von Ines am 05.07.2011, 09:19 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt

Seit dem 1. Juli ist es amtlich: Die Wehrpflicht in Deutschland existiert nur noch auf dem Papier. Das steht auf einem Blatt. Auf dem anderen steht: Mit der Wehrpflicht entfällt auch der Zivildienst. Beides soll nun durch Freiwilligendienste ersetzt werden. Da liegt die ein oder andere Frage offen: Die militärische Zukunft unseres Landes sei hier einmal dahingestellt. Aber wie sollen insbesondere in den sozialen Bereichen die durch diese Maßnahme entstandenen enormen Personallücken geschlossen werden? Im letzten Jahr waren noch zehntausende Zivildienstleistende für Tätigkeiten wie etwa in Krankenhäusern, Jugendhäusern, Altenheimen, im Rettungsdienst und Krankentransport sowie in der Behindertenbetreuung eingesetzt. Sie leisteten Pflege- und Fahrdienste sowie Betreuung. Alles Bereiche, in denen ohnehin schon Personalnotstand herrscht und deren Mitarbeiter bislang von den Zivildienstleistenden erheblich unterstützt und entlastet worden sind.

Familienministerin Kristina Schröder plant zwar laut Presseberichten kommendes Jahr 35.000 Freiwillige als Ersatz zu gewinnen. Aktuell hätten außerdem bereits 14.300 Zivildienstleistende erklärt, dass sie sich über das Ende der Wehrpflicht hinaus einsetzen wollen. Trotzdem gibt auch Schröder zu: Das Engagement der Freiwilligen wird die Arbeit der Zivis nicht vollständig ausgleichen können. Nun befürchten soziale Einrichtungen sowie dort Betreute und Angestellte drastische Nachteile – zu Recht. Geht hier mal wieder eine politische Entscheidung zu Lasten gerade derer, die es am wenigsten brauchen können –  der (pflege)bedürftigen Menschen?

Ein ersichtlicher Vorteil: Anders als der Zivildienst steht der neue Freiwilligendienst allen offen: Alte und Junge, Männer und Frauen können sich um eine Stelle bewerben. Bleibt zu hoffen, dass sich genügend Menschen finden, die bereit sind, sich sozial immer stärker zu engagieren.

Ines H.



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