von Peter am 12.03.2009, 10:41 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt, Leiharbeit

Im Sommer will die Bundesregierung einen Leiharbeitsbericht veröffentlichen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat nun im Vorfeld zu diesem Thema Stellung genommen. Sein Fazit: Die Verleihfirmen gehen sehr rüde mit ihren Mitarbeitern um. Löhne werden vorenthalten, bei Urlaubsansprüchen und der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gibt es große Mißstände zu beklagen.Die Bedingungen für Leiharbeiter hierzulande sind mit die schlechtesten in Europa.

Knapp 600.000 Leiharbeiter gibt es derzeit in Deutschland. Dazu heisst es in der Studie:

„Vielfach werden diese eingesetzt wie Tagelöhner. Das heißt, sie erhalten nur dann eine Entlohnung, wenn auch tatsächlich Arbeit abgerufen wird. Nicht selten werden Arbeitnehmer/innen gezwungen, ihren Urlaub zu verbrauchen, wenn für sie keine konkrete Einsatzmöglichkeit besteht.“

Oder an einer anderen Stelle:

„Die Arbeitszeitkonten werden auch gegen den Willen der Beschäftigten angerechnet, hierdurch wird die Verpflichtung zur Lohnfortzahlung in verleihfreien Zeiten unterlaufen und das betriebliche Risiko weitgehend auf die Mitarbeiter/innen abgewälzt. Auch Urlaubsansprüche werden mit einsatzfreien Tagen verrechnet.“

Der DGB fordert die Bundesregierung auf, die Rechte der Beschäftigten dringend durch folgende Maßnahmen zu verbessern:

– Gleichbehandlung von Leiharbeitnehmern im Entleihbetrieb ab dem ersten Tag („equal pay“)

– Aufnahme des Tarifvertrags zwischen DGB, BZA und iGZ in das Entsendegesetz und entsprechende Allgemeinverbindlicherklärung

– Stärkung der Mitwirkungs- und Mitbestimmungsrechte von Personal- und Betriebsräten

– Abschaffung einer Ausnahmeregelung die es erlaubt, bislang Arbeitslosen einen geringeren Lohn zu zahlen.

Weiterführende Infos zum Thema Leiharbeit:

DGB-Stellungnahme als pdf-Datei herunterladen

Online-Ratgeber zur Leiharbeit mit vielen Fragen und Antworten

Aktuelles ifb-Seminar zum Thema „Leiharbeit und Arbeitnehmerüberlassung“

Peter



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