Wer hat das noch nicht erlebt: Der Kollege steht in der Tür und fragt „Du, darf ich dich um was bitten? Ich arbeite doch gerade an diesem Projekt. Könntest du vielleicht…?“ Ja was? Mir helfen? Mir Arbeit abnehmen? Mich bei etwas unterstützen? Na klar, genau darum geht es.

Einen hilfsbereiten Menschen zeichnet aus, dass er mit offenen Augen durch die Welt geht, unaufgefordert Hilfe anbietet oder leistet und seine eigenen Interessen dabei meist zurückstellt. Das gilt im privaten Leben wie auch in der Arbeit. Um letztere geht es hier. Gleich vorweg: Wir wollen nicht, dass Sie sich dem Arbeitgeber verweigern. Beim Nein-Sagen zum Chef gelten etwas andere Kriterien. Es geht hier um das Nein gegenüber Kollegen.

Die Situation ist nicht leicht. Sie weist einen recht einfachen aber knackigen Interessenkonflikt auf. Man wird von einem Kollegen um etwas gebeten und möchte diesem auch gerne helfen. Ja, wenn da nur nicht die eigenen Aufgaben wären, um die man sich immer noch primär zu kümmern hat. Denn selbst wenn der Chef nichts dagegen hätte, dass man einen Kollegen unterstützt (was nicht immer gesagt ist), möchte er sichergestellt haben, dass die eigenen Aufgaben erfüllt werden.

Oft spürt man regelrecht, dass man zum Kollegen „Nein“ sagen müsste. Aber man tut es nicht. Weil man nicht kann. Oder sich nicht traut. Die Folge: Die eigene Arbeit leidet und möglicherweise muss man nach Feierabend Überstunden schieben.

Das Problem: Nein-Sagen ist für viele nicht so leicht. Hier kommen drei Tipps, die einem ein „sanftes“ Nein-Sagen erleichtern sollen. Am Ende lässt sich
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von Peter am 23.09.2014, 11:44 Uhr , Kategorie: Allgemein

Begeisterung – welch cooles Wort. Aber was ist Begeisterung? Wie so oft versteht der eine dies darunter und der andere das. Ein Fußball-Fan begeistert sich anders als ein Briefmarkensammler. Gemein haben beide auf jeden Fall einen sehr speziellen Rausch der Gefühle. Wie aber begeistert sich der gemeine Angestellte? Und wie der Chef? Vom Betriebsrat mal ganz abgesehen (ein Tipp dazu ganz am Ende).

Vorsicht ist geboten, wenn der Vorgesetzte plötzlich mit Begeisterungsparolen auffällig wird. Vermutlich war er dann gerade auf einem Führungskräfteseminar. Vielleicht hat er aber auch nur etwas gelesen. Autor Mattias Nöllke hat gerade ein neues Buch geschrieben. „Ich will mich aber aufregen“ heißt es. In einem satirischen Beitrag für Spiegel Online lässt er zum Zwecke der Reklame ein paar Auszüge raus. Kennen Sie sowas: Betriebsklima auf Speed?

Puh. Nöllke weiß: Aus Begeisterung wird schnell Demütigung. Wird schnell Frust. Wird vielleicht Burn-out. Und was eh klar ist: Die einzig wahre Begeisterung kann es tatsächlich nur geben, sobald der Chef irgendwo auftaucht. Dann sollten die Anwesenden im Idealfall jubeln wenn nicht gar ausflippen und der Angejubelte wird
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Vorsicht, weil desaströse Diskriminierung: „Für unseren Kundendienst suchen wir einen engagierten und belastbaren Sachbearbeiter deutscher Herkunft (bis 30 Jahre).“ Derart miserable Stellenanzeigen werden zwar immer seltener, sterben aber nicht aus. Immer mehr Beschäftigte wissen: Ist eine Stellenausschreibung diskriminierend, kann man als abgelehnter Bewerber unter Umständen Entschädigungsansprüche nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) geltend machen, § 15 Abs. 2 AGG. Dazu muss sich der Anspruch jedoch gegen den Arbeitgeber in spe richten. Was aber, wenn dieser nicht bekannt ist, weil eine Personalvermittlungsagentur zwischengeschaltet ist?

Folgender Fall: Ein berufserfahrener Betriebswirt bewarb sich online auf eine Stelle als Personalvermittler. In der Ausschreibung wurde darauf hingewiesen, dass Berufserfahrung von 1-2 Jahren gewünscht sei, der Karrierestatus für diesen Job wurde mit „Berufseinsteiger“ angegeben. Die Bewerbung selbst sollte an eine Firma namens „U GmbH“ gesendet werden. Der Kollege erhielt nach seiner Bewerbung eine Absage, allerdings von einer anderen Firma mit ähnlichem Namen. Da er sich persönlich diskriminiert fühlte, ging er gegen die Firma, von der er die Absage erhielt, juristisch vor. Dabei verlangte er unter anderem 16.000 Euro Schadensersatz nach AGG. Vor Gericht stellte sich heraus, dass die beklagte Firma, eine Schwesterfirma der tatsächlichen Arbeitgeberin, nur als Personalvermittlerin zwischengeschaltet war. Pech gehabt: Falsche Beklagte! Das Bundesarbeitsgericht wies die Revision zurück (Urteil vom 23.01.2014, Az. 8 AZR 118/13).

Wie setzt man seine Ansprüche nach dem AGG durch, wenn man auf die Bewerbung eine Absage erhält, diese als diskriminierend empfindet und
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von Peter am 15.09.2014, 16:02 Uhr , Kategorie: Allgemein

Mit Flashmobs erregt man im Normalfall immer eine gewisse Aufmerksamkeit, nur: Allein damit ist es meist nicht getan. Nun legt das Bündnis „Pflege am Boden“ nach. Bei der Vereinigung handelt es sich um einen unabhängigen  Zusammenschluss von Menschen, die in der Pflegebranche beschäftigt sind. Sie engagieren sich für eine Verbesserung der Zustände in ihrem Arbeitsumfeld. Neben den täglichen Herausforderungen, die die Arbeit mit alten und kranken Menschen mit sich bringt, werden sie mit Arbeitskräftemangel, zu niedriger Bezahlung und ganz allgemein fehlender Wertschätzung für ihren Beruf durch die Gesellschaft konfrontiert. Es ist ein Jammer! Daher auch das Bild, das in vielen Flashmobs symbolisiert wird: Teilnehmer legen sich auf den Boden. Das ist nicht schwer zu verstehen: Die Pflege ist insgesamt buchstäblich am Boden.

Nachdem vor wenigen Tagen wieder etliche Aktionen bundesweit durchgeführt wurden (Fotos hier bei Facebook), stellte das Bündnis jetzt auf seiner Webseite 10 zentrale Forderungen auf. Das Motto: „Für eine bessere Pflege in Deutschland“. Natürlich ist eine deutlich bessere Entlohnung für Pflegekräfte darunter, es geht aber auch um die Steigerung der Attraktivität des Berufsstandes, die unter anderem durch Mindestbesetzungen in Einrichtungen und Fachkraftquoten erreichbar wäre. Weitere Themen sind die indirekte Pflege, die Dokumentationspraxis, der Umgang mit pflegenden Angehörigen, die pflegerische Selbstverwaltung sowie bessere Ausbildung, Work-Life-Balance und Qualitätsprüfungen.

Das Aktionsbündnis wurde soeben für den Deutschen Engagementpreis 2014 nominiert, der im Dezember in Berlin verliehen wird.

Unser Tipp: Seminare für Betriebsräte in der Pflegebranche.

Bildquelle: © Foto Hannes – Pflege am Boden

Werkverträge können eine feine Sache sein! Will ich, dass jemand was für mich tut, brauch ich ihn schließlich nicht gleich als Arbeitnehmer einstellen. Den Schreiner beauftrage ich, mir einen schönen Tisch zu machen. Der Gärtner pflanzt mir eine neue Hecke in den Garten. Wir vereinbaren dann für ein solches „Werk“, wie es juristisch heißt, einen Preis und wer dann letztlich wieviel pro Stunde verdient oder wie lange es insgesamt dauert, betrifft mich nicht mehr. Der Auftragnehmer kann am besten kalkulieren und ein entsprechendes Angebot machen. Ist mir das nicht attraktiv genug, verhandle ich nach oder wende mich an jemand anders. So funktionieren Werkverträge.

So weit so gut. Kritisch wird es aber, wenn Betriebe Werkverträge gezielt dazu einsetzen, um Lohnkosten zu drücken. Wie sieht sowas aus? Dazu ein kurzes Beispiel: Auf einem Schlachthof müssen täglich Rinder zerlegt werden. Anstatt nun Arbeitnehmer wie üblich
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Nächste Woche (am 1. Juli 2014) tritt das neue Rentenpaket in Kraft. Mit 63 ohne Abschläge in Rente zu gehen, ist für viele langjährig Beschäftige eine äußerst reizvolle Vorstellung. Bereits jetzt wird von ca. 12.000 Anträgen bei der Rentenversicherung berichtet.

Schon beim Gedanken an die Rente mit 63 wird sich die Stirn vieler Arbeitgeber wegen eines sich noch verschärfenden Fachkräftemangels in Falten gelegt haben. Nun ermöglicht offenbar eine Gesetzeslücke bereits mit 61 Jahren aus dem Vollzeit-Berufsleben auszusteigen, ohne später Abschläge befürchten zu müssen. Das sollte eigentlich durch die vom Bundestag beschlossene Stichtagsregelung verhindert werden. Nach dieser zählen bei den zu erbringenden 45 Beitragsjahren grundsätzlich auch Zeiten des Arbeitslosengeld-I-Bezugs mit – allerdings nicht in den letzten beiden Jahren vor Rentenbeginn. So sollte einer Vielzahl von Renteneintritten schon mit 61 vorgebeugt werden. Hier tat sich nun aber eine neue Gesetzeslücke auf: Wenn sich ältere Betroffene arbeitslos melden und gleichzeitig für wenige Stunden in der Woche einen versicherungspflichtigen Minijob annehmen, wird diese Zeit wieder voll den Beitragsjahren zugerechnet.

Hier muss laut Bundestagsabgeordnetem Jens Spahn nachgebessert werden. „Die Rente mit 63 sollte doch für Malocher sein, nicht für Trickser, die ein paar Stunden die Woche arbeiten.“ Ein nachvollziehbarer Gedanke. Denkbar wäre jedoch auch, dass manch ein „Malocher“ mit 61 nur noch ein paar Stunden in der Woche arbeiten kann. Dennoch ist zu erwarten, dass dieses Schlupfloch gestopft wird.

Sie möchten als Betriebsrat oder Schwerbehindertenvertretung einen Überblick über die beschlossenen Änderungen? Auf unseren Tagesseminaren „Rente aktuell“ im Herbst haben Sie Gelegenheit zu erleben, wie ein Sozialrichter die Gesetzesänderung und die Bedeutung für Ihre Arbeit als Betriebsrat und Schwerbehindertenvertretung erläutert. Hier geht es zu den Terminen.

Bildquelle: © matthias21 – Fotolia.com

Die beiden Schüler Christoph Linz und Christoph Lieberth werden für ihre Entwicklung von Jugend forscht mit dem dritten Preis im Bereich Arbeitswelt und von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) mit dem Preis für Prävention und Rehabilitation ausgezeichnet. Mit ihrer Idee werden die Schüler in Zukunft vielen Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft den Arbeitsalltag erleichtern. Darüber hinaus leisten sie mit ihrer neuen Hilfe einen effektiven Beitrag zur Prävention von Rückenerkrankungen.

Das Projekt: Die Nachwuchsforscher gingen mit dem Ziel an die Sache, die harte, körperliche Arbeit von Landwirten bzw. Maschinenführern zu erleichtern und Gesundheitsschäden vorzubeugen. Dafür optimierten sie eine in diesem Bereich häufig ausgeführte Tätigkeit. Möchte ein Landwirt einen Anhänger ankuppeln, stellt er oftmals zu spät fest, dass die Höhe der Kupplung nicht passend eingestellt ist – nämlich dann, wenn der Anhänger bereits direkt an dem Traktor steht. Der Fahrer kann die Kupplung dann nur noch sehr schwer erreichen. Er muss sich stark verrenken, um sie zu verstellen. Linz und Lieberth entwickelten eine spezielle Vorrichtung, die diese Justierung per Handrad oder Hydraulik ermöglicht („EASY ADJUST – Zugmaul Höhenverstellung“) und so hilft, den Rücken zu schonen.

Herzlichen Glückwunsch! Nicht nur für die Preise, sondern insbesondere für die kluge, vorausschauende Absicht, die hinter dem Projekt steckt. Mit 18 Jahren! Daher: Fetten Respekt!

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<Der „Grundrechte-Report“ ist ein jährlicher Bericht zur Lage der Bürger- und Menschenrechte in Deutschland und soll die Verfassungswirklichkeit in unserem Land darstellen. Er wird von acht Bürgerrechtsorganisationen herausgegeben, darunter die Humanistische Union, die Neue Richtervereinigung, Pro Asyl und der Republikanische Anwältinnen- und Anwälteverein. Im Mittelpunkt des diesjährigen Reports steht – neben dem Umgang mit Flüchtlingen, Migrantinnen und Migranten – die Massenüberwachung der Bürger durch Geheimdienste. Oder, wie der stellvertretende Präsident der Internationalen Liga für Menschenrechte, Rolf Gössner, es laut Pressezitaten ausdrückt, der „geheime Informationskrieg“ der NSA.(FZA).

Die frühere Bundesjustizminister Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die kürzlich den Grundrechtereport im Karlsruhe vorstellte, forderte mehr staatlichen Schutz für die Bürger, die mehr und mehr Sorge hätten, nicht mehr ungestört kommunizieren zu können. „Dieses anlasslose, massenhafte Bespitzeln und Abhören und dann Speichern von technischen Daten ist eine Dimension, die alle Vorstellungen sprengt“, sagt die FDP-Politikerin laut tagesschau.de. Dieses Vorgehen wird als klarer Verfassungsbruch gesehen. Leutheusser-Schnarrenberger hofft, dass die Bundesanwaltschaft entsprechende Ermittlungen einleitet und damit ein „ermutigendes Signal“ setzt.

Doch bisher hört man aus dieser Ecke nicht viel: Generalbundesanwalt Range soll zumindest in der Affäre um das abgehörte Handy der Kanzlerin Ermittlungen eingeleitet haben. Im Fall des massenhaften Ausspähens von Bürgerdaten wird es den Medien zufolge vorläufig kein Verfahren geben.

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von Ines am 19.05.2014, 13:29 Uhr , Kategorie: Allgemein, Europa, Mindestlohn

Bevor wir ins Detail gehen, an dieser Stelle noch schnell der Hinweis, dass es auch in Deutschland jede Menge Diskussionen um das Thema gesetzlichen Mindestlohn gab und gibt und geben wird. Dabei geht es um einen Betrag von – Achtung! – 8,50 € (wir berichteten). In unserem europäischen Nachbarland gab es nun eine Volksabstimmung. In dieser haben sich die Schweizer mit großer Mehrheit gegen die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns ausgesprochen. Die Forderung der Gewerkschaften nach einer Lohnuntergrenze von umgerechnet rund – Achtung! – 18,50 Euro (!) pro Stunde, wurde mit rund 77 % Nein-Stimmen klar zurückgewiesen. Das teilte laut tagesschau.de die Regierung in Bern mit. Auf den ersten Blick könnte man an einen Druckfehler denken bzw. vor die Acht ist aus Versehen eine Eins gerutscht. Aber nein, es handelt sich tatsächlich um 18,50 Euro.

Insbesondere linke Parteien und Gewerkschaften hatten für diesen weltweit höchsten Mindestlohn gekämpft. Nach ihrer Ansicht war dies erforderlich, um in der teuren Schweiz mit ihren hohen Mieten und Lebenshaltungskosten über die Runden zu kommen. Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann dagegen begrüßt die Entscheidung der Volksabstimmung. Ein derart hoher Mindestlohn hätte seiner Meinung nach Arbeitsplatzverluste zur Folge gehabt.

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von Ines am 16.05.2014, 11:49 Uhr , Kategorie: Allgemein

Na, die Bezahlung, was denn sonst? Könnte man denken. Und wahrscheinlich ist das auch unstreitig der Hauptanreiz Nummer Eins. Diese Antwort auf die Frage wäre also keine große Überraschung. Aber: Was sind abgesehen vom Gehalt die wichtigsten Faktoren, die bei Mitarbeitern für eine gute Arbeitsmoral sorgen? Das hat die ManpowerGroup Deutschland in ihrer Studie „Arbeitsmotivation 2014“ untersucht. Danach spornt drei Viertel aller deutschen Arbeitnehmer ein gutes Verhältnis zu den Kollegen und Vorgesetzten an, dicht gefolgt von flexiblen Arbeitszeiten. Hier erfahren Sie im Folgenden, was die Top-10-Gründe für Spaß im Job sind und Angestellte in der täglichen Arbeit beflügelt.Aus der Studie ergibt sich laut Pressemitteilung folgendes Ranking der Top-Motivations-Faktoren:
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