von Ines am 26.04.2019, 14:58 Uhr , Kategorie: Ausbildung, Urlaub
© byheaven – fotolia.com
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Bildungsurlaub ist eine besondere Form des Urlaubs, die der beruflichen oder politischen Weiterbildung dient. Da der Bund durch die Kulturhoheit der Länder keine Bildungshoheit hat, ist der Bildungsurlaub in den jeweiligen Landesgesetzen geregelt. Nahezu alle diese Landesgesetze gehen von einer bezahlten Freistellung von fünf Arbeitstagen pro Jahr aus. So z.B. das Berliner Bildungsurlaubsgesetz. In diesem Bundesland hat sich auch folgender Fall zugetragen, der dem Landesarbeitsgericht (LAG) Berlin-Brandenburg zur Entscheidung vorlag :

Ein Mitarbeiter stellte einen Antrag auf Bildungsurlaub bei seinem Arbeitgeber. Er wollte an dem fünftägigen Volkshochschulkurs „Yoga I – erfolgreich und entspannt im Beruf mit Yoga und Meditation“ teilnehmen und hierfür Bildungsurlaub in Anspruch nehmen. Zunächst nicht überraschend: Der Arbeitgeber lehnte ab. Yoga? Never!

Gegen diese Entscheidung klagte der Mitarbeiter. Das LAG Berlin-Brandenburg prüfte also die Voraussetzungen und urteilte dann, dass der Mitarbeiter sehr wohl ein Recht auf eine bezahlte Freistellung habe – auch für Yoga (Urteil vom 11.04.2019, Aktenzeichen 10 Sa 2076/18). Denn nach § 1 Berliner Bildungsurlaubsgesetz reicht es für den Freistellungsanspruch aus, dass eine Veranstaltung der politischen oder der beruflichen Weiterbildung dient. Der Begriff der beruflichen Weiterbildung darf laut LAG weit verstanden werden. Es sollen u. a. „Anpassungsfähigkeit und Selbstbehauptung von Arbeitnehmern in Zeiten des fortwährenden und sich beschleunigenden technischen und sozialen Wandels gefördert werden“. Danach erfüllt auch ein Yoga-Kurs mit geeignetem Konzept diese Voraussetzungen, so die Richter.

Ja, durch diese Entscheidung öffnen sich vielleicht für den ein oder anderen ganz neue Perspektiven.



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