von Ines am 29.06.2017, 16:18 Uhr , Kategorie: Allgemein

Junger Mann mit Anzug posiert mit PistoleSollten Sie jemals in Erwägung gezogen haben, sich in „James Bond“ umzubenennen, wird das nach diesem Gerichtsurteil (Verwaltungsgericht Koblenz, Urteil vom 9. Mai 2017, 1 K 616/16.KO) sicher nicht einfacher. Doch was genau steckt hinter dieser Geschichte?

Ein Mann beantragte bei seiner zuständigen Gemeinde unter Vorlage ärztlicher Stellungnahmen eine Namensänderung. Er wollte James Bond heißen, wäre allerdings auch aus einer Kombination dieses Namens mit seinem Vornamen einverstanden gewesen. Als Begründung für seine Entscheidung gab der Möchtegern-Geheimagent familiäre Probleme an. Insbesondere die Familie seines Onkels hätte ihn durch verschiedene Beleidigungen gequält und mehrere Strafanzeigen gegen ihn eingereicht. Das Führen seines aktuellen Namens belaste ihn inzwischen in unerträglicher Art und Weise. Ein neuer Name sei für ihn die Chance, sein Leben neu zu ordnen und noch einmal ganz von vorne anzufangen.

Die Gemeinde lehnte die Namensänderung ab. Der Mann erhob daraufhin Klage beim Gericht. Ohne Erfolg! Eine Änderung des Vor- und Familiennamens in James Bond sei, so die Verwaltungsrichter, nicht wegen familiärer Probleme gerechtfertigt. Selbst, wenn der Onkel und dessen Familie den Kläger beleidigten und ihn mit Strafanzeigen überzögen, sei nicht nachvollziehbar dargelegt, dass diese Konflikte mit einem anderen Namen beigelegt werden könnten. Zudem handele es sich bei James Bond um einen Namen aus Film und Literatur. Auch in Kombination mit dem Vornamen des Betroffenen würde dieser Namen stets mit der von Ian Fleming erfundenen Figur des britischen Geheimagenten in Verbindung gebracht. Angesichts dessen konnte die Namenänderung unabhängig davon, ob eine solche hier aus medizinischer Sicht indiziert wäre, nicht gewährt werden.

Tja, Pech gehabt. Aber, ob der Mann mit dieser Namensänderung wirklich glücklicher geworden wäre …?

Bildquelle: @ Alexander Santander – adobe stock

von Anna am 07.03.2017, 16:23 Uhr , Kategorie: Allgemein

Piratenpartei TransparentDer Verkauf von Opel durch die Mutter GM an den französischen Autobauer Peugeot soll raus aus den roten Zahlen führen. Beim anstehenden Sparkurs sind nun die Arbeitnehmervertreter gefragt.

Es ist beschlossene Sache: Peugeot kauft Opel. Gemeinsam sollen beide der zweitgrößte Autohersteller Europas werden. Mehr als 17 Prozent Marktanteil – das kann daneben nur Volkswagen von sich behaupten.

Das Ziel: Große Einspareffekte (von 1,7 Milliarden Euro pro Jahr), mutet sehr vernünftig an. Ohne Gewinne kann ein Unternehmen langfristig nicht bestehen. Wer weiß, ob nicht GM eines Tages die Schotten einfach ganz dicht gemacht hätte? Der Verkauf birgt also durchaus Chancen für Opel: Neuer Eigentümer, frischer Wind, gewinnbringende Innovationen.

Doch was steht den 38 000 Opel-Mitarbeitern bevor? Einschnitte scheinen unausweichlich. Denn des Arbeitgebers liebstes Einsparpotenzial ist leider das Personal. Zunächst sollen zumindest die Arbeitsplätze in Deutschland bis 2018 sicher sein. 2018…WOW! Was danach genau geplant ist, ist noch unklar. Eine Zerreiß-Probe für die Angestellten und eine verantwortungsvolle Aufgabe für die Arbeitnehmervertreter. Hier steht kein leichter Weg bevor, um die die anstehenden Veränderungen möglichst „sozialverträglich“ auf den Weg zu bringen und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.

© Harlekin-Graphics, fotolia.com

Programmierer am ComputerEdward Snowden ist wahrscheinlich der wichtigste Whistleblower aller Zeiten. Der ehemalige Mitarbeiter eines amerikanischen Geheimdienstes löste mit seinen Enthüllungen international politische Erdbeben aus. Nur durch ihn wurde bekannt, dass die USA das Mobiltelefon von Bundeskanzlerin Angela Merkel abhören ließ. Und das war nur die Spitze des Eisbergs. Whistleblower sind meist mutige Menschen, die durch ihr Tun ihre berufliche Karriere, in extremen Fällen auch ihr Leben aufs Spiel setzen.

Das ist die eine Seite. Denn als Whistleblower hat man nicht nur die Rache desjenigen zu fürchten, der durch die Enthüllungen Nachteile erleidet. Auch der Rechtsstaat zeigt sich aufgrund der Gesetzeslage regelmäßig unerbittlich und setzt Strafverfolgungsmaßnahmen ein. Mut macht das nicht.

Die Justizminister der deutschen Bundesländer wollen rechtliche Änderungen im Sinne der Whistleblower anstoßen. Auf der Tagesordnung ihrer Konferenz, die Mitte November stattfindet, steht dazu ein Beschlussvorschlag. In diesem wird die Bundesregierung aufgefordert, für ein angemessenes Schutzniveau auf nationaler, aber auch internationaler Ebene zu sorgen. Dabei stehe der rechtliche Schutz vor strafrechtlicher Verfolgung im Mittelpunkt.

In anderen Ländern erhalten Hinweisgeber, so heißen Whistleblower übersetzt, finanzielle Belohnungen. Bradley Birkenfeld etwa hatte Steuerbehörden in den USA vertrauliche Unterlagen seines Arbeitgebers zukommen lassen. Mit dieser Hilfe konnte Banken nachgewiesen werden, dass und wie sie US-Bürgern bei Steuerhinterziehung systematisch behilflich waren. Die US-Regierung zahlte ihm dafür die astronomische Summe von 104 Millionen US-Dollar.

Kollege Birkenfeld machte kürzlich einen anderen Vorschlag, den er dem deutschen SZ-Magazin verriet: Wer als Arbeitnehmer nachweislich Unrecht aufdeckt, sollte mindestens zehn Jahre lang sein Gehalt weiterbezahlt bekommen – und zwar von seinem alten Arbeitgeber.

Davon sind wir weit entfernt. Hierzulande muss man zusehen, dass man für seinen Mut nicht ins Gefängnis wandert. Edward Snowden ist in der Bundesregierung nicht besonders angesehen. Käme er heute nach Deutschland, würde er wahrscheinlich sofort in die USA ausgeliefert. Dazu gibt es unmißverständliche Äußerungen. Angesichts einer solchen Einstellung macht das nicht gerade viel Hoffnung, dass sich durch die Aktion der Justizminister im Sinne des Whistleblowings nachhaltig etwas verbessern wird.

Bildquelle: @ DragonImages – fotolia.com (Motivbild)

von Peter am 08.09.2016, 17:15 Uhr , Kategorie: Allgemein, Union Busting

Verkehrsschild MitbestimmungMitbestimmung ohne Betriebsrat – geht das? Oh ja, glaubt man Manfred Zollner aus Zandt in der Oberpfalz. Der 76jährige ist Firmengründer der Zollner Elektronik AG und ein echtes bayerisches Urgestein. 1965 eröffnete er in der strukturschwachen Region östlich von Regensburg ein kleines Elektrofachgeschäft. Daraus entwickelte sich bis heute eine Firmengruppe mit aktuell 10.000 Mitarbeitern weltweit. Eine unternehmerische Leistung, die beeindruckt.

Ähnlich beeindruckend ist es, leider auf ganz andere Art, wenn sich Manfred Zollner hinstellt und in sicher tiefstem oberpfälzischem Dialekt erklärt, dass er keinen Betriebsrat brauche, weil er das nämlich selber mache. „Da Betriebsrat bin I“ lautet sein wohl schönstes Zitat gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung, die ihn und sein Unternehmen neulich porträtierte.

Im Rahmen einer mehrteiligen Artikelserie beleuchtete die Zeitung, wie es um die Mitbestimmung und die betriebliche Interessenvertretung in der Oberpfalz bestimmt ist. Leider nicht gut, zu diesem Ergebnis kommt man, liest man die in den letzten Wochen veröffentlichten Reportagen.

Unternehmensgründer Zollner begründet seine Aussage dann mit einem verblüffenden Vergleich. Wenn er „auf Cham aufifahrt“, sprich mit dem Auto in die Kreisstadt Cham fahre, brauche er „a koan, dea ihm sogt, wia des geht“. Soll heißen: Den Weg, den kennt er selbst. Das gleiche gilt offenbar für das ordnungsgemäße Funktionieren eines Betriebs. Mit einem Unterschied: Die Rolle des Betriebsrats übernehmen bei Zollner die Führungskräfte, der Vorstand sowie der Aufsichtsrat, sagt Vorstandsvorsitzender Hans Weber. Ernsthaft!

Einen echten Betriebsrat will man nicht und das wird auch so kommuniziert. Es habe früher einmal den Versuch gegeben, ein Gremium zu installieren. Das ging schief – die Führungsspitze machte klar, was sie von dem Vorhaben hält und setzte sich durch. Zimperlich ging man damals bestimmt nicht vor.

In nur 20% der regionalen Betriebe existiere ein Betriebsrat, so die Gewerkschaft Verdi. Es gäbe hier keine Streitkultur, meint Werner Schwarzbach, der DGB-Vorsitzende aus Cham. Ein Oberpfälzer ohne Streitkultur? Wer diesen Landstrich kennt, für den klingt das absurd. Dennoch weiß Schwarzbach, von was er redet: Seit einem Vierteljahrhundert betreut er hier die Betriebe von der Gewerkschaftsseite aus. Nachwuchs im DGB gebe es quasi nicht. Seine Mitstreiter im DGB seien mittlerweile alle pensioniert. Er selbst ist 63. Keine gute Prognose.

Bei der Zollner AG setzt man ganz offensiv auf „direkte Kommunikation“: Vertikal und horizontal und das bei einer fünfstelligen Zahl von Mitarbeitern! Das geht etwa so: Zettelboxen stehen im Unternehmen herum, auf denen man sich als Mitarbeiter äußern darf. Zum Essen in der Kantine etwa oder zum mangelnden Winterdienst auf dem Parkplatz. Ja, Kritik sei hier ausdrücklich erwünscht und den Vorstandsvorsitzenden dürfe man ruhig auch auf dem Gang ansprechen.

Die Vorstellungen von offener Kommunikation sind sehr vielfältig. Ihre Umsetzung auch.

Keine Frage: Die Zollner AG ist ein sehr erfolgreiches Unternehmen. Die Umsätze wuchsen in den letzten Jahren zweistellig. Auf der Webseite der Firma kann man zahlreiche Auszeichnungen bewundern. So erhielt man 2014 einen Preis als besonders ausbildungsintensives Unternehmen und Zollner senior ist immerhin Manager des Jahres. Das ist die Sonnenseite, wenn man es so nennen möchte.

Der Schatten sieht so aus: Den Vorstand öffentlich als Betriebsrat zu deklarieren, ist ein sehr schlechter Witz! Der Betriebsrat ist die Interessenvertretung der Mitarbeiter und setzt sich aus diesen zusammen, aus niemand sonst. Es ist unglaublich, dass das in einem so großen Unternehmen nicht möglich sein soll. Wer seine Belegschaft liebt, wer ihr vertraut und wer sie ernst nimmt, der spricht und handelt anders. Der lässt sie keine Zettel in Boxen werfen, sondern signalisiert, dass er einem Betriebsrat offen gegenüber steht. Das ist das Mindeste!

Letztlich liegt es aber an den Menschen. Sicher kann man sich mit den Zuständen arrangieren. Das Unternehmen floriert, da wird es den meisten gut gehen. Die Zeiten werden sich aber wieder ändern. Die Mitarbeiter haben es immer in ihrer Hand, auch wenn es im Fall Zollner wie eine Revolution ausschauen mag, die viele zutiefst erschreckt. Hoffentlich nicht alle.

Bildquelle: © bluedesign – fotolia.de

von Peter am 31.08.2016, 17:12 Uhr , Kategorie: Allgemein

Mann steht mit Klorolle vor ToiletteBestimmte menschliche Bedürnisse haben immer Vorrang! Der Gang zur Toilette steht dabei gefühlt im Rang eines universellen Menschenrechts. Warum gibt es dann immer wieder Ärger, etwa wenn Beschäftigte im Betrieb mal müssen?

Sie gehen zur Toilette, wann Sie wollen? Wie schön für Sie! Der Arbeitgeber darf Ihnen das nicht untersagen. Oder darf er doch? In den USA macht er das leider.  Zeit Online berichtete, dass Arbeiter in der amerikanischen Geflügelindustrie systematisch an ihren Toilettenpausen gehindert wurden. Die Kollegen stehen unter enormem Druck am Fließband, die Vorarbeiter drohen jedem mit Entlassung, der eine Pause fordert. Viele Beschäftigte tragen bei der Arbeit Windeln. Das ist kein Scherz, leider. Es sind Zustände wie im Frühkapitalismus. Und absolut keine Einzelfälle. Die Rede ist von einer Viertel Million Betroffener. Was für arme Menschen.

In Deutschland erscheint das kaum vorstellbar. Hier gibt es andere, im Vergleich wohl harmlosere Probleme. Oft wird zum Beispiel darüber gestritten, ob der Gang aufs Klo eine Arbeitspause ist. Für Pausen müsste der Arbeitgeber immerhin keinen Lohn bezahlen. Aber keine Sorge: Der Toilettengang ist keine solche Pause, sondern rechtlich nur eine kurze Unterbrechung der Arbeitszeit. Diese muss bezahlt werden.

Was aber gilt, wenn der Kollege oder die Kollegin den Aufenthalt am stillen Örtchen immer wieder mißbraucht. Gerne wird dort auch gelesen. Alte Zeitungen im Mülleimer liefern Zeugnis darüber ab. Da kommt dann schon etwas Zeit zusammen. Rechtlich verläuft hier die Abgrenzung zur Verweigerung der Arbeitspflicht. Kommt einem der Chef dabei auf die Schliche, können überlange Sitzungen theoretisch auch Abmahnung und Kündigung zur Folge haben. Aber keine Panik: Sitzungszeiten müssten vom Arbeitgeber sehr genau nachgewiesen werden. Dürfte schwierig sein. Ein Urteil des Arbeitsgerichts Köln ließ 30 Minuten Klopause vor einigen Jahren übrigens nicht als Begründung für eine Lohnkürzung gelten.

Schwierig ist die Situation bei Verletzungen, zum Beispiel wenn man in der Toilette ausrutscht. Achtung: Das ist kein Arbeitsunfall, für den Versicherungsschutz besteht. Entscheidend ist – ganz im Ernst – wo der Unfall genau passiert ist: Verunglückt man etwa auf dem Weg zum Klo, dann gibt es normalerweise kein Problem. Sobald man die Toilette betritt, ist der Unfallschutz jedoch dahin, denn: Ab sofort wird nun eine private Angelegenheit verrichtet, für die der gesetzliche Schutz der Unfallversicherung endet. Besondere Vorsicht im Toilettenraum ist somit immer unerlässlich!

Bleibt die Frage nach der Zulässigkeit von Überwachungsmaßnahmen. Eine Kamera auf der Toilette? Da kommen manche ins Schwärmen. Theoretisch ist das zwar nicht ausgeschlossen, praktisch aber ohne größere Relevanz, denn: Eine Videokamera an diesem Ort stellt immer einen starken Eingriff in das von der Verfassung geschützte allgemeinee Persönlichkeitsrecht dar. Hier müssten schon sehr gravierende Gründe vorliegen, die einen entsprechenden Einsatz rechtfertigen.

Bildquelle: © vchalup – fotolia.de

 

 

von Ines am 09.08.2016, 11:14 Uhr , Kategorie: Allgemein

Roboter trägt bunte TütenVor einiger Zeit berichteten wir von Paketdrohnen, die in der Einzelhandels- und Logistikbranche zu Auslieferungszwecken eingesetzt werden sollen. Jetzt gibt es neue Meldungen aus dem High-Tech-Bereich: Ab September will die Elektronikkette Media Markt die Zustellung von Päckchen und Paketen nachhaltig revolutionieren. Zu diesem Zweck plant das Unternehmen, in Düsseldorf einen Lieferroboter auf die Straße zu schicken, der Kunden in bis zu fünf Kilometern Umkreis die Bestellungen bis vor die Haustür bringt. Das berichtet unter anderen die Rheinische Post. Der technische Lieferant soll mit einer Geschwindigkeit von bis zu fünf Stundenkilometern auf sechs Rädern weitgehend selbstständig fahren. Neun Kameras sorgen für gute Orientierung und verhindern Zusammenstöße mit Fußgängern, Laternenmasten und sonstigen Hindernissen. Ganz ohne Kontrolle geht das allerdings (noch) nicht: Im Hintergrund wacht daher ein „Aufseher“, der bei Problemen eingreifen und sich bei Bedarf sogar mit den Kunden und Passanten unterhalten kann.
mehr »

von Ines am 14.03.2016, 15:26 Uhr , Kategorie: Allgemein

NetzwerkKennen Sie das? In Ihrem Betrieb ist eine Stelle ausgeschrieben. Es gibt sogar eine offizielle Stellenausschreibung in der Zeitung. Doch Bewerber werden im Haus nicht gesehen. Und plötzlich ist ein neuer Mitarbeiter da – es ist der Schwager eines Kollegen.

Keine Seltenheit, wie jetzt eine Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt. Nahezu 30% aller Neueinstellungen, also fast jede dritte Stelle, werden über persönliche Kontakte besetzt. Dagegen sind (ernstgemeinte) Stellenangebote in Zeitungen und Zeitschriften lediglich bei 14 % der Neueinstellungen erfolgreich. Ebenfalls bei 14 % führen die Dienste der Bundesagentur für Arbeit einschließlich ihrer Internetangebote zur Stellenbesetzung. 12% der Stellen werden über weitere Internet-Jobbörsen besetzt, 11% über Stellenangebote auf den eigenen Internetseiten der Arbeitgeber und 10% über Initiativbewerbungen oder Bewerberlisten.

Das heißt, fast immer liegt das berühmt-berüchtigte Vitamin B in Sachen Jobvermittlung grundsätzlich auf Platz 1. So sind bei Personen mit mittlerer Qualifikation persönliche Kontakte und die klassischen Stellenangebote in Zeitungen und Zeitschriften die dominierenden Besetzungswege. Bei ungelernten Arbeitskräften folgen nach den persönlichen Kontakten die Dienste der Bundesagentur für Arbeit. Ausnahme sind die Akademiker: Laut der Studie werden sie am häufigsten über Internet-Jobbörsen eingestellt. Bei ihnen stehen die persönlichen Kontakte erst an zweiter Stelle.

Fotoquelle: @Primalux – fotolia.de

VideoüberwachungWar er jetzt drin oder nicht? Beim Fußball soll dem Schiedsrichter mit Hilfe des Videobeweises ein besseres Urteilvermögen an die Hand gegeben werden. In der Deutschen Fußball Liga wird vermutlich schon bald eine Testphase starten. Der FC Bayern München dagegen arbeitet schon jetzt mit dem Videobeweis – zumindest außerhalb des Spielfelds.

Die Bayern sorgen nicht nur regelmäßig in den Stadien für Spektakel, seit neuestem gelingt ihnen das auch vor dem Arbeitsgericht. Der Fußballclub beschäftigt neben seinem weltberühmten Star-Ensemble auch jede Menge nicht so bekannter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. So etwa im vereinseigenen Fanshop des Centro Oberhausen. Eine dort angestellte Kassiererin verklagte den Verein kürzlich wegen unzulässiger Videoüberwachung. In einem Raum, der von den Mitarbeitern als Pausenraum genutzt wird, war mindestens eine Kamera installiert. Dies sorgte für großen Unmut unter der Belegschaft. Man fühlte sich überwacht, die Bilder sollten angeblich direkt live in die Zentrale nach München gehen. Für die Klägerin alles andere als ok: Sie wollte
mehr »

von Peter am 10.02.2016, 16:54 Uhr , Kategorie: Allgemein

Mann Mobilia Mannheim XXXLutz WachdienstDie erste Arbeitswoche im Februar begann mit einer fiesen Überraschung: Als die Mitarbeiter der Verwaltung Zentrallager bei Mann Mobilia in Mannheim zur Arbeit erschienen, standen da eine Menge Wachleute und Sicherheitsmenschen vor dem Eingang zum Betrieb. Keiner der fast 100 Beschäftigten durfte rein, dafür wurden Briefe verteilt, in denen der Arbeitgeber mitteilte, man sei ab sofort von der Verpflichtung zur Arbeitsleistung freigestellt. Wer sich auskennt weiß: Das ist so was wie die Vorstufe der Kündigung.

Das Möbelhaus Mann Mobilia gehört seit 10 Jahren zur XXXLutz-Gruppe. Das österreichische Unternehmen fiel schon wiederholt durch einen rüden Umgang mit seinen Mitarbeitern auf. Auch der Betriebsrat Blog berichtete 2009 und 2010.

„20 Jahre gearbeitet und dann vom Hof gejagt“ – es sind deutliche Worte, die Stephan Weis-Will von der Gewerkschaft Verdi zum Verhalten des Arbeitgebers einfallen. Aber was veranlasste XXXLutz eigentlich dazu, 99 Mitarbeiter so plötzlich freizustellen?
mehr »

von Peter am 29.01.2016, 10:30 Uhr , Kategorie: Allgemein

Schönheitsoperation, BotoxManche tun es tatsächlich: Gehen in der Mittagspause einfach zum Sport anstatt was zu essen. Nun ja, was der eine nicht nachvollziehen kann und mit Kopfschütteln quittiert, tut dem anderen gut. Dabei geht’s um Gesundheit, Fitness und eigenes Wohlfühlen. Das darf man ruhig akzeptieren. Keines dieser Ziele werden diejenigen erreichen, die dem allerneuesten Trend folgen: Statt Pasta am Lunchbuffet setzt’s eine Botoxspritze.

Wie bitte? Kleine Schönheitsoperationen in der Mittagspause oder zwischen den Meetings – in unseren Breitengraden ist das bislang nur wenig verbreitet. Unter weiblichen Büroangestellten in China handelt es sich dagegen laut Süddeutscher Zeitung um den allerletzten Schrei. Der Trend im Pekinger Großraumbüro geht definitiv zur makellosen Schönheit  – und die entscheidet zunehmend über den Erfolg einer beruflichen Karriere.

Vor allem für Absolventen von Schulen und Universitäten wird es immer schwerer, einen guten Job zu bekommen. Viel zu viele Kandidaten strömen Jahr für Jahr auf den gesättigten Arbeitsmarkt. Irgendwann wurde es zum Trend, dass (natürlich männliche) Entscheidungsträger in großen Unternehmen damit begannen, nicht mehr ausschließlich nach dem Können auszuwählen, sondern auch nach dem Aussehen. Und das setzte bei vielen jungen Frauen in China etwas in Bewegung. Die „Mittagspausen-Schönheit“ – so werben Kliniken mittlerweile für ihre Angebote. Wer nicht attraktiv genug ist, hat keine Chancen mehr auf dem Arbeitsmarkt – eine gruselige Vision, die in Fernost gerade Gestalt anzunehmen scheint.

Wie ist es hier zu Lande? Niemand wird es so richtig zugeben, aber Entscheider (m), die die Wahl zwischen mehreren ähnlich qualifizierten Bewerberinnen (w) haben, werden sich, ohne dass es ihnen in jedem Fall bewusst sein muss, für diejenige entscheiden, die ihnen am besten gefällt. Das muss ja nicht gleich das Aussehen sein, das kann auch Sympathie bedeuten. Wobei, seien wir ehrlich: Es ist das Aussehen. Was sonst? Und entscheiden Frauen über Männer, dann wird das ähnlich laufen. Ist das verwerflich? Nein! Vielleicht ungerecht, aber letztlich irgendwie auch menschlich. Für den Job unters Messer legen braucht man sich deswegen aber noch lange nicht. Wo endet eigentlich die Selbstachtung? Gestörte Welt.

Bildquelle: © YakobchukOlena – fotolia.de

  1. Seiten:
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7. 6
  8. 7
  9. ...
  10. 48