VapianoViele finden das meeega: Die Bestellung wird bei der Restaurantkette Vapiano am Counter aufgegeben und wenn das in die Hand gedrückte Gerät zum Brummen beginnt, ganz schnell zur Essensausgabe laufen, hinten anstellen und Pizza oder Pasta selbst abholen (und natürlich  selbst zum Tisch tragen!). Ganz neue Serviceidee. Und noch dazu Personal sparend. Lecker soll es zudem sein.

Nun gut, über Geschmack lässt sich bekannterweise (nicht) streiten, aber eins vorweg: Mögen tu‘ ich sowas nicht. Was aber nix macht, weil meine Ansichten meist harmlos und zumindest global unbedeutend sind. Der Stern dagegen ist da gnadenloser und nennt Vapiano eine pseudomediterrane Sättigungsfabrik. Sogar von der „Pastavorhölle“ ist die Rede.

Den Umsätzen der Gastro-Kette tut das bis jetzt keinen Abbruch, denn die wachsen und wachsen. Ähnlich verhält es sich leider auch mit der Kritik am Unternehmen: die steigt ebenfalls. Dabei geht es vor allem um den Umgang mit den Mitarbeitern.

Steigende Umsätze beim Gastro-Unternehmen Vapiano, aber auch fragwürdiger Umgang mit Mitarbeitern: Die Rede ist von Arbeitszeitbetrug.

Der Zeitung Welt am Sonntag liegen sechs eidesstattliche Versicherungen ehemaliger Mitarbeiter vor, wonach Restaurant- und Schichtleiter Stempelzeiten zulasten der auf Stundenlohnbasis angestellten Mitarbeiter manipuliert haben sollen. Weiter wird berichtet, dasss neue Vorgesetzte gleich am ersten Arbeitstag vom Bereichsleiter zur Seite genommen werden, um erklärt zu bekommen, wie die Stempelzeiten der Mitarbeiter „angepasst“ werden können. Die Vorwürfe sollen strafrechtliche Relevanz haben.

Wenn das stimmt, wäre das Arbeitszeitbetrug!

Das Unternehmen bemüht sich gerade, den Vorwürfen entgegenzusteuern. Man habe eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit der Aufklärung der Vorwürfe beauftragt, da man solches Verhalten natürlich nicht dulde. Wenn es denn überhaupt stimme. Das sagt Vapiano-Chef Gregor Gerlach.

Betriebsräte duldet man aber scheinbar auch nicht so richtig: Die gibt es nämlich in den Filialen der Gastro-Kette so gut wie nie. Klar: Die Mitarbeiter würden das gar nicht wollen, so eine beliebte Antwort, die in dieser Situation oft kommt.

Fakt ist aber: Es gibt im Betrieb keine bessere Einrichtung als den Betriebsrat, um Arbeitszeitbetrug zu verhindern und diesem aktiv vorzubeugen.

Es ist schön und gut, wenn Wirtschaftsprüfer nun die Vorwürfe überprüfen. Die strafrechtliche Seite des Ganzen wäre sowieso Sache der Staatsanwaltschaft.

Dem Unternehmen ist, nicht zuletzt was das Image angeht, dringend zu raten, die Bildung von Betriebsräten aktiv zu unterstützen. Was aber tut man tatsächlich: Eine sechsstellige Summe in ein neues Zeitabrechnungssystem investieren. Da scheint noch nicht so viel oben angekommen zu sein.

Quelle: Welt/NWZ/Stern – Bildquelle: © code6d – iStock

 

 



Dieser Beitrag wurde am Freitag, 17. Juli 2015 um 13:44 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Arbeitszeit, Betriebsrat abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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