von Peter am 16.06.2009, 18:57 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt

In der wenig attraktiven Amtssprache heisst das ganze Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung. Gemeint sind die sog. Ein-Euro-Jobs. Man versteht darunter Tätigkeiten, mit deren Hilfe der Gesetzgeber (Langzeit-)Arbeitslose wieder an den Arbeitsmarkt heranführen will, die quasi wie ein Türöffner in den Arbeitsmarkt funktionieren sollen. In letzter Zeit wurden nun eine Menge Studien und Untersuchungen veröffentlicht, die alle nur eins bestätigen: Dass das Konzept endgültig gescheitert zu sein scheint, und zwar richtig mit Karacho.

Allen voran steht dabei, vom DGB mal ganz abgesehen, die Bundesagentur für Arbeit. Nach einer bislang noch unveröffentlichten Studie gaben 45 Prozent von über 1.200 befragten Ein-Euro-Jobbern an, dass sie den gleichen Job machen würden, wie ihre festangestellten Kollegen. Jeder Vierte meinte ergänzend, dass für seine Tätigkeit sogar eine richtige Ausbildung nötig sei.

Laut DGB wird die Kritik auch vom Bundesrechnungshof bestätigt, der der Ansicht ist, dass diese Arbeitsgelegenheiten für 75% der entsprechend Beschäftigten weitgehend wirkungslos blieben. Ein-Euro-Jobs schaffen keine zusätzliche Tätigkeiten, sondern verdrängen reguläre Arbeitsplätze

Und sogar die Arbeitgeber kritisieren ordentlich: So etwa die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, die sinngemäß der Auffassung ist, dass es kontraproduktiv sei, wenn durch öffentliche Beschäftigung Arbeitsplatze am sog. ersten Arbeitsmarkt verdrängt werden. So kann man es natürlich auch formulieren.

Was bleibt also? Nicht viel Substanzielles. Und ein Herr von Langzeitarbeitslosen, die Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung ausführen dürfen, damit sie vielleicht irgendwann wieder Fuß fassen am Arbeitsmarkt, dem „ersten“ natürlich, so sagt man.

Ach ja, und es bleiben auch weniger Arbeitslose!! Wie das? Na ja, die Ein-Euro-Jobber gelten offiziell nicht als arbeitslos und werden in den Statistiken auch nicht aufgeführt. Darüber konnte man hier im ifb-Blog auch schon mal etwas lesen. Irgendwie passt da doch nichts zusammen.

Peter

Informationen des DGB über Ein-Euro-Jobverhältnisse

zum pdf-Download „Arbeitsmarkt aktuell – Praxis und neue Entwicklungen bei Ein-Euro-Jobs“ (DGB Bundesvorstand)



Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 16. Juni 2009 um 18:57 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Arbeitsmarkt abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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