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Arbeitslos? Dann besser die Augen auf bei der Wahl des Freundeskreises!

Bahnbrechende Erkenntnisse liefert dieser Tage das IZA Institut zur Zukunft der Arbeit, ein privates Wirtschaftsforschungsinstitut, das von der Deutschen Post AG [1] finanziert wird. Forscher untersuchten, ob der Freundeskreises eines Arbeitslosen Einfluss auf den Erfolg bei seiner Jobsuche hat. Grundlage waren Daten einer Haushaltsbefragung in Großbritannien, bei der 3.000 Erwerbslose interviewt wurden. Das Ergebnis: Grundsätzlich habe jeder Fünfte, also 20%, innerhalb eines Jahres wieder einen neuen Job gefunden. Wenn jedoch die drei besten Freunde eines Arbeitslosen ebenfalls arbeitslos waren, lag die Erfolgsquote nur noch bei 10%. Und jetzt kommt’s: Verfügten die drei besten Freunde über einen Job, stieg die persönliche Erfolgsquote auf fast 30%!

Das Institut berechnet, dass sich die „Jobfindungsrate“ eines Arbeitslosen mit jedem zusätzlichen erwerbstätigen Freund um 3,7 Prozent verbessern würde! Wie aber kann man so etwas Haarsträubendes begründen? Ganz einfach, etwa so: Arbeitslose, deren beste Kumpel einen Job haben, würden sich wegen des sozialen Drucks automatisch intensiver um eine neue Arbeit bemühen. Auch scheint ihnen ihr eigenes Leben recht fad zu sein, so die Studie, weil sie immer alleine rumhängen müssen, während sich die anderen fröhlich auf der Maloche tummeln.

So einfach ist das! Es m üssen lediglich die richtigen Freunde ausgewählt werden und schon läuft’s wieder auf dem Arbeitsmarkt. Dumm nur, dass mit fortschreitender Arbeitslosigkeit auch die soziale Isolierung einsetzt. Diese führt dazu, dass der Freundeskreis automatisch immer kleiner wird. Freunde mit Job? Darüber können viele Arbeitslose und Hartz IV-Empfänger nur lachen. Freunde danach auswählen, ob sie einen Job haben oder nicht? Wem bitte fällt so ein Unsinn ein?

Pressemitteilung des IZA [2] (pdf-Datei, 48 kb)

Peter