Na das ist ja ein demotivierendes Ergebnis, was bei einer Befragung im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) herausgekommen ist: Lediglich jeder zweite Arbeitnehmer glaubt, dass er bis zum regulären Rentenalter im Job durchhält. Rund ein Drittel bezweifelt dies ausdrücklich. Massenhaftes Schlappmachen vor dem Rentenalter also?

Bis 67 ist es noch weit hin. Für mich zumindest. Ich gehöre mit meinen 41 Jahren zu der Altersgruppe, die laut Umfrage ihre Zukunftsaussichten am düstersten einschätzt: Ganze 35 Prozent der 25- bis 44-Jährigen sind sich sicher, dass sie ihr gesetzliches Rentenalter zumindest als Arbeitnehmer nicht erleben werden. Kommt dann auch noch schwere körperliche Arbeit oder psychischer Stress dazu, steigt die Quote auf mächtige 67 Prozent an.

Wenig Vertrauen in die Zukunft also? Oder eher eine Feststellung von etwas, das eh schon längst Realität ist? Denn bereits im Jahr 2007 wurde nur ausnahmsweise bis zum gesetzlichen Rentenalter gearbeitet: Lediglich ein Drittel erreichte hier die weiteste aller Ziellinien im Arbeitsleben.

Die Reaktionen auf die Umfrage: Die Metall-Arbeitgeber nannten die Studie ein „Zerrbild der Wirklichkeit“. Schließlich sei es ein Kernanliegen, die Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitnehmer zu erhalten. Humankapital halt. Dumm nur, wenn die Beschäftigten da nicht mitspielen, weil etwa die Anforderungen aus allen Richtungen immer höher werden und die Menschen körperlich und geistig irgendwann auslaugen. IG-Metall-Vorstand Hans-Jürgen Urban: „Arbeiten bis zum Umfallen geht nicht!“ Der Gewerkschaftler forderte die Arbeitgeber auf, „gemeinsame Vorhaben altersgerechter Arbeitsgestaltung auf den Weg zu bringen.“

Und das sollte im Interesse der Arbeitgeber liegen, denn die Tatsache dass wir zielsicher auf einen Fachkräfte- und Arbeitnehmermangel zusteuern, müsste doch längst in allen Teilen von Industrie und Dienstleistung angekommen sein: Ein Grund mehr also für Arbeitgeber, wirklich alle Maßnahmen zu ergreifen und die eigenen Mitarbeiter zu hegen und zu pflegen, damit sie eben nicht frühzeitig schlappmachen.

Weil wenn ich schon Humankapital bin und als solches mein Dasein fristen muss, dann will ich wenigstens ab und zu von meiner Firma gestreichelt werden. Vielleicht reicht das ja schon zum Durchhalten. Rente mit 67? Echt Stress…

Peter

DGB-Umfrage bei der IG Metall Bayern als pdf-Datei herunterladen



Dieser Beitrag wurde am Montag, 16. März 2009 um 17:59 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Arbeitsmarkt, Rente abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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