Des einen Freud des anderen Leid, besagt ein Sprichwort. Dies könnte ein gutes Beispiel dafür sein: Seit letztem Jahr gilt der neue Mindestlohn von 8,50 Euro für das Friseurhandwerk. Schritt für Schritt hatte ver.di das für die Friseurinnen und Friseure in Deutschland ausgehandelt. Jetzt machen sich erste Veränderungen bemerkbar. Weniger für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, als vielmehr für die Kunden: Die Preise können zum Teil nicht mehr gehalten werden. Um den gesetzlichen Mindestlohn zu finanzieren, sind beispielsweise Herrenhaarschnitte für weniger als 20 Euro künftig nicht mehr machbar, so der Unternehmenschef der Friseurkette Klier, der mit bundesweit 900 Salons und mehr als 5700 Mitarbeitern nach eigenen Angaben der größte Arbeitgeber der Branche ist. Das berichtet unter anderem der Spiegel. Laut dieser Presseinformation befürchten auch Konkurrenten, wie die börsennotierte Friseurkette Essanelle aus Düsseldorf, Einschnitte durch den Mindestlohn.

Was sich hier abspielt, gilt laut der WELT als Vorzeichen für andere Branchen mit hohen Personalkostenanteilen. Es stellt sich die Frage, ob die gesetzliche Lohnuntergrenze von 8,50, die ab dem kommenden Jahr für die gesamte Wirtschaft gelten soll, die Preise allgemein in die Höhe treiben wird. Die Auswirkungen sind, so die WELT „heiß umstritten“.

„Mann trägt wieder lang“, könnte eine Folge der Preiserhöhung im Friseurhandwerk sein. Zu befürchten ist, dass es dabei aber wahrscheinlich tatsächlich nicht bleiben wird.

Bildquelle: © AlexOakenman – fotolia.com



Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 04. Juni 2014 um 11:41 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Arbeitsmarkt, Mindestlohn abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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4 Comments »

  1. Das ist ein leicht durchschaubarer Versuch, die Marge zu erhöhen. Bisher kostete ein in 30 min zu erbringender Herrenhaarschnitt 13 EUR. Nun steigt der bei Klier übliche Lohn um etwa einen Euro, also 50 Cent für die halbe Stunde. Der Preis für den Kunden steigt von 13 auf 21 EUR, also um 8 EUR. Logisch?
    Wenn der Mehrpreis ungeschmälert den Friseurinnen (und gelegentlich Friseuren) zufließen würde, hätte ich damit kein Problem. Aber das wird sicher nicht stattfinden. Dann besser ein kräftiges Trinkgeld und als Preis 13,50 EUR.

    Kommentar von: RA Splendor – am 04. Juni 2014 um 12:20

  2. Es ist doch sowieso egal, ob ich für den Haarschnitt direkt vor Ort mehr bezahle oder „hintenrum“ die armen Friseurinnen über durch meine Abgaben finanzierten Aufstockungsbeträge. Zudem unterstütze ich keine Ketten, die ihre Mitarbeiter in irgendeiner Weise schlecht behandeln.

    Kommentar von: A. R. – am 04. Juni 2014 um 16:03

  3. Gejammert wiurd immer – aber wie oben kommentiert wird der Markt den Preis regeln . Wichtig ist , dass die Mitarbeiter einen Mindestlohn bekommen und nicht auf € 5,– Löhne sowie auf Trinkgeld angewiesen sind – Auch in der Landwirtschaft wird gejammert – versucht das Meiste zu erzielen – der
    Wettbewerb wird es dann aber richten .Wichtig ist dass dies nicht auf den Rücken der Schwächsten ausgetragen wird , die konnen sich am wenigsten wehren – daher dieses Regulativ Mindeslohn durchaus sinnvoll.Arebit die geleisdtet werden muss – wird auch dann zu € 8,50 eingekauft werden

    Kommentar von: k.a – am 04. Juni 2014 um 21:27

  4. Ich bezahle beim Friseur für Färben, Waschen, Schneiden um die 70 bis 100€. Der angestellte Friseur bekommt davon quasi nix, nicht mal mit dem Mindestlohn. Wie die Preise in einem Friseurbetrieb zustande kommen, war mir schon immer ein Rätsel

    Kommentar von: pomeranze – am 10. Juni 2014 um 13:21

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