von Peter am 17.08.2011, 11:03 Uhr , Kategorie: Betriebsrat

Dieses Verfahren erregte große Aufmerksamkeit: Das schwedische Modeunternehmen H&M beantragte beim Arbeitsgericht die Auflösung des Betriebsrats seiner Filiale in Berlin-Friedrichstraße. Der Grund: Grober Verstoß der Mitarbeitervertretung gegen gesetzliche Pflichten. Hintergrund: Der Betriebsrat verweigerte mehrfach die Zustimmung zur wöchentlichen Personalplanung, zuletzt allein drei Mal im Juni.

Das Verfahren ist nun vom Tisch, der Konzern nahm in der Verhandlung den Antrag zurück. Wohl nicht ganz freiwillig: Es handelte vielmehr sich um einen Vorschlag des Vorsitzenden Richters, nachdem 90 Minuten lang über den Sachverhalt disktutiert wurde (mehr dazu hier, noch detaillierter hier). In solchen Fällen wird einem dann als Prozessbeteiligter manchmal auch durch die Blume vom Gericht die Aussichtslosigkeit des Vorhabens klar gemacht.

Viel Aufregung und erst mal Entwarnung bei den Betriebsräten von H&M in Berlin. Dennoch werden sie auch zukünftig Durchhaltevermögen beweisen müssen. Denn dass sich die Einstellung eiens Unternehmens zur betrieblichen Mitbestimmung  über Nacht ändert, soll zwar schon vorgekommen sein, passiert dann aber doch eher relativ selten. Für H&M bleibt eine Menge schlechter Presse. Vielleicht werden ja auch hier in Zukunft mehr und mehr Kunden mit den Füßen abstimmen. Langfristig wird sich das keine Firma leisten können!

Peter



Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 17. August 2011 um 11:03 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Betriebsrat abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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1 Kommentar »

  1. Also ich bin seit 20 Jahren VZ-Mitarbeiter bei H&.Ich habe schon in Dutzenden von Filialen in Berlin und Hamburg gearbeitet. Ich muss sagen es nervt mich langsam,dass H&M immer als schlechter Arbeitgeber hingestellt wird. Ich arbeite ja schon ziemlich lange bei H&M und finde das ich keinen besseren Arbeitgeber haben könnte. Ich wurde immer gut behandelt.Auch in den Filialen wo ich war herrschte immer ein gutes Arbeitsklima.
    Es gibt sicher auch schwarze Schafe unter den Filialleitern, aber interessanterweise thematisiert keiner die schwarzen Schafe unter den Betriebsratsmitgliedern. In meiner Filiale sind die meisten BR-Mitglieder fast immer Krank, wenn sie keine Sitzung haben. Montag bis Mittwoch ist Sitzung, eine volle Schicht(keine Ahnung was die fünf den ganzen Tag machen), den Rest der Wocheg ist man krank. Überwiegend natürlich in der Spätschicht.
    Keine Ahnung wieso es in Berlin diese Schwierigkeiten gab, aber ich finde es gehören immer zwei Parteien zu einem Konflikt.
    Wahrscheinlich wird dieser Beitrag sowieso gleich wieder gelöscht,aber ich hoffe wenigstens einige zu erreichen.

    Kommentar von: Rotkäpchen – am 17. August 2011 um 18:38

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