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„Gute Wünsche“ und Geheimcodes im Arbeitszeugnis

[1]„Der Arbeitnehmer bemühte sich sehr. Im Kollegenkreis war er vor allem wegen seiner Geselligkeit sehr beliebt.“ Wer sich bisher auch nur ein klein wenig mit Arbeitszeugnissen befasst hat, der weiß sofort, dass diese aus einem Zeugnis zitierte Formulierung nicht viel Gutes erahnen lässt. Das Wort Geselligkeit deutet im allgemeinen auf Alkoholismus oder Tratsch hin. Und wenn sich jemand „sehr bemüht“ hat, dann ist das eigentlich mit einer glatten Schulnote „Sechs“ gleichzusetzen. Das sind Geheimcodes der Arbeitgeber, die häufig verwendet werden.

Über Inhalte und Formulierungen in Arbeitszeugnissen wird oft gestritten. Es gibt viele arbeitsgerichtliche Entscheidungen dazu. Als letztes in dieser Reihe urteilte das Bundesarbeitsgericht im Dezember 2012 (11.12.2012, 9 AZR 227/11), dass Arbeitnehmer keinen Anspruch auf einen Schlusssatz im Arbeitszeugnis haben, in welchem sich der Arbeitgeber bedankt, sein Ausscheiden bedauert oder dem Arbeitnehmer alles Gute für die Zukunft wünscht. Details zu diesem Urteil kann man hier nachlesen [2].

Worauf Beschäftigte beim Arbeitszeugnis unbedingt achten sollten und was Arbeitgeber auf keinen Fall schreiben dürfen: Viele Fragen und Antworten zu diesem Thema sind soeben online auf betriebsrat.de erschienen.  Hier geht’s zum Artikel „Stets zur vollsten Zufriedenheit [3]

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