Die Zeiten haben sich geändert: Schreibmaschine ist out – Laptop ist in!

Dieser technische Wandel schlägt sich auch auf dem Arbeitsmarkt nieder. Inzwischen berücksichtigen dies auch die Arbeitsgerichte bei ihren Entscheidungen.

So hat das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein kürzlich entschieden (LAG Schleswig-Holstein vom 9.9.09 – 3 Sa 153/09), dass ein Arbeitnehmer sich auf die zunehmende „Technichisierung“ vorzubereiten und entsprechend fort- und weiterzubilden hat.

Auch eine über vierzigjährige Betriebszugehörigkeit und ein damit einhergehendes hohes Lebensalter schützen nicht vor einer Kündigung, wenn
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Antrittsreden wohin man auch sieht: Im Bundestag geht es rund. Erst kam Angela Merkel mit ihrer Regierungserklärung, danach der neue Bundesarbeitsminister Franz Josef Jung mit seiner Antrittsrede. Die Bundeskanzlerin verlängert  dabei still und leise die Kurzarbeit und Herr Minister Jung findet scheinbar die Rückkehr zur Sklavenarbeit gut. Aber dazu später mehr…

Hier einige Passagen aus der Erklärung der Bundeskanzlerin:
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Die neue Bundesregierung plant Änderungen für Hartz IV-Empfänger. Im Gespräch sind neue Hinzuverdienstmöglichkeiten, eine Veränderung des Schonvermögens sowie angepasste Regelsätze. Heinrich Alt, Vorstand bei der Bundesagentur für Arbeit, hat nun in einem Interview mit der Zeitung Financial Times Deutschland davor gewarnt, dass sich die Zahl der Leistungsempfänger durch solche Maßnahmen im Ergebnis sogar „um Millionen“ erhöhen könne.
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Wenn man sich nur die neuesten Zahlen zur Anzahl der Krankmeldungen in Deutschland anschaut, könnte man diese irrwitzige Schlussfolgerung ziehen, die in der Überschrift steht.


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Nach einem Bericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, IAB, sind Vollzeitbeschäftigte von der Wirtschaftskrise in stärkerem Ausmass betroffen als Teilzeitkräfte. Erstere seien mehr von der Konjunktur abhängig, erklären die Experten.

Ein paar Zahlen dazu: Im zweiten Quartal 2009 ging die Zahl der Vollzeitbeschäftigten um 0,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum zurück, während die Quote der Teilzeitbeschäftigten um 1,2 Prozent zulegen konnte.

Das Institut begründet dies, dass in den vom Konjunktureinbruch stark betroffenen Branchen der Industrie Teilzeit vergleichsweise wenig verbreitet sei. Bei privaten, sozialen und öffentlichen Dienstleistungen liege der Teilzeitanteil dagegen deutlich höher. IAB-Forscher Eugen Spitznagel: „Der Arbeitsmarkt ist derzeitig eindeutig zweigeteilt.“

Ich würde mal behaupten, der ist mindestens dreigeteilt: in Menschen nämlich mit regulärer Beschäftigung, Menschen die kurzarbeiten und in Menschen ohne Beschäftigung. Aber diese Liste könnte man vermutlich endlos verlängern. Fallen mir doch spontan solche Menschen ein, die Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung ausführen dürfen, Ein-Euro-Jobs zum Beispiel. Dem Leser wird bestimmt auch noch was dazu einfallen.

Immerhin positiv an dem Ganzen, dass der Teilzeitsektor, in dem vor allem sehr viele Alleinerziehende tätig sind, nicht ebenfalls abgebaut hat. Denn das wäre für etliche Menschen eine echte Katastrophe. Soll nicht heißen, dass der Jobverlust eines regulären Arbeitsverhältnisses nicht ähnliches bedeutet.

Peter

Kurzarbeit –  für viele Firmen das Mittel, um Auftragsrückgänge überbrücken zu können. Doch immer mehr Unternehmen missbrauchen die verstärkte Förderung von Kurzarbeitergeld. Wie die Süddeutsche Zeitung meldet, verdächtigt die Bundesagentur für Arbeit nach eigenen Angaben bereits 116 Unternehmen, zu Unrecht Kurzarbeitergeld bezogen zu haben, Tendenz steigend. „Viele Fälle haben wir bereits der zuständigen Staatsanwaltschaft oder dem Hauptzollamt übergeben“, sagte eine Sprecherin der Behörde der Süddeutschen Zeitung. Dabei sind zwei Praktiken besonders verbreitet: das Unternehmen beantragt die staatliche Förderung, obwohl alle Arbeitnehmer voll arbeiten. Der Vorteil für Arbeitgeber liegt auf der Hand: auf diese Art und Weise bekommen sie ein Teil der Personalkosten durch die Arbeitsagentur ersetzt und haben keinen Arbeitsausfall. Die andere beliebte Praktik: Unternehmen kassieren Lohnzuschüsse vom Staat für diejenigen Arbeitnehmer, die im Urlaub oder krank sind.

Aber wie ist so ein Tricksen überhaupt möglich? Ganz einfach: die Arbeitsagenturen gelten als überlastet. Und damit die Hilfe schneller ankommt, hat die große Koalition den Zugang zum Kurzarbeitergeld erheblich erleichtert. 50.000 Firmen haben derzeit Kurzarbeit beantragt – eine derartige Menge kann kaum kontrolliert werden. Die Bundesagentur ist daher auf anonyme Anzeigen von Mitarbeitern angewiesen, um diese Fälle aufdecken zu können. Doch welcher Arbeitnehmer ist bereit, seinen Arbeitgeber anzuzeigen? In diesen Zeiten sind viele einfach froh, einen Arbeitsplatz zu haben.

Andrea

 

von Andrea am 25.08.2009, 09:59 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt, Bundestagswahl 2009

Die Ruhe vor dem Sturm? Oder besser gesagt: vor der Bundestagswahl? Die deutsche Industrie will nach der Wahl im großen Umfang Arbeitsplätze streichen, meldet die Financial Times Deutschland. Nach Darstellung der Zeitung besteht derzeit eine Art Stillhalteabkommen zwischen Industrie und Regierung, welches bis zur Wahl einen größeren Arbeitsplatzabbau in Deutschland verhindern soll. „Deutschland ist momentan vor Veränderungen sicher. Aber nach der Wahl wird sich die Botschaft ändern. Das ist ganz normal“, sagte Hakan Samuelsson, Vorstandschef des Münchner Dax-Konzerns MAN, der Zeitung.

Bislang versuchen deutsche Unternehmen Stellenstreichungen weitgehend zu vermeiden – viele setzen derzeit auf Kurzarbeit. Dies wird auch von der Bundesregierung durch milliardenteure Konjunkturpakete gefördert. Den Angaben zufolge bestehen im Maschinenbau und der Automobilindustrie hohe Überkapazitäten. „Mit Kurzarbeit lässt sich dem nicht beikommen, denn die Unternehmen haben richtig zu leiden“, äußerte der Unternehmer Reinhold Würth gegenüber der Financial Times Deutschland.

Der Sprecher des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), Hannes Schwarz, dementierte, dass ein solches Stillhalteabkommen zwischen Regierung und Industrie besteht.

Für deutsche Arbeitnehmer bedeutet dies: abwarten, was der Herbst für Überraschungen bereithält.

Andrea

Zwei Euro 75: das ist der niedrigste tarifliche Stundenlohn, der in Brandenburg zur Zeit gezahlt wird. Er gilt seit 1993 für Arbeiter im Friseurhandwerk. Das ist absolute Spitze, nach unten gesehen. Löhne unter 7 Euro 50 pro Stunde sind sehr weit verbreitet. Viele Arbeitnehmer in diesem Bundesland müssen ihr Einkommen regelmäßig mit Hartz IV aufstocken, um überhaupt über die Runden zu kommen.

Der DGB Bezirk Berlin-Brandenburg hat nun das „Schwarzbuch Billiglohn“ veröffentlicht. In diesem schildern 13 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus verschiedenen Branchen ihr ganz persönliches Leben und Arbeiten am untersten Rand des Lohnniveaus. Aus den Beschreibungen wird recht schnell deutlich, wie stark die äußeren Arbeitsbedingungen vom Lohndruck geprägt sind, wie schwierig es ist, Betriebsräte zu gründen und wie riesengroß dennoch die Angst vieler vor einem Jobverlust.

Dazu meint DGB-Funktionärin Doro Zinke: „In Brandenburg sei eine Mischung aus Angst und Resignation zu verzeichnen, die dazu führt, dass sich viele Arbeitnehmer nicht gegen schlechte Bezahlung und schikanöse Arbeitsbedingungen wehren. Viel zu viele junge Brandenburger würden abwandern und die entsprechenden Strapazen auf sich nehmen, statt hier zu bleiben und sich zu wehren“

Die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns: nirgendwo wäre sie dringender geboten als hier.

Peter

Schwarzbuch Billiglohn als Download (pdf-Datei)

Zur Webseite der Kampagne „Mindestlohn“ vom Bündnis soziales Deutschland

von Thomas am 31.07.2009, 09:32 Uhr , Kategorie: Allgemein, Arbeitsmarkt

Nun zeigt es sich: Arbeitgeber, die ihre Angestellten schlecht behandeln, bekommen vom Verbraucher die Quittung.

Der Drogeriemarktbetreiber Schlecker verliert stetig Kunden. Laut einer exklusiv für das Handelsblatt erstellten Studie des Kölner Marktforschungsinstituts Grass Roots meidet inzwischen nahezu fast jeder zweite Deutsche die Billig-Drogerie-Kette.

Der Grund dafür ist leicht zu finden: Schlecker betreibt laut Medien eine schlechte Personalpolitik und macht seinen Arbeitnehmern mit üblen Arbeitsbedingungen das Leben schwer. So hatte Verdi letztes Jahr berichtet, dass Schlecker seine Angestellten durch Detektive stundenlang beobachten lassen würde. Zudem behindere Schlecker laut der Gewerkschaft die durch das Betriebsverfassungsgesetz geschützten Betriebsratswahlen, indem einfach fristlose Kündigungen ausgesprochen würden.

Und dies ist der Bevölkerung auch bewusst, denn von den Befragten der Studie gab knapp die Hälfte an, dass sie die schlechten Medienberichte über Schlecker verfolgt hätte und deshalb dort nicht mehr einkaufen würde.

In Expertenkreisen heißt es laut dem Handelsblatt inzwischen, dass Schlecker in einer überschaubaren Anzahl von Jahren vom Markt verschwinden werde.

Thomas

Durch die Wirtschaftskrise verschlechtert sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Im Moment ist die Krise jedoch Dank Kurzarbeit und anderer Maßnahmen noch nicht vollständig bei den Arbeitnehmern angekommen.

Jedoch gilt dies nicht für alle Beschäftigte! Denn: viele junge Arbeitnehmer haben schon jetzt ihren Arbeitsplatz verloren. Unter ihnen ist die Arbeitslosenquote dreimal so stark gestiegen wie im Durchschnitt aller Altersklassen.

Nach einer Analyse des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) waren im Mai 2009 16 Prozent mehr Menschen im Alter bis 24 Jahre arbeitslos als im Vorjahr. Die durchschnittliche Arbeitslosigkeit aller Altersklassen ist hingegen mit gut 5 Prozent deutlich geringer angestiegen.

Hauptgrund für den deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen ist laut der Studie das Übergangsproblem nach der Ausbildung: Viele Betriebe übernehmen ihre Azubis nicht bzw. bieten ihnen nur kurz befristete Verträge an. Auch die Zahl der Leiharbeitnehmer ist besonders hoch.

Zudem trennen sich die Betriebe zuerst von den neu eingestellten Arbeitnehmern, da sie auf Grund ihrer relativ geringen Betriebszugehörigkeit weniger Kündigungsschutz genießen als ihre Kollegen.

Thomas

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