Gerade geht es in den meisten Betrieben in die heiße Phase der Wahl. Nicht nur an der ifb-Wahlhotline, auch in unserem Forum reiht sich eine Frage an die nächste. U.a. diese: Was tun, wenn sich nicht genügend engagierte Kollegen finden, die bereit sind, sich als Betriebsratskandidat aufstellen zu lassen? Wie kann ein Betriebsratsgremium hier langfristig für eine starke Besetzung sorgen?

Eine Möglichkeit, den Nachwuchs zu sichern, bietet sich im Herbst. Alle zwei Jahre in der Zeit vom 1. Oktober bis 30. November finden die Wahlen zur Jugend- und Auszubildendenvertretung statt und 2014 ist es wieder soweit. Gibt es in Ihrem Betrieb fünf Arbeitnehmer, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben bzw. Azubis unter 25? Dann ist auch bei Ihnen eine JAV zu wählen (§ 60 BetrVG). Eine gute Chance für Sie. Denn für viele JAV-Mitglieder ist ihr Amt der Einstieg für eine spätere Betriebsratstätigkeit, in die sie dann schon viele wichtige Kompetenzen mitbringen.

Wie bei der Betriebsratswahl wird auch die JAV in geheimer und unmittelbarer Wahl gewählt (§ 63 Abs. 1 BetrVG) und ist zur Durchführung der Wahl zunächst ein Wahlvorstand zu bestellen. Dies ist grundsätzlich Aufgabe des Betriebsrats, die spätestens acht Wochen vor Ablauf der Amtszeit der JAV erfüllt werden muss ( § 63 Abs. 2 BetrVG). Jetzt gilt es also, Interessenten zu finden. Wichtige grundlegende Informationen zur JAV-Wahl finden Sie auf unserem Informationsportal betriebsrat.de . Fit gemacht für die dann anstehenden Aufgaben wird der Wahlvorstand auf unseren JAV-Wahlseminaren.

Bedenken, sich als junger Auszubildender oder jugendlicher Arbeitnehmer für die JAV als Kandidat zur Verfügung zu stellen, sollten niemanden hindern. Denn die Zugehörigkeit zur JAV darf keine Vor− oder Nachteile bringen. Das bedeutet vor allem, dass JAV-Mitglieder in ihrer beruflichen Entwicklung nicht benachteiligt werden dürfen. Insoweit gilt das Benachteiligungs- und Begünstigungsverbot gem. § 78 BetrVG. Weiterhin ist die JAV-Tätigkeit ehrenamtlich (§§ 65 Abs.1, 37 Abs.1 Satz 1BetrVG). Die für den Betriebsrat geltenden Bestimmungen bezüglich der Arbeitsbefreiung und des Ausgleichs für Amtstätigkeit, die aus betrieblichen Gründen außerhalb der Arbeitszeit zu erledigen ist, treffen auch für die JAV zu (§§ 65 Abs.1, 37 Abs. 2 und 3 BetrVG). D.h. ihre Mitglieder sind im Rahmen des § 37 Abs. 2 BetrVG von ihrer beruflichen Tätigkeit ohne Minderung des Arbeitsentgelts zu befreien, wenn und soweit es nach Umfang und Art des Betriebs zur ordnungsgemäßen Durchführung ihrer Aufgaben erforderlich ist.

Vor allem bietet die Arbeit als JAVler jedoch die Möglichkeit, den eigenen Horizont zu erweitern. Denn auch auf die Teilnahme an für die JAV-Arbeit gem. § 37 Abs. 6 BetrVG erforderlichen Schulungs- und Bildungsveranstaltungen besteht ein Anspruch. Hierbei kann der Arbeitgeber nicht auf Selbststudium oder eine Unterrichtung durch bereits geschulte JAV- oder Betriebsratsmitglieder verweisen.

Eine von vielen Weiterbildungsmöglichkeiten des ifb für die JAV findet vom 05. – 07. März 2014 in Köln statt: unsere ifb-Fachtagung – GO ON JAV 2014– Plätze sind heiß begehrt, die Warteliste ist bereits lang. Auf die Teilnehmer warten 6 lehrreiche Workshops. Das Große Thema, das sich durch all diese zieht: was jeder JAVler im Idealfall „MITbringen“  (oder natürlich im Laufe seiner Amtszeit lernen) sollte, um sein Amt gemeinsam mit anderen, redegewandt, mit Stil, öffentlichkeitswirksam, kompetent und gelassen auszuführen. Auch prominente Gäste sind mit dabei.

Vielleicht fragt sich der ein oder andere jugendliche Arbeitnehmer unter 18 bzw. Auszubildende unter 25 bei diesen Möglichkeiten: „Wäre das nicht auch etwas für mich?“. Ein Weg, das herauszufinden: auf der ifb.de nach Angeboten  für die JAV bzw. hier  auf unserm Informationsportal betriebsrat.de stöbern. Das ist die Chance, sich in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat für die besonderen Belange der jugendlichen Arbeitnehmer und Auszubildenden unter 25 einzusetzen und vielleicht später einmal als Betriebsrat zu kandidieren.

Also: motivieren Sie Ihre jungen Kollegen, sich einzusetzen. So sorgen Sie auch für starken Nachwuchs im Betriebsrat.

Bildquelle: © Alexander Raths – Fotolia.com



Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 26. Februar 2014 um 16:55 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Ausbildung, Betriebsrat, Betriebsratswahl, Jugend- und Auszubildendenvertretung abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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