von Thomas am 15.03.2010, 17:02 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt, Tarifrecht, Teilzeit, Wirtschaftskrise

Wenn man die Meldungen in Printmedien, Internet und Fernsehen verfolgt, kommt man nicht gerade zu dem Schluss, dass es um die deutsche Wirtschaft derzeit gut bestellt ist. Überall ist von Wirtschaftskrise und Wachstumseinbrüchen zu lesen. Das einzige was ständig wächst, ist die Zahl der Arbeitslosenzahlen. So ist zumindest der subjektive Eindruck!

Das mag an der Sichtweise des Betrachters liegen. Denn: Wir Deutschen neigen tendenziell eher zum Pessimismus. Lieber beschweren wir uns darüber wie schlecht alles läuft anstatt auch die guten Dinge zu sehen. Das altbekannte Glas wird lieber als „halbleer, statt als halbvoll“ angesehen.

Um so mehr erfreut hat mich heute morgen eine Meldung von „Spiegel Online“. Danach übertrumpft der deutsche Arbeitsmarkt den Rest Europas. In Zeiten der Finanzkrise sind wir laut dem britischen „Economist“ wieder zum Wachstumsmotor der EU geworden. Und das trotz steigender Staatsverschuldung und „negativen Wirtschaftswachstum“ in 2009. Vergleicht man Deutschland aber mit den anderen EU-Staaten zeigt sich, dass die Bundesrepublik der weltweiten Wirtschaftskrise getrotzt hat. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote von 7,5% im letzten Jahr lag deutlich unter der unserer Nachbarn. Für dieses Jahr geht das Kieler Institut für Wirtschaft (IfW) mittlerweile statt einer ursprünglichen Erwartung von 4,5 Millionen Arbeitslosen im Jahresschnitt „nur“ noch von 3,4 Millionen aus.

Die Gründe für das gute Abschneiden sind nach Expertenmeinung vielfältig: Ein Schrumpfen der deutschen Bevölkerung sorgt dafür, dass weniger Arbeitssuchende auf den Arbeitsmarkt drängen. Zudem sind gerade im Bereich Pflege und Erziehung neue Arbeitsplätze entstanden und auch die Zahl der Teilzeitstellen ist gewachsen. Moderate Tarifabschlüsse und eine Ausweitung der Kurzarbeit haben das Übrige getan. Und nicht zuletzt ist auch der starke Euro für das erfolgreiche Meistern der Krise verantwortlich. Vor allem die Exportnation Deutschland profitiert von der Gemeinschaftswährung. Für den „Economist“ ist dies sogar so erheblich, dass er hierzu schreibt: „Man muss bedenken, dass Deutschland einen Teil seines Erfolgs auf Kosten der Nachbarstaaten gemacht hat.“ Dieser Meinung will ich mich nicht anschließen. Aber es stimmt mich freudig, dass der große Crash am Arbeitsmarkt bisher ausgeblieben ist – hoffentlich bleibt das auch so!

Thomas



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