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Erfahrungsbericht aus der Corona-Quarantäne

Betriebsrat Salvatore Iavarone im Interview

Foto: Pixabay

Die Idee mit dem Skifahren kam ganz spontan auf. Betriebsrat Salvatore Iavarone aus Krefeld schloss sich zwei Freunden an und reiste Anfang März zum Kurzurlaub nach Ischgl. Auf dem Rückweg hatten alle drei das Corona-Virus im Gepäck. Inzwischen ist Salvatore zum Glück auf dem Weg der Besserung – aber noch immer in Quarantäne.

Salvatore, Du hast Dich im Skiurlaub mit Covid-19 infiziert. Wie geht’s Dir heute?

Ich bin immer noch angeschlagen, und ich darf immer noch nicht raus aus meiner Wohnung. Aber zum Glück geht es mir inzwischen viel besser.

Wie hat es angefangen; woran hast Du gemerkt, dass etwas nicht stimmt?

Das war auf dem Rückweg aus Ischgl. Wir sind Anfang März dort gewesen, da war noch nicht bekannt, dass es dort eine Corona-Hochburg gab. Sonst wären wir natürlich gar nicht erst hingefahren. Bei mir fing es dann mit Halsschmerzen an. Da denkt man sich erstmal nix dabei, wir waren ja alle platt nach dem Skifahren. Die Info, dass wir infiziert sein könnten, hat uns eiskalt erwischt.

Ihr habt sehr umsichtig reagiert und sofort jeden Kontakt vermieden. Wie ist euch das gelungen?

Wir saßen im Auto, als der Anruf kam. Bekannte aus dem Skiurlaub, die früher abgereist waren, hatten die Diagnose bekommen und uns umgehend informiert. Insgesamt waren etwa 20 Personen betroffen. Es war ein ganz schöner Schock. Wir hatten natürlich 1.000 Fragen: Wie geht es jetzt weiter, was müssen wir tun? Wir haben uns dann am Ende entschieden, alle erstmal zu mir zu fahren.

Und wie ging es weiter?

Ein Hausarzt hat uns die Tests in den Briefkasten gelegt. Was mich sehr überrascht hat: Es war erstmal sehr schwierig, Hilfe und Antworten zu bekommen. Laut Medienberichten sollten ja die Regelungen zur Quarantäne reibungslos ablaufen. Ob Gesundheitsamt oder Hausärzte, wir fühlten uns erstmal ziemlich auf uns allein gestellt und mussten unseren Tests hinterherlaufen, auch dem Ergebnis! Wenn wir nicht so hartnäckig geblieben wären, hätten wir das Virus weitertragen können. Inzwischen gibt es hier in Krefeld zum Glück ein Diagnosezentrum als zentrale Anlaufstelle.

Stichwort Quarantäne: Was ist Dein Fazit nach knapp zwei Wochen „Wohnungshaft“?

Zum Glück bin ich gut vernetzt und hatte viele Hilfsangebote von Freunden und Bekannten. Dieser Zusammenhalt ist ein super Gefühl und wahrscheinlich das wirklich Positive in einer solchen Krise. Ansonsten freue ich mich jetzt, wo es mir besser geht, riesig auf die ersten Schritte draußen. Mal sehen, wann es soweit ist. Uns hat sehr geholfen, dass wir einen kühlen Kopf bewahrt haben. Das ist wahrscheinlich das Wichtigste für alle im Moment!

Einen kühlen Kopf zu bewahren, das ist wahrscheinlich das Wichtigste für alle im Moment!

Foto: Iavarone

Salvatore Iavarone ist Betriebsrat in Krefeld. Der 42-jährige ehemalige Handballer der Adler Königshof-Mannschaft trainiert privat die Landesliga-Damenmannschaft bei Bayer Uerdingen und ist Schiedsrichter beim Handballverband. Dort hat er sich natürlich sofort vorsorglich abgemeldet, schon bevor das Ergebnis des Tests kam. Das Virus hatte bei ihm hohes Fieber, Halsschmerzen und Kreislaufprobleme zur Folge, außerdem konnte er nicht mehr schmecken und riechen. Inzwischen geht es ihm wieder deutlich besser.