von Ines am 13.10.2010, 13:18 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt

Nach dem Fernsehfilm über Betriebsräte zwischen Schmiergeldaffären und Ideologie („Im Dschungel“) verarbeitet die ARD auch diese Woche wieder ein brandaktuelles Thema. Stichwort: Prekärer Arbeitsmarkt. Der hochmotivierte Protagonist Ben Kremer wird von Praktikum zu Praktikum weitergereicht, stets angestachelt mit der Aussicht auf eine attraktive Festanstellung. „Machen Sie erst einmal ein Praktikum, dann schauen wir weiter.“ Letztendlich wird der qualifizierte BWLer aber nur als billige Arbeitskraft ausgenutzt.

Was in dem Film „Ein Praktikant fürs Leben“ auf unterhaltsame Weise erzählt wird, ist leider heutzutage kein Einzelfall. Laut Münchner Merkur (Ausgabe Nr. 236 vom 12. Oktober 2010) weiß auch René Rudolf vom DGB, wie viele junge Leute mit der „berühmten Karotte der ersehnten Festanstellung vor der Nase“ geködert werden. Dem Zeitungsbericht zufolge machen 40% der Berufsanfänger nach erfolgreichem Studien- oder Ausbildungsabschluss noch Praktika, die Hälfte davon bis zu 6 Monaten – und das für wenig oder sogar gar kein Geld. Viele Arbeitgeber machen sich die prekäre Arbeitsmarktsituation in Deutschland und vor allem die Hoffnung der Jobsuchenden zu Nutze und beschäftigen bereits gut ausgebildete junge Menschen zu Hungerlöhnen, so das Tagblatt. Echt bitter! Aber: Die Hoffnung stirbt eben immer noch zuletzt.

Den Spielfilm zeigt die ARD heute um 20:15 Uhr.

Ines



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2 Comments »

  1. Ich finde in so einem fall sind vorallem die Gewerkschaften gefragt.

    Kommentar von: Weber – am 16. Oktober 2010 um 22:00

  2. EIn super gelungener Film, nur dass die Empfangsdame sofort als Flitchen abgestempelt wird, ist eine kleine schwachstelle, zeigt aber auch die Probleme vieler junger Frauen in großen Konzernen

    Kommentar von: kf – am 17. Oktober 2010 um 17:20

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