von Peter am 17.02.2011, 09:19 Uhr , Kategorie: Ausbildung

JAV wird gerne als Abkürzung für die Jugend- und Auszubildendenvertretung verwendet. Im Arbeitsrecht Versierte wissen, worum es sich dabei handelt. Andere schauen bitte hier. Geht es um die Wählbarkeit zu einer solchen JAV, ist §  61 Abs. 2 BetrVG einschlägig. Dieser besagt: „Wählbar sind alle Arbeitnehmer des Betriebs, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben; […]„.

Franz-Josef Jasper ist 65 Jahre alt und zudem seit Januar pensioniert. Davor war er über zwei Jahrzehnte lang Chef des Arbeitsgerichts Bochum. Während andere nun mit der Frau oder sonstwem die Weltmeere unsicher machen, verfolgt der promovierte Jurist andere Pläne: Im März will er eine Ausbildung zum Tischler beginnen.

Wie die Zeitung „Der Westen“ berichtet, erhält der neue Azubi zukünftig 450 Euro Lohn im Monat. Weil er Abitur hat, wird die Lehrzeit um ein halbes Jahr verkürzt.  Nur: Warum das alles? Seine Erklärung: Seit Jahrzehnten sei die Schreinerei sein liebstes Hobby. Und jetzt „wolle er es nochmal wissen“. Einen Ausbildungsplatz nimmt er dabei übrigens niemandem weg: Stift Franz-Josef laufe „on top“ mit, so zumindest der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft.

Tja, mit einer Karriere in der JAV wird es wohl nichts, aber für den Betriebsrat, für den müsste es reichen. Und der würde sich die Hände reiben. Denn: Wer hat schon einen ehemaligen Arbeitsrichter im Gremium sitzen?

Peter



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1 Kommentar »

  1. […] Betriebsrats-Blog (der ohnehin nicht übel ist, alle Mandanten bitte weghören). […]

    Pingback: Ein Arbeitsrichter als Betriebsratsmitglied? | reuter-arbeitsrecht.de – am 17. Februar 2011 um 14:04

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