von Peter am 28.01.2008, 11:00 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt

Vor zwei Jahren wurde die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes (ALG) I für unter 55-Jährige von 32 auf maximal 12 Monate gekürzt. Es handelte sich dabei um einen zentralen Punkt der rot-grünen „Agenda 2010“. Nun wird dieser Zeitraum zumindest für über 50-Jährige wieder verlängert. Der SPIEGEL spricht von einer „Rolle rückwärts„: Rückwirkend zum 01.01.2008 sollen Arbeitslose nun ab 50 Jahren wieder 15 statt bisher nur 12 Monate ALG I erhalten, über 55-Jährige bis zu 18 Monate, über 58-Jährige bis zu 24 Monate. Letzterer Gruppe werden zukünftig außerdem verstärkt Angebote über Job-Wiedereingliederungen gemacht. Ziel soll es sein, dass niemand vor Vollendung des 63. Lebensjahres mit Abschlägen zwangsverrentet wird.

Warum das Ganze? Die Große Koalition will die Auswirkungen des Gesetzes etwas abmildern: Denn zwar ist es ein tapferes Ziel, ältere Arbeitnehmer wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern, nur zeigt sich in der Praxis, dass es einfach regelmäßig sehr schwer umsetzbar bleibt. Der Clou kommt jedoch jetzt: Wer älter als 58 ist und bereits ALG II bezieht, wird in Zukunft sogar ganz aus den Arbeitslosen-Stastiken rausgeworfen, sofern ihm nicht innerhalb von 12 Monaten eine sozialversicherungspflichtige Arbeit angeboten wurde. Man gilt dann offiziell ganz einfach als „nicht mehr arbeitssuchend“. Das soll vom neuen § 53a SGB II so geregelt werden. Dazu der Kommentar von Ralf Brauksiepe (CDU), dem arbeitsmarktpolitischen Sprecher der Union: „Es ist ein gutes Gesetz geworden“.

Wirklich? Zumindest wird einem in dieser Sache recht deutlich vor Augen geführt, was möglicherweise mit ein Grund für die anhaltende positive Entwicklung der Arbeitslosenzahlen ist, wenn nämlich alle über 58-Jährigen nach einem Jahr ALG II ohne neue Jobangebote einfach nicht mehr mitgezählt werden… So einfach geht das – mal wieder – mit den Statistiken.

Peter

von Caroline am 15.01.2008, 13:44 Uhr , Kategorie: Allgemein, Arbeitsmarkt

Arbeitnehmer in Deutschland bleiben deutlich länger in ihrem Betrieb als Arbeitnehmer anderer Länder Europas. Im Durchschnitt sind es 10,5 Jahre, in Großbritannien dagegen nur 7,8. Eine kürzere Verweildauer gibt es auch in Dänemark und Irland (beide 8,1 Jahre), in Spanien (8,6), in Ungarn (9,1) und in Polen sowie in Tschechien (beide 9,6 Jahre). Darauf weist das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hin. Nach den statistischen Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) halten nur die Belgier und Franzosen (11,5 Jahre) und die Italiener (10,8) ihrem Arbeitgeber noch länger die Treue. (Quelle dpa)

Was meinen Sie? Woran liegt die Treue der Deutschen ihrem Unternehmen gegenüber?
Liegt es am starken Kündigungsschutz? Am Arbeitsmarkt? oder ist der Deutsche einfach nur bequem?

Ich bin gespannt auf Ihre Meinung!

Grüße Caroline

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