Peer Steinbrück (SPD) setzt in seinem Wahlkampf auf das Thema Pflege und will diese umfassend reformieren. Dies berichtet unter anderem die Süddeutsche Zeitung.  Dafür sollen 125 000 Arbeitsplätze geschaffen werden, die dafür sorgen, die erheblichen Defizite in der Branche auszugleichen. Immerhin gibt es 2,5 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland – Tendenz aufgrund einer überalterten Gesellschaft rapide steigend. „Wir brauchen mehr Pflegepersonal, weil die Pflegebedürftigen mehr Zeit für Zuwendung brauchen“, so Steinbrück. Zu der Reform gehört auch der Plan, dass der Pflegeberuf insgesamt attraktiver wird, etwa durch bessere Bezahlung und geregelte Arbeitszeiten. Dass es immer weniger Fachkräfte  in der Branche gibt, hat sicher nicht wenig damit zu tun.

Darüber hinaus sollen ältere Menschen laut Steinbrück die Chance haben, so lange es geht in ihrem vertrauten Zuhause bleiben zu können – etwa durch altersgerechtere Wohnungen und mehr Betreuung vor Ort. Das sei bisher vernachlässigt worden und gehöre nun korrigiert.

Hier trifft Steinbrück wohl bei Vielen einen wunden Punkt. Denn wer wünscht sich das nicht: Umfängliche und liebevolle Pflege daheim, wo man sich wohl und sicher fühlt. Und: Selbst wenn das nicht mehr möglich ist, sind auch im Pflegeheim ausreichend Menschen, die schauen, dass es mir gut geht. Ein Märchen von Peerchen? Hoffentlich nicht. Hier werden Hoffnungen geweckt die, man mag fast schon sagen, Urängste betreffen. Denn die Horrorgeschichten, die wir von den Zuständen in manchen Heimen zur Genüge hören, lösen wohl bei allen von uns mehr als Unbehagen aus. In unserer Gesellschaft, wo viele Wähler ein Alter erreicht haben, in dem sich die Frage nach der Pflege aktuell stellt oder bald stellen kann, wird Steinbrück eine große Zielgruppe ansprechen, die er nicht enttäuschen darf.

Bildquelle: © burnhead – Fotolia.com



Dieser Beitrag wurde am Montag, 26. August 2013 um 13:56 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Bundestagswahl 2013 abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

«  –  »

Keine Kommentare »

No comments yet.

Leave a comment