Unter Corporate Social Responsibilty (CSR) versteht man freiwillige Aktivitäten von Unternehmen, mit denen diese ausdrücken wollen, dass sie soziale und ökologische Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen. Einige ganz aktuelle Beispiele: Ein internationaler Automobilzulieferer schließt sog. Bildungspartnerschaften mit Grundschulen mit dem Ziel, bei Kindern mehr Interesse für die Naturwissenschaften zu fördern (Continental, weitere Infos hier). Oder: Ein großes Luftfahrtunternehmen transportiert Hilfsgüter kostenlos in Katastrophengebiete (Lufthansa Cargo und DHL Express, weitere Infos hier). Es gibt mittlerweile eine kaum mehr überschaubare Fülle an solchen Projekten (branchenbezogene Übersichten auf der Webseite von csrgermany.de).

Unternehmen als Wohlfahrtsverbände? Keineswegs! Die hauptsächliche Motivation für CSR ist einleuchtend: Studien belegen, dass solche Aktivitäten sich für Unternehmen positiv auszahlen: Das Firmenimage wird aufpoliert, Investoren werden gelockt. Und: Mehr und mehr Kunden achten verstärkt darauf, ob sich das Unternehmen bei dem sie einkaufen oder mit dem sie zusammenarbeiten wollen, CSR-mäßig engagiert.

Betriebsräte haben mit Corporate Social Responsibilty-Aktionen im Betrieb unmittelbar erst mal weniger zu schaffen. Eine Untersuchung, die im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung erfolgte, brachte mehr Licht in diesen Bereich. Arbeitnehmervertreter haben nur dann direkten Einfluss auf CSR-Aktivitäten, sofern die betriebliche Mitbestimmung berührt wird, wenn also beispielsweise Gleichstellungsfragen oder Themen des betrieblichen Umweltschutzes betroffen sind. Ansonsten sind Berührungspunkte von Betriebsräten mit CSR-Projekten sehr unterschiedlich: Befragungen ergaben, dass etliche Unternehmen ihren Betriebsrat regelmäßig informieren und von sich aus in die Aktivitäten miteinbinden. Andere dagegen machen dies überhaupt nicht, der Betriebsrat bleibt völlig außen vor. Oft wird CSR aber auch vom Betriebsrat selbst sehr kritisch gesehen. Es wird, häufig nicht zu Unrecht, unterstellt, dass es ausschließlich um die unternehmerische Selbstdarstellung geht. In diesen Fällen wird eine Beteiligung gar nicht gewollt sein.

Das ist der Trend: Verbraucher und Gesellschaft werden immer kritischer, weshalb die allgemeine Bedeutung von CSR-Projekten steigen wird. Bietet der Arbeitgeber dem Betriebsrat eine freiwillige Beteiligung und Einbindung an, dann sollte, trotz aller berechtigter Kritik über die Motive, die Chance genutzt und die angebotene Hand nicht einfach so ausgeschlagen werden. Denn nur so bieten sich Einflussmöglichkeiten, auf die ansonsten völlig unnötig verzichtet werden würde. CSR ist somit für den Betriebsrat mehr als echte Chance zu sehen.

Mehr Infos und weiterführende Links gibt es im Böcklerimpuls bei der Hans-Böckler-Stiftung



Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 27. April 2011 um 11:43 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Betriebsrat abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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