Der Osram-Betriebsrat kann die Übernahme durch den österreichischen Chipkonzern AMS nicht verhindern. Das Oberlandesgericht Frankfurt lehnte in der vergangenen Woche einen Antrag des Konzernbetriebsrats auf eine einstweilige Verfügung ab. Die Betriebsräte befürchten eine Zerschlagung des Unternehmens durch die Österreicher.

In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Schlagzeilen um die Übernahme des Münchener Traditionsunternehmens Osram. Im Rennen der Übernahmeschlacht sind neben den Finanzinvestoren Bain und Advent auch erneut der Chipkonzern AMS. Denn nach dem Scheitern eines ersten Angebots im September hat AMS einen zweiten Anlauf zur Übernahme von Osram genommen. AMS hält bereits knapp 20 % an Osram-Aktien.


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Der 31.10.2019 ist Geschichte, damit auch – wie lange angekündigt – die Mitgliedschaft Großbritanniens in der EU? Ganz und gar nicht. Tatsächlich ist der EU-Austritt wieder einmal verschoben worden; diesmal „flexibel“ bis spätestens zum 31.01.2020. Viele Arbeitnehmer in Deutschland und Großbritannien zittern weiter um ihre Arbeitsplätze.

Geregelt, ungeregelt, gar kein Austritt? Immer noch ist alles möglich beim Thema Brexit. Sicher ist in diesen Tagen leider nur eines. Das Chaos hat schon jetzt Folgen für die Wirtschaft, und damit auch für die viele Arbeitnehmer.

Rückgang der Exporte

Allein die Exporte der deutschen Automobilhersteller nach Großbritannien sind in den letzten drei Jahren um mehr als ein Fünftel zurückgegangen, liest man bei Capital online. Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft Deloitte, von der NTV berichtet, haben die Rückgänge von deutschen Auto- und Pharma-Exporten nach Großbritannien vor allem Bayern und Baden-Württemberg getroffen.

Werksschließung in Thüringen

In Thüringen verlieren in Kürze 60 Menschen wegen des Brexit ihren Job: Der Bildungseinrichter ASS schließt seine Produktion in Probstzella. Begründung: Ein Großteil des Umsatzes wurde dort als Teilezulieferer für Großbritannien erwirtschaftet, die Firma rechnet im Zuge der Brexit-Diskussion nach eigenen Angaben mit weiteren drastischen Umsatzeinbrüchen.

Auch die Kurzarbeit in der Industrie nimmt zu – und wird häufig mit den Unsicherheiten wegen des Brexit begründet.

Wann wissen wir endlich mehr?

Ein neuer Termin, auf den jetzt alle gebannt warten, ist der 12. Dezember. Denn an diesem Tag finden vorgezogene Neuwahlen in Großbritannien statt. Deren Ausgang ist völlig offen; die Gefahr eines ungeregelten EU-Austritts Großbritanniens ohne Abkommen ist damit weiter nicht gebannt.

Die britische Brexit-Gedenkmünze ist jedenfalls zurück in die Presse gewandert, denn dort ist als Austrittsdatum der 31. Oktober eingraviert …

von Christine am 21.10.2019, 15:47 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt, Europa
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Im September warnte die Automobilbranche vor den „erdbebengleichen Folgen“ eines ungeregelten Brexit. Die Sorge vor Zöllen in Milliardenhöhe und teuren Produktionsunterbrechungen ist groß – und lähmt den sowieso schon wirtschaftlichen schwächelnden Wirtschaftszweig. Auch alle anderen Branchen, die mit Großbritannien Geschäfte machen, sind verunsichert. Für viele Arbeitnehmer und Betriebsräte ist es ein banges Warten. Die Angst geht um, und noch immer ist ein „harter Brexit“ nicht vom Tisch.

Stand: 21.10.2019

Es sind nur noch 10 Tage bis zum 31. Oktober, dem Tag, an dem die „Scheidung“ von Großbritannien endgültig unter Dach und Fach sein sollte. Und immer noch ist gar nichts klar. Denn am Wochenende wurde eine weitere Brexit-Verschiebung aus London beantragt. Für diese Verlängerung gibt es bisher kein grünes Licht aus der EU. Aber auch der Vertrag, den der britische Premierminister Boris Johnson in letzter Sekunde ausgehandelt hatte, ist noch im Rennen.

Was weiter passiert, kann niemand sagen. Vier Szenarien sind aber weiter denkbar.


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Durststrecke in der deutschen Industrie: Der Anteil der Kurzarbeit ist deutlich gestiegen. Auf Betriebsräte kommen turbulente Zeiten zu.

Der Anteil der Kurzarbeit ist so hoch wie zuletzt auf dem Höhepunkt der Rezession 2012/13, berichtete gestern das ifo Institut. Das Arbeitsministerium plant mit einem neuen Gesetz, den Einsatz von Kurzarbeitergeld zu erleichtern.


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von Ines am 27.08.2019, 08:24 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt

Was würden Sie sagen, wenn eine gute Fee vorbei käme und es Ihnen ermöglichte, Ihren Traumjob zu basteln? Was wäre Ihnen das Wichtigste?

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Nicht ganz aber so ähnlich wurden im Rahmen einer Umfrage von Stepstone 17.000 Fach- und Führungskräfte in Deutschland gefragt. Die häufigste Antwort: Sie wollen einen Job, der Spaß macht. Aber was heißt das? Als Clown arbeiten? Narrenfreiheit in jeder Hinsicht? Kommen und gehen, wie es passt? Nicht wirklich. Die Auswertung der Studie hat drei Faktoren herausgefiltert, die den ultimativen Traumjob ausmachen: Freiheit, Sinnhaftigkeit und ein gutes Teamgefühl. Erfüllen Unternehmen diese Bedürfnisse, können sie nicht nur Top-Fachkräfte binden, sondern diese auch zu Bestleistungen motivieren. Lassen Sie uns anschauen, was all dies im Einzelnen bedeutet.


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von Christine am 13.02.2019, 15:54 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt, Familienfreundl. Betrieb, Gesetzesänderungen
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Haben wir bald alle einen Anspruch auf Homeoffice? Viele Betriebsräte kämpfen schon lange dafür, dass die Beschäftigten von zuhause aus arbeiten dürfen. Jetzt plant die SPD ein Gesetz zum Homeoffice. Aber es hagelt auch Kritik.


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Maschinenbauingenieure prüfen einen Schweissroboter
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Für viele Arbeitnehmer in der industriellen Fertigung gehört die enge Zusammenarbeit mit Robotern schon heute zum Alltag. Aber auch in anderen Branchen wird die Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) bald nicht mehr wegzudenken sein. Welche Auswirkungen hat der Einsatz von Robotern aber auf unsere Arbeitsplätze der Zukunft? Müssen wir mit zunehmender Überwachung durch den Arbeitgeber, Arbeitsentwertung, Kontrollverlust oder gar Verlust des Arbeitsplatzes rechnen? Oder sollten wir uns im Gegenteil darüber freuen, dass wir lästige, körperlich schwierige und eintönige Arbeiten in Zukunft dem mechanischen Assistenten überlassen können?


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Irgendwie ist es schon fast keine Überraschung mehr: Mit dem Wandel der Arbeitswelt nehmen die psychischen Belastungen zu. Und nach wie vor sind Erkrankungen wie beispielsweise Burnout oder Depressionen der zweithäufigste Grund für eine Krankschreibung. (Auf Platz 1 der arbeitsbedingten Beschwerden: Muskel- und Skeletterkrankungen). Doch die konkreten Zahlen verblüffen dann schon: Laut einem aktuellen Bericht der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat sich die Zahl der Arbeitnehmer, die wegen psychischer Leiden ausfallen, in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Im Jahr 2007 fielen demgemäß 48 Millionen Krankheitstage an, 2017 waren es sage und schreibe 107 Millionen. Experten berechnen daraus Produktionsausfälle in Höhe von 12,2 Milliarden Euro. Das berichtet unter anderen die FAZ.


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von Nicola am 14.12.2018, 09:30 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt

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Eine traurige Meldung so kurz vor dem Jahresende. Laut Angaben des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes gab es in Deutschland 2018 so viele arme Menschen wie noch nie: 16,8 Prozent der Bevölkerung fallen unter die Armutsgrenze. Und das, obwohl wir in einer Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs und geringer Arbeitslosigkeit leben.

Was bedeutet „arm“?
Der Begriff „arm“ ist hier relativ zu verstehen: Ausschlaggebend ist der Vergleich zum mittleren gesellschaftlichen Einkommen. Als relativ arm gelten all diejenigen, die von weniger als 60% des mittleren Einkommens leben. So liegt die Armutsgrenze bei Single-Haushalten in Deutschland bei einem Einkommen von weniger als 1.086 Euro pro Monat und bei einer Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren bei 2.281 Euro.

Arm trotz Arbeit
Das Erschreckende an diesen Zahlen ist nicht nur die große Anzahl der relativ armen Menschen in Deutschland. Die Tatsache, dass ein Drittel dieser Menschen einer Arbeit nachgeht, also trotz Job an Armut leidet, ist fast noch besorgniserregender. Ein deutliches Zeichen, dass hier etwas schiefläuft. Werden wir in Zukunft in einem Land leben, in dem Geringverdiener zwei Jobs stemmen müssen, um immer höhere Mieten zahlen zu können? In dem Rentner, die jahrelang in das soziale System eingezahlt haben, sich ihren Ruhestand nicht mehr leisten können? In dem die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinanderdriftet?

Armut in der Breite bekämpfen
Die Politik hat das Problem erkannt, aber getan wird noch zu wenig. Was aber dabei herauskommt, wenn die Sorgen und Ängste der Menschen nicht ernst genommen werden, wissen wir: Eine Radikalisierung der Bevölkerung, die unterschiedlichste Formen annehmen kann. Von den lauten Protesten der Gelbwesten in Frankreich bis zum stillen Kreuz am Stimmzettel für Populisten.

Der Paritätische Wohlfahrtsverbund fordert eine neue Ausrichtung der Armutspolitik. Vor allem müsse „die armutspolitische Agenda…deutlich breiter werden“, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. „Armut wird niemals in der Breite bekämpft werden können, ohne entsprechende Reformen in der Alterssicherung, ohne eine anspruchsvolle Arbeitsmarkt- und Mindestlohnpolitik und ohne einen Kinderlastenausgleich, der arbeitende Eltern zuverlässig vor Armut schützt.“

Als Betriebsräte kämpfen Sie jeden Tag für die Interessen der Belegschaft. Wie wichtig diese Aufgabe ist, zeigt nicht zuletzt dieser Bericht.

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Senior mit LaptopRecherchen für eine Antwort auf diese Frage haben ergeben: Es gibt keine Einigung darüber. An eine konkrete Altersangabe traut sich schon gar keiner ran. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua) hat in ihrer Broschüre „Alles grau in grau?“ folgende Definitionen zusammengefasst: Nach der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gelten als ältere Arbeitnehmer diejenigen, die in der zweiten Hälfte des Berufslebens stehen, das Rentenalter noch nicht erreicht haben sowie gesund und leistungsfähig sind. Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit hingegen sieht eine fließende Grenze zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr, ab der ein Arbeitnehmer als älterer Beschäftigter bezeichnet wird. Ganz anders definiert der Wuppertaler Kreis e.V., Bundesverband betriebliche Weiterbildung, den älteren Beschäftigten: Für sie ist das eine Personengruppe, die im Erwerbsleben bzw. auf dem Arbeitsmarkt mit altersbedingten Schwierigkeiten bzw. Risiken konfrontiert ist, weil entweder tatsächlich oder vermeintlich von einer bestimmten Altersgruppe ab die berufliche Leistungsfähigkeit abnimmt.

Wird es in Zukunft vielleicht eine eigene Interessenvertretung für diese Zielgruppe geben? So wie für die Jugendlichen und Auszubildenden die JAV die Vertretung für ältere Arbeitnehmer (ÄAV). Drüber nachdenken könnte man ja mal, wo doch der Altersdurchschnitt in den Belegschaften immer weiter nach oben rückt. Bis dahin entscheiden Sie selbst, ob sie jung, älter oder alt sind – und ob das überhaupt wichtig ist.

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