand, wer bei Dienstreisen erster und wer zweiter Klasse fahren darf, da verhandeln Betriebsräte heutzutage über den Erhalt von Tausenden von Arbeitsplätzen. Da freut man sich doch ein wenig, wenn diese Entwicklung von immer mehr gesehen und auch respektiert und anerkannt wird. Scheinbar wohl auch von immer mehr Führungskräften. Ein Hoffnungsschimmer? Na ja, es kommen sicher auch wieder bessere wirtschaftliche Zeiten, und dann werden wir ja sehen, was da so substanzielles dran ist …

Peter

Link zum Ergebnis der Studie bei der Hans-Böckler-Stiftung



Dieser Beitrag wurde am Freitag, 24. April 2009 um 14:15 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein, Wirtschaftskrise abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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2 Comments »

  1. Das sich die Distanz zwischen Betriebsrat und Führungskräfte verringert ist richtig,( und nicht neu).
    Aber es ist auch richtig das die Distanz zwischen Betriebsrat und (normalem) Arbeitnehmer immer GRÖSSER wird.
    Und dieser Trent macht mir Sorgen.

    Mit solidarischen Grüßen:
    Andreas Nitschke

    Kommentar von: Andreas Nitschke – am 27. April 2009 um 21:27

  2. Ist doch klar, dass sich die Distanz zwischen Betriebsrat und Führungskraft in Krisenzeiten verringert. Da muss man doch dem Betriebsrat um den Bart gehen, damit er unangenehme Entscheidungen mit trägt und nicht so unbedingt merkt, dass er benutzt wird. Denn in besseren Zeiten wird dann wieder geknausert, der Betriebsrat an kurzer Leine gehalten mit dem Hinweis auf mögliche schlechte Zeiten. So wirkliche Annäherung in Zeiten der Gewinnmaximierung auf Deubel komm raus (die sind NICHT vorbei – siehe aktuell die Avancen von Fiat!) gibt es nicht. Philip Rosenthals sind aussterbende Exemplare.

    Kommentar von: Regina Steffan – am 06. Mai 2009 um 14:19

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