Frostige Zeiten bei Daimler. Bild: Pixabay

Tag für Tag hagelt es schlechte Nachrichten aus der Autobranche. Man liest von Stellenstreichungen und Standortschließungen. Jetzt sieht man am Beispiel Daimler: Die Betriebsräte der krisengeplagten Branche fangen an, sich zu wehren.

Bei Daimler sollen weltweit mindestens 10.000 Stellen gestrichen werden, von Einsparungen in Höhe von 1,4 Mrd. Euro spricht das Unternehmen. Zwei Drittel seiner Einsparungen will das Unternehmen in Deutschland vornehmen – 6.600 Stellen sollen hier wegfallen. Aktuell arbeiten rund 300.000 Mitarbeiter bei der Daimler AG, davon knapp 178.000 in Deutschland.

Betriebsrat: Keine Diskussion über Köpfe!

Es klang so, als wäre das alles mit dem Betriebsrat besprochen. Ist es aber nicht! Daimler-Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht meldete sich prompt zu Wort. Wie das Handelsblatt zitiert, sei am Ende gar nicht klar, wie viele Stellen aufgrund der Krise wegfallen werden: „Eine Diskussion über Köpfe ist absurd, weil wir viele andere sinnvolle Maßnahmen vereinbart haben und hauptsächlich Prozesse und Abläufe verändern werden“.

Zum Beispiel das Daimler-Werk in Untertürkheim. Hier schlägt der Betriebsrat vor, dass statt Verbrennungsmotoren künftig Antriebe für Elektrovarianten produziert werden.

Konfrontationsstimmung beim Betriebsrat

Es bleibt spannend, denn bei Daimler gibt es eine Beschäftigungsgarantie; betriebsbedingte Kündigungen sind bis zum Jahr 2030 ausgeschlossen. Es steht zu befürchten, dass nun im Zuge der Rezession zuerst Arbeitnehmer mit befristeten Verträgen sowie Leiharbeitnehmer auf der Straße stehen werden. Nach Angaben von Michael Brecht sind in den betroffenen Bereichen aktuell etwa 3.000 Leiharbeiter beschäftigt.

Die vorschnelle Veröffentlichung von Zahlen zum Personalabbau durch das Management dürften die anstehenden Verhandlungen jedenfalls nicht vereinfacht haben.

In Untertürkheim herrscht derweil Konfrontationsstimmung. Der örtliche Betriebsrat verweigert beispielsweise die Zustimmung zu Überstunden. Was weiter passiert, ist derzeit noch unklar.

Was tun?

Ein Tipp für Betriebsräte aus der Branche ist die brandneue ifb-Fachtagung Automotive in der Krise: Gemeinsam in den richtigen Gang schalten“ im März in München.

Gleich anmelden unter ifb.de/automotive2020



Dieser Beitrag wurde am Montag, 09. Dezember 2019 um 07:05 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Arbeitsmarkt, Betriebsrat, Wirtschaftskrise abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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