von Peter am 08.02.2008, 13:23 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt, Ausbildung

Die aktuellen Januar-Zahlen des deutschen Arbeitsmarktes sind so gut wie lange nicht mehr. Die Nachrichtenagentur Reuters meldet, dass mittlerweile ein 15-Jahres-Tief erreicht sei. Arbeitsminister Olaf Scholz freut sich und spricht von einem robusten Aufwärtstrend.

Bei den jugendlichen Arbeitnehmern ist die Lage dagegen immer noch bescheiden. In 70% der sog. EU27-Regionen war die Jugenderwerbslosenquote mindestens doppelt so hoch wie die Gesamterwerbslosenquote. Klare Aussage: Junge Arbeitnehmer sind definitiv wesentlich häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als ältere.

Thomas Kieselbach von der Universiät Bremen erklärt in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung, dass Arbeitslosigkeit soziale Ausgrenzung begünstigen, depressive Erkrankungen hervorrufen und das Selbstwertgefühl zerstören kann. Wie fatal für die persönliche Entwicklung also, wenn einem das schon in jungen Jahren widerfährt.

Deutschland reagiert dreifach auf diese Situation:

Unter der Abkürzung EQJ verbirgt sich ein Programm mit dem Titel „Einstiegsqualifizierung für Jugendliche“: Jugendliche ohne Ausbildungsjob können 6-12 Monate lang ein vom Staat bezuschusstes Betriebspraktikum ableisten, mit bisher erstaunlichen Resultaten: Mehr als die Hälfte der bislang 32.500 Teilnehmer erhielt im Anschluss an das Praktikum einen Ausbildungsvertrag.

Seit Oktober 2007 erhalten Arbeitgeber, die Arbeitslose unter 25 Jahren einstellen, unter bestimmten Voraussetzungen einen Qualifizierungs- bzw. Eingliederungszuschuss. Dabei erstattet der Staat ein Jahr lang bis zu 50% des Lohns.

Neu im Programm ist der sog. Ausbildungsbonus, der ab Mitte 2008 zum Einsatz kommen soll: Jeder Betrieb, der zusätzliche Ausbildungsplätze für Jugendliche anbietet, die schon lange auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, soll einmalig zwischen 4.000 und 6.000 Euro vom Staat erhalten. Der Ausbildungsbonus steckt derzeit noch im Gesetzgebungsverfahren.

Zu diesem Thema gibt es auch eine Jugend-Studie des DGB mit dem Titel „Gute Arbeit“.

Peter



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