Stellen Sie sich vor, sie bekommen ein Arbeitszeugnis, das jemand geschrieben hat, der Sie noch nie gesehen hat.

Was auf den ersten Blick ziemlich verrückt klingt, wird in der Arbeitswelt immer mehr zur Realität, wie Spiegel online berichtet.

Weil viele Personalabteilungen überlastet sind, lagert eine wachsende Zahl inzwischen das Verfassen von Arbeitszeugnissen an externe Schreiber aus. Diese fertigen dann das gewünschte Arbeitszeugnis an, ohne die zu beurteilende Person auch nur einmal gesehen zu haben.

Diesen sog. Ghostwritern reichen ein paar Stichworte und Notizen auf einem vorgefertigten Beurteilungsbogen aus und schon verfassen sie das vom Unternehmen gewünschte Arbeitszeugnis.

Gerade im vergangenen Jahr, in dem es krisenbedingt eine erhöhte Zahl von Massenentlassungen gab, hatten viele Personalabteilungen kaum Kapazitäten, um die zahlreich geforderten Arbeitszeugnisse zu verfassen. Da waren den Unternehmen die Serviceleistungen der Ghostwriter höchst willkommen: Ca. 35,- € im Schnitt und das gewünschte Zeugnis wird geschrieben.

Für den Arbeitnehmer ist nicht immer schlecht, dass ein Unbekannter sein Zeugnis geschrieben hat: Denn die Ghostwriter sind Experten auf ihrem Gebiet und erhöhen häufig die Qualität des Zeugnisses. Vorsicht ist aber trotzdem geboten, denn durch ihr Fachwissen verstehen sie es wunderbar auch Negatives in verschlüsselter Form einzubauen.

Thomas



Dieser Beitrag wurde am Freitag, 25. Juni 2010 um 08:45 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Arbeitszeugnis abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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2 Comments »

  1. […] ein Quatsch. Wie der Betriebsratblog berichtet, werden Zeugnisse von Leuten geschrieben, die nicht im Betrieb arbeiten, sondern als externe […]

    Pingback: Ghostwriter für Arbeitszeugnisse… | www.r24.de – am 21. Dezember 2010 um 11:35

  2. verstehe nicht, warum man als unternehmen 35 euro für sowas zahlen will… man kann es doch auch einfach hier erstellen: http://www.arbeitszeugnisgenerator.de/

    Kommentar von: Jussi – am 14. Januar 2012 um 13:18

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