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Geht alles: 1000 Stunden auf das Arbeitszeitkonto

Flexiblen Arbeitszeitmodellen gehört die Zukunft. Vorausschauende Arbeitgeber wissen längst, dass sie für Arbeitnehmer immer attraktiver werden müssen. Denn: In Zeiten des drohenden Fachkräftemangels werden es sich immer mehr Beschäftigte aussuchen können, wem sie ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Auch wenn die Realität in den meisten Branchen derzeit davon noch wert entfernt scheint, beginnen immer mehr Chefs sich Gedanken darüber zu machen, wie sie die Arbeitsbedingungen im Betrieb verbessern können, um irgendwann mal den einen entscheidenden Schritt beim Arbeitnehmer voraus zu sein! Gute Arbeitszeitmodelle sind da essentiell! Und deswegen ist es auch eine Meldung wert, was da beim Maschinenbauer Trumpf in Ditzingen in Kürze eingeführt wird [1].

Arbeitnehmer sollen sich dort zukünftig ihre Arbeitszeit selber „maßschneidern“ können. Je nach Wunsch und Lebenssituation kann die persönliche Arbeitszeit vermindert oder erhöht werden. Besonders neu ist das zwar nicht, haben doch auch schon viele andere Betriebe bereits seit langer Zeit flexible Arbeitszeitmodelle eingeführt. Dennoch: In seiner Flexibilität ist das Trumpf-Modell schon beachtenswert. Mitarbeiter können alle zwei Jahre entscheiden, welche Arbeitszeit sie in Zukunft gerne haben möchten. Zwischen 15 und 40 Wochenstunden ist dabei alles möglich. Zusätzlich darf man bis zu 1.000 Arbeitsstunden ansparen, um sie später für persönliche Freizeitblöcke wieder abzurufen. Und: Um sog. „Sabbaticals„, also längere Auszeiten vom Beruf, zeitmäßig gegenzufinanzieren, können Arbeitnehmer bis zu zwei Jahre lang für die Hälfte ihres Gehalts arbeiten, um anschließend genau die selbe Zeit frei zu nehmen und dafür ebenfalls ein halbes Gehalt zu beziehen.

Man sieht: Bei Arbeitszeitmodellen ist einiges möglich. Wenn der Arbeitgeber das will. Denn eine kleine aber feine Einschränkung gibt es laut einem Bericht der Bild-Zeitung [2] auch beim Trumpf-Modell: Das alles funktioniert nur nach Rücksprache mit dem Vorgesetzten und auch nur bei entsprechender Auftragslage im Betrieb. Es werden sich bestimmt viele praktische Fragen für den Einzelfall ergeben, aber wo ein Wille ist…

Seminar-Tipps für Betriebsräte: Was bei Arbeitszeitmodellen so alles machbar ist

Peter

Nachtrag 23.05.11: Interessant ist auch, was der medienkritische Bildblog [6] zu dieser Geschichte nachträglich herausgefunden hat.