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Lufthansa: Sind die Jobs jetzt sicher?

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Das Rettungspaket der Lufthansa ist unter Dach und Fach. Trotzdem fürchten viele Beschäftigte weiter um ihren Arbeitsplatz. Heute gehen die Verhandlungen über die Sparpläne in die nächste Runde.

„Wir haben kein Geld mehr“, sagte Lufthansa-Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley zu Beginn der entscheidenden Aktionärsversammlung in der vergangenen Woche. Wegen Corona war der Konzern tief in die Krise gerutscht. Von der Zustimmung der Aktionäre hing es am Ende ab, ob das Rettungspaket der Bundesregierung umgesetzt werden konnte. Streitpunkt: Zwar bringt der Staat dem Unternehmen neun Milliarden Euro mit, wird aber zugleich zum Anteilseigner. Am Ende stimmten die Aktionäre zu. Ein Rettungspaket für die Arbeitsplätze bei der Lufthansa?

Keine Beschäftigungsgarantie

Eine Beschäftigungsgarantie ist mit dem Einstieg des Staates in den Konzern nicht verbunden. Auf die Beschäftigten der Lufthansa kommen harte Einschnitte zu. Das Unternehmen bezifferte den weltweiten Personalüberhang auf 22.000 Stellen – rund 11.000 davon in Deutschland.

Ufo: Einsparungen von 0,5 Mrd. €

Mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo hat sich Lufthansa inzwischen auf Einsparungen von mehr als einer halben Milliarde Euro geeinigt. Das Corona-Sparprogramm gilt bis Ende 2023 und umfasst einen vierjährigen Kündigungsschutz. Die Lufthansa erklärte, dass durch die Vereinbarungen betriebsbedingte Kündigungen für die 22.000 Kabinenmitarbeiter vermieden werden konnten. Neben freiwilligen Maßnahmen gehören u.a. Gehaltsreduzierungen zu den Einschnitten., die am Ende 0,5 Mrd. € einsparen sollen.

Verhandlungen mit Verdi gehen weiter

Die Verhandlungen mit Verdi gehen indes weiter. Die Gewerkschaft, die rund 35.000 Beschäftigte der Lufthansa vertritt, verlangt einen besseren Schutz vor Jobverlusten. Sparbeiträge seien bereits angeboten worden, aber einen „Blankoscheck“ könnten die Mitarbeiter nicht ausstellen, sagte die Verdi-Vizevorsitzende Christine Behle. Die Menschen erwarteten im Gegenzug Sicherheit. Die nächsten Gespräche finden heute (30.06.2020) in Frankfurt statt.

Vereinigung Cockpit – den Kranich in der Luft halten

Für die mehr als 5.000 Piloten verhandelt derzeit die Vereinigung Cockpit. „Wir wollen den Kranich in der Luft halten“ – mit diesen Worten beschrieb Markus Wahl, Präsident der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit, schon vor Wochen die aktuelle Lage bei der Lufthansa. Das Angebot: Auf bis zu 45 % ihres Gehalts sollen die Lufthansa-Piloten verzichten, zunächst bis zum Sommer 2022. Die Verhandlungen gehen weiter, Knackpunkt ist auch hier der Beschäftigtenschutz.

Wieder mehr Flieger in der Luft

Indes fährt die Lufthansa ihren Flugbetrieb wieder hoch. Bis Ende Oktober will das Unternehmen mehr als 380 Flugzeuge einsetzen. Dies sind 200 Flugzeuge mehr als noch im Juni. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Corona-Krise im April hoben nur noch rund 60 Flugzeuge der Lufthansa ab.