von Thomas am 12.01.2011, 14:14 Uhr , Kategorie: Ausbildung

Chancengleichheit in Sachen Bildung – in Deutschland ist dies leider keine Realität. Während Kinder von Akademikern zu knapp Dreivierteln die Universität besuchen, absolvieren nur gut 25% der Arbeiterkinder ein Studium.

An mangelnder Intelligenz liegt das nicht! Es gibt ganz andere Ursachen für diese Misere: Zum einen ist das soziale Umfeld von Arbeiterkindern nicht immer positiv gegenüber einem Studium eingestellt. Oft bekommen die Betroffenen Sachen zu hören wie „Warum studierst Du denn? Geh lieber Geld verdienen“ oder „Ich habe auch nicht studiert und aus mir ist trotzdem was geworden.“

Zudem ist Hilfe vom Staat kaum zu erwarten. In Deutschland gibt es vergleichsweise wenig Stipendien. Stattdessen wird genau das Gegenteil praktiziert, indem einige Bundesländer teure Studiengebühren kassieren. Dies hält viele nicht betuchte Schulabsolventen von einem Studium ab.

Die Initiative Arbeiterkind setzt sich vorbildlich für mehr Chancengleichheit in der Bildung ein, in dem sie zielgerichtet Kinder aus Arbeiterfamilien bei der Ergreifung eines Hochschulstudiums unterstützt.

Nach Expertenmeinung ist eine Förderung aber schon in frühen Kinderjahren wichtig, denn bereits in der Grundschule werden die Weichen für die spätere Ausbildung gestellt. Gerade bei der Bildung sollte unsere Gesellschaft investieren, denn diese ist unser größtes Kapital.

Wenn die Politiker dies begreifen, lässt sich vielleicht der nächste Fachkräftemangel vermeiden oder zumindest abschwächen.

Thomas



Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 12. Januar 2011 um 14:14 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Ausbildung abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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3 Comments »

  1. Das Phänomen zieht sich weiter durch die Karrieren: Arbeiter’kindern‘ werden nach einem Studienabschluss vom Umfeld Sätze wie „Nun hast Du ja Dein Diplom, jetzt klappt’s von alleine.“ in die berufliche Wiege gelegt, was sicherlich keine optimale Ausgangsvoraussetzung für eine Karriere darstellt.

    Kommentar von: JLloyd – am 12. Januar 2011 um 15:29

  2. Vor allem ergibt sich das Problem, wenn es sich nicht nur um „Arbeiterkinder“ sondern auch um die von Hartz-4 Empfängern handelt, die mit Beginn der Volljährigkeit bekanntermaßen zur Arbeitsaufnahme gezwungen werden:
    http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-schueler-werden-zur-ausbildung-gedraengt-1821.php

    Kommentar von: AndreB – am 14. Januar 2011 um 10:23

  3. […] Schwierigkeiten, die richtige Begründung für ein Stipendium geschickt genug zu formulieren. Der blog.betriebsrat.de weist darauf hin, das bereits bei der Studienentscheidung eine sehr starke soziale Differenzierung […]

    Pingback: Stipendium nicht nur für privilegierte Studenten » News und Tipps für Verbraucher – am 09. Juni 2011 um 08:21

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