Manche Arbeitgeber haben anscheinend noch immer nicht registriert, dass das Ständesystem samt Leibeigenschaft in Deutschland seit Jahrhunderten nicht mehr existent ist. Anders ist der Fall, den ver.di München veröffentlicht hat, nicht erklärbar:

In der Nähe von Freising (Oberbayern) haben Beschäftigte versucht eine Betriebsratswahl einzuleiten. Das war dem Arbeitgeber ein Dorn im Auge. Er kündigte deshalb einem der Initiatoren der BR-Wahl. Die Kündigung begründete er fadenscheinig mit angeblich „rückläufigen Umsätzen“. Merkwürdig ist nur, dass die Kündigung genau an dem Tag ausgehändigt wurde, an dem der betroffene Arbeitnehmer die Einladung zur Wahlversammlung an seine Kollegen verteilt hat. Zudem hat der Arbeitgeber unzulässigerweise versucht die Initiatoren der BR-Wahl einzuschüchtern und beschimpfte sie in übler Weise als „Hackfressen“.

Schlimm, dass einige Arbeitgeber das Betriebsverfassungsgesetz mit Füßen treten – und noch schlimmer, dass sie mit übelsten Tricks versuchen ihre Mitarbeiter einzuschüchtern. Gegen die Kündigung werden laut Pressemitteilung alle rechtlichen Schritte eingelegt. Bleibt zu hoffen, dass das Arbeitsgericht den Arbeitgeber schnellstmöglich in seine Schranken weist.

Thomas



Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 15. April 2010 um 07:50 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Betriebsratswahl, Kündigungsschutz abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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1 Kommentar »

  1. Den Begriff „Hackfresse“ las ich hier zum ersten mal. Der zweite Bestandteil läßt einen gewissen pejorativen Sinn erahnen. Sollte man unter „Wikipedia“ einmal einen Eintrag dazu beginnen, damit das auch jemand außerhalb Bayerns versteht (Etymologie, Bedeutung, Synonyma, …)? – Was sagt den Dornseiff zu dem Begriff, in welche Kategorie ordnet er ihn ein – oder ist das eine Neuschöpfung?

    Diese Frage wird natürlich auch bei einer juristischen Frage eine Rolle spielen: ab einer gewissen Tiefe werden im Bergbau andere Sprachmaßstäbe angelegt… Vielleicht gilt das Gleiche auch nach oben, ab einer gewissen Höhe über Normal-Null?

    Kommentar von: Adalbert Hanßen – am 03. Mai 2010 um 09:51

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