von Peter am 13.08.2010, 10:54 Uhr , Kategorie: Betriebsratswahl

Die Einzelhandelskette Media Markt verfügt derzeit über mehr als 200 Niederlassungen in Deutschland, von denen bisher jedoch nur eine einzige nach Angaben der Gewerkschaft ver.di über eine Mitarbeitervertretung verfügt. Dabei handelt es sich um die Filiale im oberbayerischen Rosenheim. Ende Juni 2010 sollten nun auch im Media Markt München Euro-Industriepark erstmals Wahlen stattfinden. Dazu kam es jedoch nicht, wie das TV-Magazin „Abendschau“ des Bayerischen Rundfunks berichtet. Bislang habe es immer nur einige Anzeichen gegeben, dass Betriebsräte bei Media Markt nicht erwünscht seien. Ein mittlerweile nicht mehr beim Unternehmen beschäftigter Verkäufer behauptet, dass ihm im Vorfeld der anstehenden BR-Wahl von Chefebene aus ganz klar gesagt worden sei, dass man keinen Betriebsrat haben wolle („ein BR ist schädlich – das seien alles faule Leute – die legen den Betrieb lahm“). Kurz vor der Wahlversammlung habe es eine Art Geheimtreffen gegeben. Hier wurde Mitarbeitern aber auch Führungskräften von einem unbekannten Dritten erklärt, wie man die Wahlversammlung so nachhaltig stören könne, dass die Wahl nicht mehr durchführbar sei. Im Filmbeitrag kommt Dirk Nagel von ver.di zu Wort, der die Wahlversammlung geleitet hat und erklärt, dies seien die heftigsten 2,5 Stunden gewesen, die er bei so etwas bislang erlebt habe.

Ergebnis: Die Wahl kam letztlich nicht zustande, ver.di stellte Strafantrag gegen das Unternehmen wegen Behinderung von Betriebsratswahlen, wohingegen Media Markt alle Vorwürfe bestreitet. Aber wer würde so etwas schon einräumen? Mal schauen, was vor Gericht herauskommen wird.

Zum Filmbericht bei der Abendschau

Peter



Dieser Beitrag wurde am Freitag, 13. August 2010 um 10:54 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Betriebsratswahl abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

«  –  »

5 Comments »

  1. […] #4 | Mag Media Markt keine Betriebsräte? Kategorie: Arbeitsrecht Tags: Betriebsverfassungsrecht, Betriebsrat […]

    Pingback: Lesestoff (23) | Rechtler – am 15. August 2010 um 23:03

  2. Es ist in der Branche bekannt, das es einer Eigenkündigung gleichkommt, das B-Wort in einem Media-Markt zu erwähnen. Den Mitarbeitern wird signalisiert, wenn du den Gedanken hast einen Betriebsrat zu gründen, wirst du in diesem Unternehmen keine Kariere machen. Die sogenannten Führungskräfte, die sich vor den Karren der Geschäftsleitung spannen lassen, haben nicht begriffen, das ein Betriebsrat auch ihre Interessen vertreten würde.
    Die Mitarbeiter die mithelfen, die Betriebsratswahl zu verhindern, werden spätestens bei ihrer Kündigung (die kommt immer irgendwann) das fehlen eines Betriebsrats bedauern.

    Kommentar von: Helmut Pankerl – am 07. September 2010 um 22:36

  3. Es wird immer erforderlicher in jeden Media Markt einen Betriebsrat einzuführen.Die Bedingungen für Arbeitnehmer werden immer härter.In einigen Märkten werden keine freien Samstage mehr zu gelassen, Pausen werden einfach in einigen Abteilungen gekürzt.Mitarbeiter werden Systematisch mit Abmahnungen bombadiert, damit man sich kostengünstig von ihnen trennen kann.So wie es bei mir der Fall ist.Trotz oder wegen langjähriger Betriebszugehörigkeit.Ich möchte das meine Kolegen und Koleginnen wieder ihre Rechte bekommen und werde mich dafür einsetzen.
    Annemie Nehrkorn

    Kommentar von: annemie.nehrkorn – am 09. Februar 2011 um 14:52

  4. […] Mitarbeitervertretung verfügt. Dabei handelt es sich um die Filiale im oberbayerischen Rosenheim. Ende Juni 2010 sollten nun auch im Media Markt München Euro-Industriepark erstmals Wahlen stattfind…. Ähnliche Beiträge:Wir sind doch nicht blöd: Media-Markt und BetriebsräteLinks #21Links […]

    Pingback: Links #36 | Arbeitskreis Gewerkschafter/innen Aachen – am 16. Februar 2011 um 10:06

  5. Das war im Media Markt Bielefeld genauso !
    Es wurden Führungskräfte unter Druck gesetzt und „Quertreiber“ gemobbt als der Wunsch nach einen BR aufkam. Die Geschäftsführung und der Verkaufsleiter haben Mitarbeiter eingeschüchtert und teilweise mit unbegründeten Vorwürfen abgemahnt und in Abteilungen versetzt , die nicht Fachbezogen waren. Das Betriebklima ist seit dem sehr schlecht und die Mitarbeiter wechseln deutlich häufiger als in der Branche üblich. Es wurden jetzt Personen u.a. der Verkaufsleiter in einen Betriebsrat gewählt , welche vorher definitiv dagegen waren. Diese Personen lassen das Amt nun ruhen und haben so das Problem im Sinne der Geschäftsführung gelöst.

    Kommentar von: Chris – am 05. Februar 2016 um 08:52

Leave a comment