Kindertagesstätten werden bestreikt„Dieser Betrieb wird bestreikt!“. Ein bekanntes Schild, das viele vor allem im Zusammenhang mit Werkstoren kennen, taucht seit heute morgen an Orten auf, die man bisher damit eher nicht in Verbindung brachte: Kindertagesstätten.

Die Gewerkschaft Verdi rief in ganz Deutschland zu unbefristeten Streiks auf. Rund 10.000 Beschäftigte sollen in 1.000 der insgesamt 17.500 kommunalen Kitas die Arbeit niederlegen. Kirchliche Einrichtungen sind übrigens nicht betroffen.

Um was geht es bei dem Tarifkonflikt?

Die Tarifverhandlungen für den Sozial- und Erziehungsdienst scheiterten Ende April 2015. Beteiligte sind die Gewerkschaften Verdi und GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) sowie die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA). In der letzten Verhandlungsrunde ging es nicht um eine bestimmte Lohnforderung in Höhe X, sondern um die
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Laut einer aktuellen Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist die Hälfte aller Deutschen (Frauen und zunehmend auch Männer!) am Arbeitsplatz schon einmal sexuell belästigt worden. Das heißt im Einzelnen: Fast jede fünfte Frau ist schon einmal gegen ihren Willen von Kollegen berührt worden. Bei den Männern sind es immerhin 12% die von unerwünschter körperlicher Annäherung berichten. Dabei findet die Belästigung von Männern meist auf der gleichen Hierarchiestufe statt. Bei Frauen dagegen gibt es häufiger ein Hierarchiegefälle zwischen Täter und Opfer.

Über ihre Rechte sind viele Arbeitnehmer leider nur unzureichend informiert. 81 % wissen nicht, dass Arbeitgeber verpflichtet sind, sie aktiv vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz zu schützen. Und mehr als 70 % kennen zu dem Thema auch keine präsente Ansprechperson in ihrem Betrieb.

Nach § 3 Abs. 4 AGG liegt ein Fall von sexueller Belästigung vor, wenn
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Die Teilnahme an der TV-Sendung Germanys Next Topmodel GNTM hat für viele junge Frauen nach wie vor maximalste Prio. Scharen von „Mädchen“, wie die Nachwuchsmodells von Mama Klum genannt werden, lassen dafür alles liegen und stehen. Ungünstig, wenn man einen Job hat und die Modell-Vorauswahl (vulgo: Casting) während der Arbeitszeit stattfindet. Noch ungünstiger, sich krank schreiben zu lassen, um mit AU-Bescheinigung in der Tasche daran teilzunehmen. Und völlig in die Hose geht letztlich alles, wenn man beim High Heels-Gestackse richtig fett im Fernsehen gezeigt wird.

Wie BILD schreibt (Verlinkung nicht möglich, da Artikel kostenpflichtig), entdeckte ein Arbeitgeber die bei ihm beschäftigte 20jährige Melanie in den TV-Trailern zur neuen GNTM-Staffel. „Moment, die kenn ich doch„, wird er sich gedacht haben, gefolgt von „war die nicht neulich krank„?

Nun, die Aufnahmezeiten des Castings waren schnell rekonstruiert, ebenso wie die Feststellung, dass die sehr attraktive Arbeitnehmerin offenbar genau zu diesem Zeitpunkt krank geschrieben war. Die Folge: Er kündigte das Arbeitsverhältnis, die Kündigungsschutzklage scheint derzeit vor dem Arbeitsgericht anhängig zu sein.

Model oder normalsterblich
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von Peter am 30.01.2015, 15:57 Uhr , Kategorie: Allgemein

Yeah, vermutlich braucht’s das. Denn was früher die Yogurette-Frau aus der Fernsehwerbung war, die offensichtlich nichts besseres zu tun hatte, als süß-gestresste Bürofrau in der Mittagspause mit der Kollegin joggen zu gehen um sich am Abend einen dieser übersüßen Schokoriegel reinzuschieben (oder war das die Milchschnitte), tja das ist heute die Tanzmaus, die Mittags beim Lunch Beat abhängt. Wobei abhängen falsch ist: Hier wird gedanced, was die Beats hergeben. Und das Beste daran: Man muss gar nicht aufwändig irgendwo hinfahren. Unternehmen wie die Otto Group in Hamburg bieten ihren 5.000 Mitarbeitern die Disse gleich direkt auf dem Betriebsgelände.

Spiegel Online berichtet von den mittäglichen Club-Events und irgendwie möchten wir das auch haben. Na klar: Immer nur Essen, Spazierengehen, etwas Lesen oder die Pause mal wieder durcharbeiten hat auch seinen Reiz. Aber bei DJ Udo eine halbe Stunde lang exzessiv unter der Discokugel? Warum nicht? Das nennen wir mal Employer Branding! Duschen bitte nicht vergessen.

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Karin Müller arbeitet als Sachbearbeiterin bei einer großen deutschen Versicherung. Karins Mutter ist knapp 80 Jahre alt. Vor kurzem stürzte sie unglücklich und brach sich das Bein. Seitdem ist die bisher recht rüstige alte Frau körperlich eingeschränkt und benötigt Unterstützung bei vielen Dingen des täglichen Lebens. Für ihre Tochter eine ganz klare Sache: Sie kümmert sich nun verstärkt um die Mama. Nur: Ihr beruflicher Alltag läßt nicht sonderlich viel Flexibilität zu. Und dann ist da auch noch die eigene Familie. Wie gut wäre es, wenn man sich in so einer Situation vorübergehend von der Arbeit freistellen lassen könnte. Nun ja, das geht! Denn das neue Pflegezeitgesetz, das seit 1.1.2015 in Kraft ist, gewährt genau darauf einen Rechtsanspruch. Aber Karin Müller zögert. Sie hat Bedenken, dieses Recht in Anspruch zu nehmen. Sie fürchtet langfristig Nachteile im Job.

So oder ähnlich geht es scheinbar vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Dabei setzt das neue Pflegezeitgesetz prägnante Marken. Es erhebt den Anspruch, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie deutlich zu verbessern. Und das ist dringend notwendig, denn: Mehr und mehr Menschen sind direkt oder indirekt von Pflegebedürftigkeit betroffen. Zwar gab es auch bisher schon gesetzliche Regeln, die in solchen Lebenssituationen Hilfe boten. Diese wurden aber kaum in Anspruch genommen. Viel zu viel war freiwillig, zu unbestimmt oder in der Realität mit handfesten Nachteilen behaftet.

Ob der neue gesetzliche Rechtsanspruch, den es seit 2015 gibt, viel ändern wird, ist leider fraglich. Zwar sind
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von Ines am 28.11.2014, 15:20 Uhr , Kategorie: Allgemein

Lebenslanges Lernen macht nicht nur klüger, sondern auch glücklicher, selbstbewusster und gesünder. Dies ist das Resümee der Studie „Benefits of Lifelong Learning“ (BeLL), die den Nutzen der Teilnahme an allgemeiner Weiterbildung in Europa untersuchte. Das Ergebnis unterstreicht einmal mehr die positive Bedeutung von lebenslangem Lernen sowohl für den einzelnen Menschen als auch für die Gesellschaft. Es bestätigt die Vermutung, dass das Mitwirken an Bildungsveranstaltungen sehr viel weitreichendere Folgen hat, als bisher bekannt.

Die BeLL-Studie kam laut Deutsches Institut für Erwachsenenbildung zu drei zentralen Bereichen, für die sich ein besonderer Nutzen gezeigt hat: Der erste Bereich umfasst die persönliche Entwicklung. Hier haben sich durch die Teilnahme an Bildungsmaßnahmen eine erhöhte Selbstwirksamkeit und ein Anstieg von erlebter Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens gezeigt. Der zweite Bereich bündelt Veränderungen im (sozialen) Lernverhalten und spiegelt sich z.B. im Anstieg des eigenen sozialen Engagements und einer generellen Lern- und Veränderungsbereitschaft. Der dritte Bereich verweist auf positiv erlebte Veränderungen im Hinblick auf Familie, Beruf, mentales Wohlbefinden und Gesundheit. Insgesamt fühlen sich die Befragten den Anforderungen und Herausforderungen des Lebens besser gewachsen.

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Es gibt nur wenig wichtigere Ziele als dieses: Beruf und Privatleben müssen zueinander passen. Viele Unternehmen versuchen deshalb, die Work-Life-Balance ihrer Beschäftigten zu optimieren. Das ist eine gute Nachricht. Denn diese Entwicklung passt. Es ist nicht nur die bessere Ausgangsstellung im verschärften Wettbewerb um gute Mitarbeiter, die Firmen dabei aktiv werden lässt. Natürlich sind auch positive Auswirkungen auf die Motivation der Kollegen und letztlich deren Arbeitsergebnisse wichtig. Diese Motive sind voll ok.

Ob Arbeitnehmer deshalb bald tun und lassen dürfen, was sie wollen? Der britische Milliardär Richard Branson hat bei virgin soeben die Urlaubsanträge abgeschafft. Bestimmte Mitarbeiter (lang nicht alle) können jetzt Urlaub nehmen, wann und so viel sie wollen. Das Modell soll bald für alle gelten. Ein Traum wird wahr? Wohl kaum. Bei näherer Betrachtung handelt es sich eher um eine ziemlich perfide Art, den Konkurrenzdruck untereinander zu schärfen und aus den Mitarbeitern noch das letzte Quentchen Leistung herauszupressen. Kapitalismus? Klar. Hauptsache die Arbeit wird erledigt. Frage: Wer traut sich wohl, als erstes zu gehen? Und wer hat dabei kein schlechtes Gewissen? Diese dauernde nagende Unsicherheit: Tut man wirklich genug? Oder kommt irgendwann alles wie ein Bumerang zurück? Ob man so gerne arbeitet? Wir sind nicht sicher, ob es das bringt.

Vielleicht dann doch lieber so? Bei Bosch in Stuttgart fängt man – nur scheinbar – eine Nummer kleiner an. Dort sind alle Kommunikationsmittel wie Telefon, Internet und e-Mail ab sofort
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Rund 450 Douglas-Filialen gibt es in Deutschland. Und eine davon – die erste – hat seit einigen Wochen auch einen Betriebsrat.Come in and find out“ – das war gestern. Seit 2013 wirbt man mit dem Slogan „Your partner in beauty“. Genau das wird der neu gewählte Betriebsrat aber wohl eher nicht werden. Zumindest nicht im übertragenen Sinn!

18 Mitarbeiterinnen sind in der Filiale in Offenbach beschäftigt. Nach dem Betriebsverfassungsgesetz wird sich somit zukünftig eine Kollegin als Betriebsrätin im sog. Kleinbetrieb um die Belange ihrer Kolleginnen kümmern. Die Wahl selbst verlief nach Angaben von verdi problemlos. Eine Behinderung habe es nicht gegegeben. Die Gewerkschaft erklärte, vor Ort gehe es vor allem um Fragen der Arbeitszeit sowie um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mehrere Beschäftigte hätten sich im Vorfeld der Wahl mit Fragen direkt an verdi gewandt.

Das Unternehmen verfasste eine Stellungnahme zur Betriebsratswahl. Darin hieß es, die Kolleginnen hätten nur von ihrem Recht Gebrauch gemacht, das ihnen natürlich zustehe. Und: Veränderungen, etwa bei Arbeitszeitmodellen, seien nicht geplant.

Ein ermutigendes Signal, wie gut es mitbestimmungsrechtlich auch in kleineren Filialbetrieben im Einzelhandel laufen kann! Wie man einen Betriebsrat gründet erfährt man hier.

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Erleidet ein Arbeitnehmer einen Arbeitsunfall, so hat er unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Verletztenrente. Diese wird von der gesetzlichen Unfallversicherung gewährt. Die Berechnung erscheint erst mal einfach. Nach den §§ 56 Abs. 3, 81 ff SGB VII bemisst sie sich nach dem Verdienst der letzten 12 Monate vor dem Arbeitsunfall. Das kann im Einzelfall Streitfragen aufwerfen.

So wie hier: Ein Fernfahrer wurde 2005 bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt. Er beantragte Verletztenrente. Die zuständige Berufsgenossenschaft (BG) legte bei der Berechnung einen Jahresverdienst von knapp 30.000 Euro zugrunde. Basis waren die Lohnabrechnungen.

In diesem Zeitraum erhielt der Kollege zudem steuerfreie Spesen in Höhe von 3.705 Euro sowie pauschal versteuerte Spesen in Höhe von 1.173,50 Euro. Der Grund dafür waren betriebliche Auswärtstätigkeiten. Diese Zahlungen wurden bei der Ermittlung der Höhe der Verletztenrente nicht berücksichtigt.

Der Fernfahrer war der Ansicht, diese Zahlungen müssten bei der Verletztenrente entsprechend berücksichtigt werden. Die BG hielt entgegen, die Spesenzahlungen seien lediglich Ersatz für erstattete Auslagen, aber kein Arbeitseinkommen.

Es wurde Beweis erhoben. Dabei stellten die Richter fest, dass der Kollege regelmäßig in seiner Fahrerkabine
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von Peter am 31.10.2014, 14:23 Uhr , Kategorie: Allgemein

Er gilt als der beste Freund des Menschen – aber da, wo der moderne Arbeitnehmer die meiste Zeit seines Leben verbringt, darf er oft nicht hin: Ins Büro.

So viele träumen davon: Ein eigener Hund. Wenn da nur nicht die Sache mit dem Arbeitsplatz wäre. Denn eins ist klar: Man kann das Tier tagsüber nicht einfach daheim lassen oder irgendwo abgeben. Die ideale Lösung – es kommt mit zur Arbeit. Nur: Habe ich darauf einen Anspruch? Wie ist die Rechtslage?

So mancher Betriebsrat kennt das: Ein Kollege wendet sich im Vertrauen an ihn. Man würde so gerne einen Hund anschaffen, aber darf ich den mitbringen? Bevor man groß den Chef fragt, komme man erst mal hierher.

Tiere am Arbeitsplatz – da gilt es, mehrere Aspekte zu beachten. Der erste und wichtigste ist die Rechtslage.
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