von Ines am 25.04.2012, 17:58 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt, Hartz IV

Fotolia 6269705 XS geldausdertascheziehen Streit um Betreuungsgeld: Ziehen Arme den Kürzeren?Zu diesem Thema berichtet heute u.a. die Süddeutsche Zeitung. Was steckt hinter dieser Frage? Die schwarz-gelbe Koalition will den geplanten Zuschuss von zunächst 100 Euro Betreuungsgeld in voller Höhe von der Hartz-IV-Leistung abziehen. Der Betrag wird den Betroffenen zwar ausbezahlt, aber anschließend vom Arbeitslosengeld wieder abgezogen. Wieso? Einerseits, heißt es laut Pressebericht, man könne Familien, nur weil sie von Hartz-IV leben, das Betreuungsgeld nicht vorenthalten. Andererseits sei Hartz-IV aber eine reine „Mindestsicherung“. Wenn sich das Einkommen um 100 Euro erhöhe, müsse die Hartz-IV -Leistung zwangsläufig entsprechend sinken. Sonst, so die Befürchtungen der Kritiker, würden auch „Fehlanreize“ geschaffen. Das heißt, Eltern aus prekären Familien könnten sich wegen der Barzahlung dafür entscheiden, ihr Kind nicht in die Krippe zu geben, obwohl genau es diesen Kindern gut tun würde.

Die Opposition zeigt sich empört. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles beispielsweise hält das Ganze laut der „Zeit“ für absurd, überflüssig und ungerecht. Denn: So gehe möglicherweise eine engagierte Mutter, die arbeitslos sei, keinen Kita-Platz und deshalb schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt habe, leer aus. Eine gut situierte Manager-Frau aber bekomme das Betreuungsgeld. Ihrer Meinung nach sollte das Geld besser in den Ausbau der Kita-Plätze gesteckt werden.

Das Familienministerium, das eine entsprechende Regelung im Gesetzesentwurf aufnehmen will, hat bisher die geplante Anrechnung weder bestätigt noch geleugnet. Warten wir es ab.

Bildquelle: © Sandor Jackal – Fotolia.com

 



Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 25. April 2012 um 17:58 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Arbeitsmarkt, Hartz IV abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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2 Kommentare »

  1. Sollten nicht eigentlich die Kinder die Nutznießer eines staatlichen Zuschusses sein? Wem nützt ein Betreuungsgeld, dass Kinder aus der vorschulischen Bildungsmöglichkeit nimmt und wer lässt wohl wegen so eines Betrages seine Kinder zuhause? Ich denke den Kindern aus sozial schwachen Familien würde eher eine Prämie bei Anmeldung in Kindertagesstätten helfen!

    Kommentar von: Andrea Kosack – am 03. Mai 2012 um 14:05

  2. Alle reden immer davon, daß das Betreuungsgeld von der Sozialhilfe abgezogen wird. Wie ist das denn mit anderen staatlichen Leistungen? (Wohngeld, Aufstockung bei Minijob usw.)Wird dort auch angerechnet? Dann ist das Betreuungsgeld nur noch ein Geschenk für jene, die es nicht unbedingt brauchen. Aber so unverfroren, wie wir Angie + Co kennen, bräuchte das niemanden wundern. Schließlich sind die Geringverdiener ja auch keine sogenannten “Leistungsträger” der Gesellschaft, die besonderen “Freunde” unserer schwarz-gelben Schwätzer. Solch eine unverschämte Versager-Regierung wie jetzt hatten wir wohl noch nie!

    Kommentar von: Alexander Reinke – am 15. Juni 2012 um 14:38

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