von Christine am 15.01.2020, 13:19 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt, Betriebsrat
Foto: Michael Gaida

Es sind trübe Aussichten für die Mitarbeiter der Supermarktkette Real, die Angst vor Kündigungen geht um. Den Verlust von 10.000 Arbeitsplätzen befürchtet der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Werner Klockhaus laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung. Hintergrund ist der geplante Verkauf von Real an einen Investor.

Schon seit September 2018 ist bekannt, dass der Handelsriese Metro seine Supermarktkette abstoßen will. Die rund 34.000 Real-Mitarbeiter bangen seitdem um ihre Zukunft.

Ver.di berichtete seit Monaten von zunehmender Verunsicherung und Frust – und natürlich von tiefer Verärgerung bei dem Real-Mitarbeitern. Jetzt wird der Verkauf konkret: Bis Ende Januar sollen die Verträge u.a. mit dem Investor X-Bricks unterzeichnet sein; alle 277 Real-Märkte sollen an die deutsch-russische Investorengruppe gehen.

Der Betriebsrat warnt vor Job-Kahlschlag

Insgesamt sind laut GBR-Vorsitzendem Werner Klockhaus durch die Übernahme 10.000 Jobs in Gefahr. Er rechnet damit, dass rund 50 Real-Märkte geschlossen würden. Bei 120 Mitarbeitern pro Markt verlören alleine dadurch 6.000 Menschen ihren Arbeitsplatz. Der Gesamtbetriebsrat befürchtet zudem, dass die Zentralverwaltung in Düsseldorf, die Logistik, Werbung und IT-Abteilung vor dem Aus steht.

Zittern um die Übernahme

Noch im November gab es Übernahmepläne von einem Teil der Real-Märkte durch den Immobilien-Investor Redos. Unprofitable Standorte sollen geschlossen, andere an den Handelsriesen Edeka verkauft werden. Dies hätte die vorhandenen Mitbestimmungsstrukturen in einzelnen Märkten zerstört. In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel forderten die Mitarbeiter Ende 2019 Hilfe ein: „Wir leiden unter Zukunftsängsten und wollen endlich wissen, wie es weitergeht“. Doch nichts geschah. Jetzt stehen die 34.000 Beschäftigten weiter vor einer ungewissen beruflichen Zukunft. Da hilft es wenig, dass die Zahl der wegfallenden Arbeitsplätze in Branchenkreisen niedriger geschätzt wird. Denn wen es am Ende triff, ist im Moment noch unklar.

Wie geht es weiter?

Real kämpft mit sinkenden Umsätzen und roten Zahlen. Sobald der Verkauf vollzogen wurde und die Investorengruppe im Boot ist, wird sie wahrscheinlich den Rotstift ansetzen. Hier kommen die Betriebsräte ins Spiel– mit allen daran anknüpfenden Mitbestimmungsrechten (vgl. §§ 111 ff BetrVG).

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