Der Osram-Betriebsrat kann die Übernahme durch den österreichischen Chipkonzern AMS nicht verhindern. Das Oberlandesgericht Frankfurt lehnte in der vergangenen Woche einen Antrag des Konzernbetriebsrats auf eine einstweilige Verfügung ab. Die Betriebsräte befürchten eine Zerschlagung des Unternehmens durch die Österreicher.

In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Schlagzeilen um die Übernahme des Münchener Traditionsunternehmens Osram. Im Rennen der Übernahmeschlacht sind neben den Finanzinvestoren Bain und Advent auch erneut der Chipkonzern AMS. Denn nach dem Scheitern eines ersten Angebots im September hat AMS einen zweiten Anlauf zur Übernahme von Osram genommen. AMS hält bereits knapp 20 % an Osram-Aktien.

Kein Vertrauen in AMS

Der Betriebsrat hält das Angebot von AMS nicht für vertrauenerweckend. Auch die IG Metall ist dagegen und fürchtet eine Zerschlagung von Osram: „Wir finden die strategische Logik nicht überzeugend. Darüber hinaus ist die notwendige Finanzierung aus unserer Sicht – vor allem vor dem Hintergrund der derzeitigen Marktentwicklung – absolut unverantwortlich,“ äußerte sich IG Metall-Vorstand Jürgen Kerner.

Betriebsrat verliert vor Gericht

Trotzdem ist der Osram-Betriebsrat mit dem Versuch gescheitert, eine Übernahme durch AMS gerichtlich zu stoppen. Der Betriebsrat hatte dagegen geklagt, dass AMS nach dem Scheitern eines ersten Übernahmeangebots ein zweites Angebot platzierte – im Normalfall gilt eine einjährige Sperrfrist.

Doch das Oberlandesgericht Frankfurt entschied, dass die Beschwerde des Betriebsrats gegen die Finanzaufsicht Bafin unzulässig ist. Zwar könnten die Arbeitnehmer durch das Angebotsverfahren in ganz erheblichen Umfang wirtschaftlich betroffen sein. „Eine derartige wirtschaftliche Betroffenheit alleine begründet aber keine subjektiv-öffentlichen Rechte der Arbeitnehmer einer Zivilgesellschaft“.

Beschäftigte demonstrieren

Am Montag demonstrierten der IG Metall zufolge mehr als 1.100 Osram-Mitarbeiter in München und Berlin gegen den Stellenabbau und forderten stattdessen höhere Investitionen in neue Produkte. Ein Hauptgrund der Osram-Krise ist unter anderem die gesunkene Nachfrage der Autohersteller, die weniger Beleuchtung einkaufen.

Das Übernahmeangebot von AMS an die Osram-Aktionäre läuft noch bis zum 5. Dezember 2019.

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Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 21. November 2019 um 17:40 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Arbeitsmarkt, Wirtschaftskrise abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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