In den USA entwickelt sich gerade ein neues Urlaubsmodell, das vielleicht in Zukunft auch in Deutschland Fuß fassen könnte: Jeder Angestellte kann so viel Urlaub nehmen, wie er möchte und wann er möchte.
„Die bisherige starr begrenzte Urlaubsregelung ist ein Relikt aus dem Industriezeitalter. Wir brauchen keinen geregelten Urlaub mehr. Wichtig ist allein, was die Mitarbeiter leisten und nicht wie viele Stunden sie arbeiten“, so ein Vorreiter-Arbeitgeber gegenüber Spiegel online.
Die Arbeitgeber wollen mit dem Modell „Urlaub nach Wunsch“ ihren Angestellten mehr Freiheiten und ein größeres Maß an Verantwortung geben und diese so an ihr Unternehmen binden. Schließlich scheint bei einem solch großen Maß an Flexibiltät auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wesentlich erleichtert: Ein großes Plus für den Arbeitsplatz der Zukunft.
Aber Vorsicht ist geboten! Die Firma IBM hat mit einem ähnlichen Modell schon Erfahrungen gesammelt: Es hat sich gezeigt, dass die Mitarbeiter in ihrer freien Zeit viel häufiger E-Mails abgerufen und ihren Anrufbeantworter abgehört haben als früher. Die Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben verschwimmen und im Ergebnis werden wesentlich weniger Urlaubstage genommen als bei einer starren Regelung. Grund hierfür: Der Druck sei gestiegen und das gegenseitige Beäugen unter den Kollegen habe zugenommen.
Dies erinnert mich stark an die „Vertrauensarbeitszeit“. Auch dieses Arbeitszeitmodell klingt auf den ersten Blick toll. In der Praxis zeigt sich aber schnell, dass dies oft zu unbezahlten Überstunden führt.
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