Das ist die Meinung der Personalchefin von Mydays, deren Unternehmen gerade das sog. anonymisierte Bewerbungsverfahren nutzt.

Seit einem halben Jahr läuft nun das Pilotprojekt der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Durch ein Schweigen des Bewerbers zu den Punkten Alter, Geschlecht, Herkunft und Familienstand sowie ein fehlendes Bewerberbild soll eine Diskriminierung bei der Stellenvergabe vermieden werden. Statt der genannten Angaben listet der Bewerber nur noch seine Abschlüsse, die Dauer seiner Ausbildung sowie seine beruflichen Stationen auf und begründet seine Motivation für die Bewerbung. Allein an Hand dieser Fakten entscheidet der Arbeitgeber darüber, welchen Bewerber er zu einem Vorstellungsgespräch einlädt.

Ob dieses Verfahren dazu beiträgt die Diskriminierung im Bewerbungsverfahren abzubauen, wird sich zeigen. Das Pilotprojekt wird von einer wissenschaftlichen Untersuchung begleitet. In etwa einem halben Jahr soll ein erster Untersuchungsbericht vorliegen. Nach ersten Stimmen soll das Ergebnis aber positiv sein.

Thomas

 



Dieser Beitrag wurde am Freitag, 17. Juni 2011 um 11:47 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Arbeitsmarkt abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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2 Comments »

  1. Das ist wohl die beste Idee der Regierung seit der Nachkriegszeit. So sind die meisten garnicht fähig, ein wahrheitgemäßers Charakterbild anhand von Photos zu erstellen. Aber auch das bringt nichts um die Arbeitslosenzahlen zu mindern.

    Nahezu alle offenen Arbeitsstellen (98%), werden heute an die eigenen Kinder oder Verwandten vermittelt. Ein Familienfremder ist heute in der Situation, nahezu 0 Chancen zu haben, in ein Angestelltenverhältnis übernommen zu werden.

    Kommentar von: Avenue – am 18. Juni 2011 um 11:47

  2. Meinem Vorredner darf ich nur uneingeschränkt beipflichten:

    In den USA haben wir ein Standartformular für „employment application“.
    Darauf ist vermerkt, dass die in einem schwarzen Rahmen gefassten Informationen NICHT ausgefüllt werden müssen und dass kein Nachteil bei der Bewerbung entstehen darf, wenn Fragen nach ALTER, RELIGION, NATIONALE HERKUNFT usw. NICHT beantworted werden. Das ist freilich keine Garantie für absolut neutrale Behandlung. Wir sind Menschen und der subjektive Aspekt kann niemals völlig ausgeschlussen werden.
    Aber es ist ein Schritt zur richtigen Einstellung. In so manch einem Einzelfall hat ein Bewerber durchaus seine Anstellung erzwingen können. Am Mangel an Arbeitsstellen ändert das vorrangig nichts – aber ein jedes Unternehmen gewinnt, wenn Bewerbungen nach den Fähigkeiten beurteilt werden.

    Kommentar von: Helmut Karsten – am 19. Juni 2011 um 13:42

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