Die Wahlbeteiligung war bei Betriebsratswahlen schon immer auf hohem Niveau. Bei den Wahlen im vergangenen Jahr 2010 ist sie erneut leicht gestiegen: Ganze 81,0 Prozent gingen an die Urnen, ein halbes Prozent mehr als vor vier Jahren. Zum Vergleich: Bei den Bundestagswahlen 2009 gaben nur 72 Prozent ihre Stimme ab. Im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung wurde nun der sog. „Trendreport Betriebsratswahlen 2010“ erstellt (Zwischenbericht vom Juli 2010 als pdf-Datei herunterladen, ca. 64 kb). Dieser wertet die Daten aus rund 30.000 deutschen Betrieben aus, in denen gewählt wurde.

DGB-Vorstand Dietmar Hexel bringt die hohe Wahlbeteiligung auf den Punkt: Die Beschäftigten würden zeigen, mit wieviel Nachdruck sie ihre betriebliche Interessenvertretung unterstützen. Dabei lassen sich aus dem Report interessante Trends ablesen:

  • die Wahlbeteiligung ist langfristig am Ansteigen
  • Großbetriebe sind die Gewinner, sie holen enorm auf: zwar ist die Wahlbeteiligung hier immer noch am niedrigsten, aber bereits um satte 10 Prozent höher als noch vor vier Jahren
  • Gremien verkleinern sich langfristig: so sank die Durchschnittsgröße in den letzten acht Jahren von 7,4 auf 7,0 Mitglieder
  • Freistellungen steigen an: Seit 2010 sind 6,1 Prozent aller Betriebsräte freigestellt (2002: 5,7 Prozent)
  • Frauenanteil steigt ebenfalls: mittlerweile erfüllen bereits 80 Prozent der Betriebe die Anforderungen des Wahlrechts, die Geschlechterquote („Quorum“) zu berücksichtigen
  • Immer weniger Betriebsräte scheinen gewerkschaftlich organisiert zu sein: Der Organisationsgrad sank von 75 auf 72,7 Prozent

Bemerkenswert: Je niedriger die Beschäftigtenzahl, desto höher die Wahlbeteiligung! In Betrieben mit bis zu 20 Beschäftigten lag sie bei 91 Prozent, in Betrieben mit über 1.000 Beschäftigten bei knapp über 77.

Beschäftigte die in Unternehmen arbeiten, in denen ein Betriebsrat installiert ist, nehmen diesen auch sehr gut an. Eine anhaltend hohe Wahlbeteiligung spricht hier deutlich Bände. Bleibt der Wermutstropfen, dass es nach wie vor in nicht einmal der Hälfte der deutschen Betriebe überhaupt eine Mitarbeitervertretung gibt: Im Westen liegt die Quote derzeit bei 45 Prozent, im Osten bei 37 Prozent.

Ausführliche Meldung bei der Hans-Böckler-Stiftung

Peter



Dieser Beitrag wurde am Montag, 20. Juni 2011 um 09:37 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Betriebsratswahl abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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