Die Altersstruktur in unseren Unternehmen verschiebt sich immer mehr in eine Richtung. Dieser Trend wird sich auch in Zukunft weiter verstärken. Fachleute nennen diesen Prozess „immer weniger junge und immer mehr ältere Beschäftigte“ zu haben „demografischen Wandel“.

Wie das Handelsblatt letzte Woche berichtete, wollen die Gewerkschaft IG BCE und die Chemie-Arbeitgeber dieser Entwicklung mit einem Lebensarbeitszeit-Model begegnen. Dieses soll nicht nur eine Arbeitszeitverkürzung ermöglichen, wie sie nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz schon heute möglich ist, sondern enthält einen besonderen Kniff: Die individuelle Lohnentwicklung des Arbeitnehmers soll trotz größerer Arbeitszeitschwankungen möglichst stetig bleiben. Das heißt: Wer als junger Arbeitnehmer seine Arbeitszeit reduziert, muss dann eben später diese Zeit nacharbeiten. Man spricht von einer „lebensphasenorientierten Arbeitszeit“. So hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit bei Bedarf ohne Gehaltseinbußen Angehörige zu pflegen, mehr Zeit für die Familiengründung zu investieren oder er kann seine sonstigen individuellen Wünsche verwirklichen. Dem Arbeitgeberverband Chemie ist daran gelegen, dass die Arbeitnehmer möglichst lange möglichst leistungsfähig bleiben. Dazu trägt ein solches Model erheblich bei. Zudem sind die Arbeits(zeit)bedingungen ein wichtiger Wettbewerbsfaktor: Die Arbeitnehmer werden sich eher für solche Arbeitgeber entscheiden, die ihnen mehr zeitliche Flexibilität ermöglichen. Der Fachkräftemangel kann bei Arbeitgebern, die solche interessanten Wege gehen also durchaus verringert oder gar verhindert werden.

Mehr zum Thema „Demografischer Wandel im Betrieb“ erfahren Sie auf der Fachtagung Demografie Ende Oktober in Düsseldorf.

Thomas

 



Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 30. Juni 2011 um 16:50 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Arbeitszeit, Demografie abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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