von Ines am 27.10.2010, 15:04 Uhr , Kategorie: Arbeitszeit

Der zunehmende Fachkräftemangel bringt schlechte Nachrichten: Laut einer Meldung der dpa rechnen Wirtschaftsexperten damit, dass die Wochenarbeitszeit in den nächsten Jahren ansteigen wird. „37,5- oder 38-Stunden-Wochen sind in jedem Fall vorbei“, so der Präsident des deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Klaus Zimmermann in der „Bild„. Auf bis zu 45 Wochenstunden könnte die Arbeitszeit nach Meinung der Experten steigen, um den drohenden Fachkräftemangel aufzufangen. Laut Gesetz sei es möglich, wöchentlich sogar bis zu 48 Stunden zu arbeiten. Daran erinnert im Zeitungsbericht Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft. Zwar seien bestimmte Branchen besonders betroffen, wie zum Beispiel der Maschinen- und Anlagenbau oder die Gesundheits- und Pflegebranche, doch die Einschätzung der Wirtschaftsexperten lässt schlechtes ahnen für uns alle.

48-Stunden, das hieße eine 6-Tage-Woche: Willkommen im letzten Jahrhundert und adieu, familienfreundliche Arbeitszeit. Gibt es denn da keine Alternativen? Was ist z.B. mit den vielen Frauen, die zuhause bleiben oder nur gering in Teilzeit arbeiten, weil das Thema Kinderbetreuung in unserem achso modernen Lande so vorsintflutlich diskutiert und organisiert ist? Oder mit den vielen älteren Arbeitnehmern, die mehr als gerne bis zum Renteneintrittsalter arbeiten würden? Von den Arbeitslosen ganz zu schweigen. Kann eine moderne Gesellschaft es sich wirklich leisten, dieses Potential brach liegen zu lassen? Bevor also so hart erkämpfte Errungenschaften wie die 5-Tage-Woche zur Disposition gestellt werden, sollte doch vielleicht erst einmal über die ernsthafte Förderung und Nutzung der bestehenden Ressourcen diskutiert werden. Dann hätten alle was davon. Wie wär’s, liebe Herren Wirtschaftsexperten?

Ines



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