Passend zu einer Studie, die das IAB vor kurzem über die Hintergründe der Bedürftigkeit von „Hartz-IV-Aufstockern“ veröffentlicht hat, beschäftigt sich nun der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) mit Jugendlichen, die ebenfalls auf Hartz-IV zum Überleben angewiesen sind.

Die Zahlen: Im Jahr 2008 waren etwa 900.000 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 24 Jahren auf Leistungen des Arbeitslosengeld II angewiesen. Erstaunlich: Nicht mal ein Fünftel dieser Menschen war ohne Job. Ganz im Gegenteil ist die Jugendarbeitslosigkeit bis zuletzt sogar immer deutlicher zurückgegangen. Die absolute Mehrheit der Bedürftigen benötigt die staatliche Unterstützung dagegen, weil sie selbst oder ihre Eltern über zu wenig Einkommen verfügen.

Und dadurch sitzen sie bereits in jungen Jahren in der sog. Hartz-IV-Falle, denn nach Statistiken findet nur noch jeder dritte Jugendliche langfristig wieder aus dem Hilfebezug heraus. Wilhelm Adamy vom DGB: „Die Hilfsbedürftigkeit heranwachsender Jugendlicher, die im Hinterhof der Wohlstandsgesellschaft aufwachsen, wird bisher kaum thematisiert.“ Der Experte für Arbeitsmarktpolitik wirft der Bundesagentur für Arbeit vor, bei Jugendlichen vorrangig auf kurzfristige Instrumente wie Ein-Euro-Jobs zu setzen. Diese geben wenig Chancen auf dauerhafte Eingliederung, das Scheitern sei damit häufig vorprogrammiert.

Adamy fordert eine Verbesserung der praxisorientierten Qualifizierung. Denn „Armutskarrieren“ finden besonders häufig bei Jugendlichen ohne Schulabschluss statt: „Gefragt sind neue Formen von Arbeiten und Lernen, die auch schulmüden Jugendlichen Mut machen“.

Peter

DGB-Studie zum Armutsrisiko Jugendlicher (pdf-Datei)



Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 12. Februar 2009 um 18:34 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Arbeitsmarkt, Ausbildung, Hartz IV abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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