Der „Trendreport Betriebsratswahlen 2014“ wird am 21.10.2014 von der Hans-Böckler-Stiftung auf einer Veranstaltung näher vorgestellt. Diese Analyse überprüft alle vier Jahre anhand der jüngsten BR-Wahlen das, so schreiben die Wahlforscher, „institutionelle Fundament der betrieblichen Mitbestimmung“ und beleuchtet den Wandel der Betriebsratsgremien über mehrere Wahlperioden hinweg. Dabei kommen immer wieder interessante Fakten heraus. Das ist nicht zuletzt für die Weiterentwicklung der betrieblichen Mitbestimmung wichtig.

2014 begleitete ein Forscherteam der Universität Marburg bundesweit die BR-Wahlen. Auf der Grundlage der Daten aus 15.000 deutschen Betrieben entstand der neue Trendreport. Ein Zwischenbericht liegt nun der Süddeutschen Zeitung vor. Diese leakte daraus erste Fakten. [Nachtrag: Mittlerweile ist der Zwischenbericht auch online abrufbar]

Betriebsratsvorsitzende sind zu alt und zu männlich – so die aussagekräftige Zusammenfassung! Gerade jüngere Leserinnen, die aktuell den BR-Vorsitz inne haben, werden sich da nun weniger angesprochen fühlen, aber dennoch: 70 Prozent der BRV’s sind Männer und Nachwuchs ist nicht in Sicht.

Der Frauenanteil, der seit Einführung der Minderheitengeschlechterquote 2001 gestiegen ist, scheint mit 30 Prozent mittlerweile an seine tatsächlichen Grenzen gestoßen zu sein. Bei Betriebsräten im Einflussbereich der IG Metall konnte die Frauenquote lediglich zu 74 Prozent erfüllt werden.

In den Gremien werden die Unter-45-Jährigen immer weniger. Lag ihr Anteil vor 4 Jahren noch bei 38 Prozent, sind es jetzt nur noch knapp über 31 Prozent. Tendenz: Sinkend. Der Grund: Beschäftigte wählen gerne Betriebsräte, die schon länger im Amt sind und Erfahrung aufweisen können. Leider ist dies auch Grundlage für eine allgemein beginnende Überalterung. Junge sind immer weniger in Sicht, denn: Mehr und mehr Beschäftigte verfügen lediglich über befristete Verträge und da scheinen sich viele nicht für vier Jahre festlegen zu wollen oder zu können. Auch Karriereängste sind ein Thema. Und dann halt auch noch die Demografie: Jüngere werden weniger!

Somit wird Nachwuchsarbeit und der Aufbau neuer jüngerer Kollegen in den Gremien zu einer immer wichtigeren Aufgabe für amtierende Betriebsräte.

Bildquelle: © Monkey Business – fotolia.com



Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 25. September 2014 um 15:06 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Betriebsrat abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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