von Ines am 24.01.2011, 10:11 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt

Deutschland soll, um in der Dauer- Problematik „Fachkräftemangel“ einen Schritt weiter zu kommen, mehr Frauen zur Arbeit schicken. Und nicht nur das! Also nicht nur „mehr Frauen zur Arbeit“, sondern auch „Frauen zu mehr Arbeit“. Im Klartext: Weibliche Teilzeitkräfte sollen verstärkt zu Vollzeitkräften „upgegradet“ werden.

Diese Idee stammt aus dem 10-Punkte-Plan, den die Bundesagentur für Arbeit (BA) gegen den drohenden Fachkräftemangel in Deutschland vorgelegt hat. Vor allem durch eine verbesserte Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik sollen sich bis zum Jahr 2025 mehrere Millionen zusätzliche Arbeitskräfte gewinnen lassen, berichtet die FAZ. Im besten Fall könnten laut Studie, die dem 10-Punkte-Plan der BA zugrunde liegt, allein durch die stärkere Integration von Frauen in die Erwerbstätigkeit rund 3 Millionen Vollzeitarbeitskräfte gewonnen werden. Denn: Nach Meinung von Experten sind Frauen schlummernde Potenziale, die nicht ignoriert werden dürfen.

Ein paar Zahlen: Im Jahr 2009 waren laut FAZ 71,9 % der deutschen Frauen erwerbstätig. Spitzenreiter in Europa soll Dänemark mit 77 % sein. Würde es Deutschland schaffen, hieran anzuschließen, bedeutete dies ein Plus von 900.000 Vollzeitkräften. Zudem gehen hierzulande 45 % der erwerbstätigen Frauen einer Teilzeittätigkeit mit einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 18,5 Stunden nach. Würden wir auch hier im Ergebnis zum Spitzenreiter (Schweden) mit 25 Wochenstunden aufschließen, ergäbe das auf dem deutschen Arbeitsmarkt ein Potential von 2,1 Millionen Kräften.

Ja, die Ideen, was man so alles gegen den Fachkräftemangel theoretisch machen könnte, gehen den Experten nicht aus. Vielleicht demnächst auch: Keine Kinder mehr kriegen! Denn immerhin nennt fast ein Drittel die Kinderbetreuung als Hauptgrund für die Teilzeit. Und das ist der höchste Wert auf dem Kontinent!!! Ok, Gott sei Dank wird so ein Vorschlag natürlich nicht kommen. Als weitere Maßnahmen werden von der BA vielmehr noch die Anhebung der Wochenarbeitszeit von derzeit knapp 42 auf 44 Stunden vorgeschlagen. Auch schön!

Ines



Dieser Beitrag wurde am Montag, 24. Januar 2011 um 10:11 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Arbeitsmarkt abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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1 Kommentar »

  1. Man sollte vor Allem eines nicht vergessen:

    hierzulande sind Frauen für die Arbeitgeber immer noch ca. 25% günstiger zu haben.

    Ein schönes Plus in Krisenzeiten. Das evtl. in der Folge einige Arbeitsplätze von Männern „einsparen“ könnte?

    Kommentar von: Sylvia – am 24. Januar 2011 um 11:03

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